Eclipse

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Eclipse – ein Wort, das wie ein Schmuckstück klingt.

Solar eclipse mutet auch viel schöner und geheimnisvoller an als Sonnenfinsternis. Für eine Sonnenfinsternis wurden über Jahrtausende gute und schlechte Ereignisse vorhergesagt. Das Finsterwerden tagsüber, das sich nur Astronomen erklären konnten, das aber ungebildeten Bauern wie der Beginn des Weltuntergangs erschienen sein musste.

Noch heute besorgen sich Tausende Spezialbrillen, um dieses Phänomen zu beobachten, das meist nur teilweise und ohne völlige Verfinsterung stattfindet. Einige müssen mit zerstörter Netzhaut ins Krankenhaus, weil sie ohne Schutz in die Sonne schauten.

Dabei sieht man doch im besten Fall nichts weiter als einen hellen Ring um eine Scheibe. Die schönen Sonnenexplosionen sieht man wohl nur auf stark vergrößerten Fotos und nicht mit freiem Auge.

Und dennoch bleibt der Mythos bis heute erhalten. Selbst Adalbert Stifter sprach von einem Todeskuss, einem deutlichen Wort Gotte und einer unvergesslichen emotionalen Aufwallung. Weiterlesen

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Muschelsuche

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Ein Ausflug am Strand. Ein Stück Holz wird angeschwemmt. Eine Muschel liegt im Sand. Die Schale hat ein Loch. Ich habe mich immer gewundert, wie die Löcher in die Muscheln kommen. Als Kind habe ich mir ausgedacht, dass Muschlefischer die Löcher hineinmachen, damit Kinder Ketten basteln können. Es sind aber, glaube ich, Krebse, die die Muscheln aufstechen.

Ich gehe gerne den Strand entlang und such Muschen und hübsche Steine. Ich überlege mir, was ich zu Hause Schönes damit machen werde. Bilderrahmen und Schachteln. Und dass ich eine Sandburg bauen und mit Muscheln verzieren werde.

Im Sand liegt eine angeschwemmte Qualle, der Körper glibbert, ich traue mich nicht einmal, sie mit einem Stock anzustoßen, obwohl ich gerne ihre Tentakel gesehen hätte.

Am Schluss finde ich noch eine schöne Schneckenmuschel. So stelle ich mir das vor, eine so schöne, wie man sie sonst nur in Souvenirshops kaufen kann.

Aber diese Muschel finde ich nie.

Und die Muscheln, die ich nach Hause nehme, finde ich Jahre später immer noch im gleichen Sack in einer hinteren Ecke des Schranks.

Natürlich unverbastelt. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug nach Limone

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  1. Limone ist ein seltsamer Ort. Er liegt dort, wo der Gardasee nicht mehr wie das Meer aussieht, sondern wie ein Gebirgssee.
  2. Weil Limone aber ein besonderes Mikroklima hat, wachsen hier Zitronen. Deshalb auch der Name.
  3. Es ist ein schöner Tag. Noch nicht warm genug, um die Jacke auszuziehen. Aber die Sonne spiegelt sich im See, die Kinder klettern auf den Steinen. Wir spazieren am Strand entlang.
  4. Einige Menschen machen das Gleiche wie wir, aber noch nicht viele.
  5. Mein Mann zieht sich die Schuhe aus und steigt in den See. Mir ist das noch zu kalt. Ich gehe am Schotterstrand entlang. In einem Hotel sitzen schon einige ältere Menschen auf der Terrasse zum Frühstück. Auf der selben Terrasse hängt auch eine Discokugel. Ich stelle mir vor, wie die alten Menschen am Abend zuvor zu Discosound gefeiert haben. Weiterlesen
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Kupferschiffe

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Die Königin Puabi https://en.wikipedia.org/wiki/Puabi lebte vor 4500 Jahren in Ur. Als sie starb, wurden 74 Menschen mit ihr begraben. Alle festlich gekleidet und geschmückt, alles war für ein Fest ausgelegt, sogar mit Musik. Man weiß nicht, ob all diese Menschen getötet wurden, um der Königin Gesellschaft zu leisten, oder ob sie das freiwillig wollten, weil das ihrem Glauben entsprach. Menschen erzählen sich ja die seltsamsten Geschichten, mit denen selbst der Tod erstrebenswert erscheinen kann.

Puabi trug sehr edlen Schmuck. Dieser musste mühsam restauriert werden, weil die Gräber zerfallen waren und von Tonnen von Erde überlagert.

Der Schmuck war zerquetscht und lag auch nicht mehr genau an der ursprünglichen Stelle. Große goldene doppelschiffförmige Schmuckstücke waren dabei. Und goldene Ringe, die neben dem Kopf lagen. Weil Ohrläppchen die Dauer der Zeit zumeist nicht überstehen, kann man nicht wissen, ob die Schiffe Ohrringe waren, oder ob sie in die Ringe, die vermutlich im Haar getragen wurden, eingesetzt waren.

Diese Grabkammer gab große und kleine Rätsel auf, die wohl für immer unentschlüsselt bleiben müssen. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug nach Brescia

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  1. Am nächsten Tag fahren wir nach Brescia. Wir parken neben dem Burghügel und kommen dann drauf, dass wir durch einen ziemlich langen Tunnel in die Stadt gehen müssen.
  2. Als ich jung war, dachte ich, Brescia wäre eine der hässlichsten Städte Italiens. Ich weiß nicht genau, warum. Wahrscheinlich habe ich mir etwas, das meine Italienischlehrerin sagte, falsch gemerkt. Und mich nie wieder damit beschäftigt.
  3. Mit Erstaunen erfahre ich, dass halb Brescia Weltkulturerbe ist.
  4. Brescia hieß in der Antike Brixia und in Südtirol wird es manchmal immer noch Welsch-Brixen genannt. Auch die Verbindung zwischen den Städten hätte ich nie hergestellt. Weiterlesen
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Holz

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Ein unscheinbares Stück Holz, rau und matt, voller Splitter. Schön von der Farbe. Und dennoch: ein Stück Holz. Holz, aus dem man vielleicht ein Stück herausgesägt hat, um darauf zu sitzen, oder dessen Ast man abgebrochen und als Werkzeug benutzt hat.

Irgendjemand kam vor tausenden von Jahren auf die Idee, so lange an einem Stück Holz zu reiben und zu feilen, bis es spiegelglatt war, glänzte, angenehm in der Hand lag. Bis jede Faser wie ein feiner polierter Streifen zu sehen war.

Warum tat das jemand? Sah er oder sie polierte Steine im Fluss und merkte gleich, dass diese von Wasser und Sand geglättet wurden. Dass viele unscheinbare Dinge zu Schmuckstücken werden, wenn man sie lange genug poliert?

Wie kam man, damals in der Steinzeit, als alle vermutlich ständig damit beschäftigt waren, Nahrungsmittel zu beschaffen und sich vor wilden Tieren zu schützen, wie kam man darauf, ein Stück Holz, einen Stein, einen Knochen zu polieren und ihn sich als Schmuck umzuhängen? Oder sich vorher sogar noch ein Loch ins Ohr zu bohren und den Gegenstand hineinzustecken? Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug um den Gardasee

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  1. Am nächsten Tag planen wir, einmal um den See herumzufahren.
  2. Das Wetter ist leider nicht so schön, wie wir gehofft haben, aber immerhin ist es trocken.
  3. Zuerst fahren wir nach Sirmione. Dort gibt es eine Burg mit den Schwalbenschwanzzinnen der Ghibellinen. Und die Grotten des Catull.
  4. Von der Burg zu den Grotten kommen wir, indem wir dem See entlangspazieren und dann auf einen Hügel steigen. An einer Stelle riecht der See schwefelig, eine Frau sitzt in der Nähe eines mit Steinen eingefassten kleinen Beckens. An einer Stelle dampft es. Vorsichtig tauche ich einen Finger dort in den See. Das Wasser ist wirklich sehr heiß. Hier gibt es heiße Schwefelquellen.
  5. Die Grotten des Catull sind eigentlich die Reste einer riesigen römischen Villa. Die ist über 150m lang. Die Reste des Wandelganges sind deutlich zu erkennen, auch einige Räume. Ein Privathaus sei das gewesen. Weiterlesen
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