Holzblüten

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Schnitzen wollte ich als Kind gerne können. Das schien so aufregend. Das scharfe Messer, die Kunstfertigkeit, die Figuren, die man einem unscheinbaren Stück entlocken konnte.

Versucht habe ich es ja, heimlich im Sommer in Kärnten, weil meine Oma sicher nicht gerne gesehen hätte, wie ich mit einem scharfen Messer hantierte. Gefragt habe ich sicherheitshalber nicht.

Ich fing an mit einer Speerspitze. Ich nahm einen Zweig und spitzte ihn zu. Anfangs ging das auch noch gut aber kurz bevor ich mit meinem Erstlingswerk zufrieden gewesen wäre, nahm ich zu viel Schwung. Und die Spitze war weg.

Zu höherer Meisterschaft habe ich es nie gebracht. Wenn eine Speerspitze meine Fähigkeiten überstieg, würde es nachgerade an Hybris grenzen, wenn ich auch nur an ein Figürchen dachte. Und so gab ich die Schnitzkunst auf. Vielleicht auch um weiterträumen zu können, dass zu anderen Zeiten und in anderen Welten mir doch etwas gelingen könnte. Weiterlesen

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Sonnengöttin

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Die Sonne wurde von den verschiedensten Kulturen verehrt. Es gibt Sonnengötter und Sonnengöttinnen. Manche, wie Appollo oder Mithras, beherrschen die Sonne und ziehen sie über das Firmament. Andere, wie Inti (Inka) oder Amaterasu (Japan), sind die Sonne selbst. Malina (Inuit) wurde zur Sonne, nachdem sie vor ihrem Mondbruder, der sie vergewaltigte, fliehen musste.

Die Mythen erzählen von Gewalt, Intrigen und von Finsternis, wenn die Sonne erzürnt ist. Sie erzählen auch von den Aufgaben, Licht und Finsternis im Lot zu halten, um das Leben zu retten und den Tod abzuwehren.

Ich bin keine Anhängerin von Religionen, aber die Geschichten interessieren mich. Beim Verhältnis Sonne-Erde finde ich faszinierend, dass unser Leben überhaupt nur möglich ist, weil die Erde genau richtig weit entfernt von der Sonne ist, sich genau richtig schnell dreht, und ihre Achse im genau richtigen Winkel gekippt ist. Das alles ist notwendig, das alles ist aber noch kein Garant für die Entstehung des Lebens.

Ob das Universum so groß ist, dass all diese Zufälle hunderte Male oder tausende Male oder eben nur dieses eine einzige Mal zu Leben geführt haben, kann wohl niemand abschätzen. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug nach Vianden

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  1. Unser Hotel ist in Vianden.
  2. Das scheint eine Motorradstadt zu sein. An diesem schönen Wochenende knattern jedenfalls hunderte Motorräder hier vorbei.
  3. Das Hotel hat einen Pool. Die Kinder gehen baden und wir sehen uns den Ort an.
  4. An der engen Durchfahrtsstraße sind viele Restaurants.
  5. In die Stadt kommen wir über eine Brücke über die Our.
  6. Auf einem Hügel über der Stadt steht eine malerische Burg. Dort schlendern wir hinauf, an kleinen Bäckereien und Weinhandlungen vorbei.
  7. In Luxemburg hört man an jeder Ecke eine andere Sprache. Ich habe nicht selten Menschen gesehen, die sich in zwei Sprachen unterhielten. Eine Frau spricht Holländisch, der Mann im Geschäft antwortet ihr auf Französisch. Ganz selbstverständlich. Wenn man einander kennt, spricht man die eigene Sprache und versteht die der anderen. Ich finde das so schön. Weiterlesen
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Pensées: Ein Ausflug nach Esch-Sauer und Clerveaux

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  1. Am zweiten Tag in Luxemburg fahren wir zuerst nach Esch-Sauer. Das ist ein malerisches Städtchen, um das das Fluss Sauer fließt und das ein hübsches Schloss hat.
  2. In Luxemburg gibt es in sehr vielen Orten Schlösser und Burgen. Es gibt sogar Touristenstrecken, an denen man 7 Schlösser oder mehr sehen kann.
  3. Das Schloss ist nur noch eine Ruine mit einigen wenigen erhaltenen Häusern und Türmen, aber es ist schön, auf den Hügel hinaufzusteigen und zwischen den alten Mauern herumzugehen und hinunterzuschauen.
  4. Wir fahren weiter nach Clerveaux. Hier gibt es gleich drei Museen, aber alle in dem einen Schloss, deshalb kann ich die den Kindern als eines unterjubeln.
  5. Im Schlosshof steht ein Panzer. Die Kinder klettern gleich hinauf. Ich weiß nicht, ob ich das pietätlos finden soll, oder mich darüber freuen, dass die Kinder einen Panzer als nichts anderes als ein Kletterspielzeug sehen.
  6. Ein Schild beschreibt die Ardennenschlacht, Battle of the Bulge. Weiterlesen
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Pensées: Ein Ausflug nach Karlsruhe

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  1. Wir machen einen Kurzurlaub in Luxemburg. Der Weg dorthin ist selbst von Vorarlberg weit und deshalb machen wir einen Zwischenstopp in Karlsruhe.
  2. Karlsruhe ist auch nicht so nahe, wie ich gehofft habe, wir kommen erst zu Mittag an.
  3. In einem Park in der Nähe des Schlosses essen wir unsere Mittagsbrote. In diesem Park stehen auf einer Lichtung kleine Wildschweine aus Holz, mit dünnen Stöckchenbeinen. Kinder können darauf sitzen. Meine Kinder stellen sich darauf, balancieren drauf auf einem Bein.
  4. Mit Wurstbroten in der Hand.
  5. Das Bundesverfassungsgericht ist in der Nähe, ein nüchterner aber schöner moderner Bau. Aber viel kleiner, als ich mir vorgestellt habe. Wahrscheinlich habe ich mir nicht allzuviel vorgestellt, außer, dass die Deutsche Verfassung irgendwie groß ist, oder zumindest große Gebäude zu deren ordnungsgemäßer Bewahrung braucht.
  6. Einige Schritte hinter dem Gericht ist das Schloss.
  7. Im Schloss ist das Badische Landesmuseum. Dort gehen wir hinein. Weiterlesen
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Eclipse

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Eclipse – ein Wort, das wie ein Schmuckstück klingt.

Solar eclipse mutet auch viel schöner und geheimnisvoller an als Sonnenfinsternis. Für eine Sonnenfinsternis wurden über Jahrtausende gute und schlechte Ereignisse vorhergesagt. Das Finsterwerden tagsüber, das sich nur Astronomen erklären konnten, das aber ungebildeten Bauern wie der Beginn des Weltuntergangs erschienen sein musste.

Noch heute besorgen sich Tausende Spezialbrillen, um dieses Phänomen zu beobachten, das meist nur teilweise und ohne völlige Verfinsterung stattfindet. Einige müssen mit zerstörter Netzhaut ins Krankenhaus, weil sie ohne Schutz in die Sonne schauten.

Dabei sieht man doch im besten Fall nichts weiter als einen hellen Ring um eine Scheibe. Die schönen Sonnenexplosionen sieht man wohl nur auf stark vergrößerten Fotos und nicht mit freiem Auge.

Und dennoch bleibt der Mythos bis heute erhalten. Selbst Adalbert Stifter sprach von einem Todeskuss, einem deutlichen Wort Gotte und einer unvergesslichen emotionalen Aufwallung. Weiterlesen

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Muschelsuche

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Ein Ausflug am Strand. Ein Stück Holz wird angeschwemmt. Eine Muschel liegt im Sand. Die Schale hat ein Loch. Ich habe mich immer gewundert, wie die Löcher in die Muscheln kommen. Als Kind habe ich mir ausgedacht, dass Muschlefischer die Löcher hineinmachen, damit Kinder Ketten basteln können. Es sind aber, glaube ich, Krebse, die die Muscheln aufstechen.

Ich gehe gerne den Strand entlang und such Muschen und hübsche Steine. Ich überlege mir, was ich zu Hause Schönes damit machen werde. Bilderrahmen und Schachteln. Und dass ich eine Sandburg bauen und mit Muscheln verzieren werde.

Im Sand liegt eine angeschwemmte Qualle, der Körper glibbert, ich traue mich nicht einmal, sie mit einem Stock anzustoßen, obwohl ich gerne ihre Tentakel gesehen hätte.

Am Schluss finde ich noch eine schöne Schneckenmuschel. So stelle ich mir das vor, eine so schöne, wie man sie sonst nur in Souvenirshops kaufen kann.

Aber diese Muschel finde ich nie.

Und die Muscheln, die ich nach Hause nehme, finde ich Jahre später immer noch im gleichen Sack in einer hinteren Ecke des Schranks.

Natürlich unverbastelt. Weiterlesen

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