Interferenz reloaded

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Interferenzmuster, in Physikbüchern als aufeinandertreffende Schlangenlinien dargestellt. Nicht gerade aufregend. Interessanter sind schon die Interferenzen von Kreiswellen, die kaleidoskopartige Muster ergeben. Wie können einfache Wellen so verschiedene Muster ergeben? Liegt es an der mathematischen Darstellung? Liegt es an der Art der Wellen? Was sind Wellen überhaupt? Fragen, die ich halbherzig versucht habe zu ergründen, deren Beantwortung sich mir nicht erschlossen hat.

Interferenzen machen nicht nur schematische Muster, sie haben auch wirklich alltäglich beobachtbare Effekte: der Regenbogen in einer Ölpfütze, die Farben einer Seifenblase, das Schillern eines Tropenvogels. Weiterlesen

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Pensées: ein Ausflug nach Bozen und zum Antholzer See

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  1. Nach der Franzensfeste fahren wir nach Bozen, weil dort das Wetter gut angesagt ist. Da bin ich schon sehr oft vorbeigefahren, aber nie ausgestiegen. Bozen stellte ich mir auch immer bieder und uninteressant vor.
  2. Der Hauptplatz, die Piazza Walther, ist ausladend, tatsächlich scheint die Sonne. Eine Statue von Walther von der Vogelweide steht in der Mitte. Hinter dem Platz beginnen die Arkaden mit Geschäften. Dort setzen wir uns in ein Gasthaus und essen Nudeln zu Mittag.
  3. Wie selbstverständlich wechseln die Menschen im Gasthaus zwischen Deutsch und Italienisch. Bozen ist zu einer Region geworden, in der die Zweisprachigkeit überall ist und ganz normal geworden ist. Die Menschen, denen ich zuhöre, denken nicht nach, welche Sprache sie sprechen. Bei mir zu Hause in Kärnten denkt man ständig darüber nach, ob die andere Sprache „schlecht“ sein könnte und vergisst darüber, sie zu lernen. Oder man fürchtet, mit etwas Schlechtem kontaminiert zu werden, wenn man Slowenisch lernt. Es ist so absurd, es ist auch so schön, hier in Südtirol das Gegenteil zu sehen. Weiterlesen
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Herbst

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Herbst. Die Spinnweben in den Sträuchern. Die Regentage. Der Nebel, wie er morgens sich als zarter Schleier aus Bächen und Tümpeln erhebt, wie er nach und nach zur zähen Suppe wird, der man nur durch eine Fahrt in die Höhe entfliehen kann (so man denn Zeit hat). Die kürzer werdenden Tage. Aber auch im Dunklen losfahren und im Dunkeln heimkommen. Es gibt dieses kurze Zeitfenster, wenn ich bei der Fahrt zur Arbeit den Sonnenaufgang sehe und bei der Heimfahrt den Sonnenuntergang. Die Blätter, die sich verfärben in allen Gelb- und Rot- und Brauntönen. Überhaupt sind die Farben viel weicher als im Sommer. Beim Spazieren denke ich mir oft, wie sie beruhigen. Die Luft ist klarer.

Manchmal mag ich den Herbst sehr. Dann wieder hätte ich lieber mehr Wärme und mehr Licht. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug zur Franzensfeste

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  1. Das Wetter ist immer noch schlecht, wir können nicht wandern gehen, deshalb fahren wir zur Franzensfeste.
  2. Ich erwarte mir nicht viel: irgendeine Burg in irgendeiner Südtiroler Provinz.
  3. Besser als in den Regen starren, denke ich mir.
  4. Die Frau an der Kasse sagt hinter vorgehaltener Hand, heute käme noch das Filmteam, Nazis und so, wir sollen uns Zeit lassen.
  5. Die Kinder werden aufgeregt, aber bisher sind nur einige Cateringwagen zu sehen.
  6. Auf dem ersten Schild im Museum steht, man sagte 1838 von der damals neuen Franzensfeste: „Wie ein Löwe trotzend und doch malerisch schön.“ Dort steht auch, die Festung sei wie eine Kathedrale in der Wüste, sie war kaum gebaut und schon überholt, und man wolle die Ängste ergründen, die zu ihrem Bau geführt haben.
  7. Die Ausstellung, die wir ansehen werden, gibt es erst seit 2012. Weiterlesen
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Zusammenhalt

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Vor einigen Jahren war ich in Südtirol auf einem Markt, an dem Handwerker ihre Kunst vorstellten. Ein Herrgottschnitzer war da, der innerhalb von kürzester Zeit aus einem Baum einen Jesus heraushackte. Drechsler, die Tischbeine drehten. Metallarbeiter, die schmiedeeiserne Verzierungen aus glühenden Stäben hieben.

Und ein Fassbinder. Der steckte Bretter in Eisenringe und zündete ein Feuer in der Mitte an, so dass es nicht zu stark brannte, aber auch nicht ausging. Diese genau richtige Hitze dehnte und bog die Bretter so, dass sie genau in die Ringe passten und zusätzlich auch noch so dicht waren, dass man eine Flüssigkeit einfüllen konnte.

Niemals vorher hatte ich mir überlegt, wie ein Fass gemacht wird. Wie die Bretter gebogen wurden. Wie es denn möglich war, aus nebeneinanderliegenden Holzbrettern ein dichtes Gefäß zu machen. Ein Fass war ja nichts Besonderes, dachte ich, Fässer gab es doch schon seit hunderten Jahren, aber es ist besonders und wundersam. Und warum man überhaupt auf die Idee kam, Holzfässer zu fertigen, anstatt Tonkrüge zu verwenden, ist mir immer noch schleierhaft. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug ins Pustertal

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  1. Zu den Sextener Dolomiten wollte ich schon lange. Aber die sind zu weit weg für einen Tagesausflug und fast zu nahe für einen Urlaub.
  2. Hinzufahren zahlt sich nur aus, wenn das Wetter schön ist, aber so spontane Menschen sind wir nicht. Also wurde der Ausflug in diesen Teil Südtirols wieder und wieder verschoben.
  3. Aber diesmal machen wir ihn. Mit schon längerem Vorbuchen. Und natürlich ist das Wetter nicht gut.
  4. Aber nicht so schlecht, dass wir gar nichts tun können. Weiterlesen
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20er Jahre

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Die Zwanzigerjahre (des 20. Jahrhunderts, ich denke das im ersten Moment nie dazu, dabei kommen jetzt schon wieder die nächsten Zwanzigerjahre, die, die dann eben keinen Zusatz brauchen, weil sie die aktuellen Zwanzigerjahre sind).

Die Zwanzigerjahre sehe ich (unter anderem) als eine Zeit, in der Frauen ihre Korsette ablegten, die Röcke verkürzen, die Haare abschnitten, Hüte aufsetzten, in denen sie etwas sehen und hören konnten (das war ein ernstes Problem der Hutmode, besonders als der motorisierte Verkehr entstand, erfuhr ich im Hutmuseum).

Einige diese Frauen taten das aus Protest. Weil nach dem Weltkrieg Gewissheiten zerstört waren, brach man auch mit Konventionen.

Leisten konnte sich das nur eine Elite. Die anderen folgten eher aus Notwendigkeit. Weil sie arbeiteten und die neue Kleindung praktischer war. Vielleicht kostete sie auch weniger, weil nicht solche Mengen von Stoff verwendet wurde.

Die Freiheit kam nur für wenige. Aber ein bisschen Freiheit erkämpfte die Änderung der Mode doch.

Deshalb finde ich die Geschichte der Mode auch nicht so trivial, wie sie auf den ersten Blick scheinen mag. Weiterlesen

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