Musterblumen und digitale Information

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Jede Information ist mit 0 und 1 digital darstellbar. Das ist das Wesen der digitalen Schreibweise. Ich kann mir das nur schwer vorstellen.

Bei einem Würfel, bei dem die Punkte und deren Relationen zueinander in Zeilen und Spalten von Nullen und Einsern dargestellt waren, habe ich das zum ersten Mal verstanden. Auch dass diese Schreibweise klar und einfach ist und zusätzlich noch die Information über Spiegelungen und Drehungen beinhaltet.

Alle anderen digitalen Schreibweisen durchschaue ich immer noch nicht. Manches kann ich nachvollziehen. Zum Beispiel, dass ein x-beliebiger Raster von 0 und 1 von 128 Zeilen und 128 Spalten 16.384 Bits an Information zur Beschreibung braucht. Die in einem ähnlichen Raster dargestellte √2 braucht aber nur 100 Bits. Weil sie mathematisch beschreibbar ist. Aber warum sie nur so wenige braucht – Ich habe keine Ahnung.

Oder Mandelbrotfraktale, Muster, die aus verschiedenen Ebenen ihrer selbst bestehen und die wie seltsame Kaleidoskope aussehen: Das ganze komplexe Muster digital zu erfassen benötigt weniger Information als einzelne kleine Fragmente daraus.

Mathematik ist etwas Wundersames und mir leider Undurchdringliches. Weiterlesen

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Ein Ausflug zu den Laghi Fusine

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  1. Laghi di Fusine. Mein Mann schlägt den Ausflug dorthin vor. Ich habe noch nie von den Seen gehört.
  2. Sie sind aber nur etwa 15 km vom Haus meiner Mutter entfernt.
  3. Ist ja nicht viel verloren, denke ich. Aber auch: Wenn es dort schön wäre, hätten wir wohl davon gehört.
  4. Zuerst fahren wir zu zum oberen See. Auf einem sehr großen Platz wird eine Bühne aufgebaut. Ein Plakat kündigt ein Konzert an. Unter anderem wird Gianna Nannini hier spielen. Wir wissen nicht, ob wir hier parken dürfen, und finden auch keinen richtigen Weg um den See. Deshalb fahren wir zum unteren See.
  5. Dort parken wir am Straßenrand. Einige Besucher haben das auch gemacht.
  6. Der See fließt in einen Wasserfall, der an ein kleines E-Werk angeschlossen ist. Zumindest glaube ich, dass es ein E-Werk ist.
  7. Der Ausfluss sieht aus wie eine Badewanne, die übergeht. Weiterlesen
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Muster

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Wenn ich ein Muster sehe, versuche ich immer, die Wiederholungsstelle zu suchen, und die Idee dahinter. Das klingt nach sinnloser Tätigkeit und ein bisschen einfältig auch.

Aber seit ich angefangen habe, Quilts zu nähen, sehe ich Muster ganz anders.

Beim Quiltnähen ist es wichtig, möglichst viele gerade Linien zu haben. Und das mit verschieden großen Dreiecken, Vierecken und Rauten. Und tatsächlich, kann man, wenn man das Muster versteht (oder der Anleitung folgt, die das Muster erklärt), mit den selben Grundbausteinen zum Beispiel beim Muster Storm at Sea je nach Farbkombination Sterne, Wellen oder Kreise mit geraden Linien erzeugen.

Und das obwohl die Einzelteile genau gleich zusammengenäht werden. Mich versetzt das in Staunen und ich frage mich, wie es denn möglich ist, dass das Auge so selbstverständlich scharfe Zacken und sanfte Wellen sehen kann, im genau gleichen Muster in verschiedenen Farben.

Es ist nur über die Wahrnehmung des Gesamtbilds unter Vernachlässigung der Einzelteile erklärbar. Ich frage mich, inwieweit das bei allen anderen Dingen, die ich ansehe, auch passiert, und inwieweit es wichtig wäre, auch die Details zu beachten und inwieweit die Lenkung der Aufmerksamkeit auf die Details die Gesamtwahrnehmung zerstören würde. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug ins Lesachtal

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Das Schönste vom Schönen sei das Lesachtal, hat die Tante gesagt. Und die Gail dort sei wie die Soča.

Das Lesachtal liegt zwar im hintersten Winkel von Kärnten, aber dieses Naturschauspiel können wir uns nicht entgehen lassen, denke ich, und packe die Kinder und meine Mutter ins Auto.

Die Fahrzeit, die das Navigationssystem anzeigt, ist nicht dramatisch, auch das Wetter wird halten, sagt die App. Denn wir verlassen uns auf die Elektronik. Und die Tante.

Das Leaschtal ist am Ende Kärntens, die Straße ins Tal ist eng und nicht sehr gut saniert. Meine Autoangst steigt, aber es geht noch.

Wir fahren nach Maria Luggau, weil das der Touristenort sein soll. Auf der Suche nach einem Parkplatz fahre ich aus dem Ort wieder hinaus, der Ort ist auch sehr klein. Und hat nur wenige Parklätze, lese ich später. Aber beim Zurückfahren finde ich doch einen.

Das Wetter ist nicht überzeugend, aber es ist trocken. Weiterlesen

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Fesselnd

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Vor einigen Jahren war ich in Bregenz im Theater und schaute mir die Geschichte vom Soldaten an.

Das Stück war eigentlich recht öd, aber auf einmal begannen die SchauspielerInnen mit aufgehängten Seilen zu tanzen, sie auf ganz bestimmte Weise zu verknoten, sich selbst darin zu verstricken, Muster zu bilden.

Das ergab eine Harmonie, die ich interessant fand, die ich weniger an Makramee sondern eher mit Bondage assoziierte. An diesen Tanz erinnerte ich mich im Lauf der Jahre immer wieder und jetzt schaute ich noch einmal nach.

Eine Theraterkritik erwähnte die Fesseltechnik Shibari (oder Kinbaku) aus Japan. Seit dem 17. Jahrhundert wird diese Technik für erotische Spiele verwendet.

Ich stelle mir das sehr aufregend vor, wenn mich jemand in einem erotischen Tanz zu einem verschürten und verknoteten Kunstwerk macht. Dieses Vertrauen, das ich dafür haben muss, diese Erwartung, ob es denn funktioniert, dieses Gefühl, die Seile und die Knoten zu spüren. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug zu den drei Zinnen

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  1. Vom Kronplatz fahren wir zu den Drei Zinnen.
  2. Die Straße hinauf ist eine Mautstraße, die Parkmöglichkeiten oben sind in einem steilen Stück, aber zum Glück muss ich nicht fahren und für andere ist das ja kein Problem.
  3. Die Wolken hängen tief, sie umspielen die schroffen Zinnen.
  4. Ich habe Angst, die spitzen Steine könnten sie aufreißen und dann ergießt sich der Regen auf uns.
  5. Ja, ich weiß, Wolken funktionieren nicht so, aber den Gedanken finde ich schön und die Regengefahr ist tatsächlich da. Weiterlesen
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Punk und Loden

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Punk war für mich als Kind eine Sicherheitsnadel durchs Ohr. Oder durch die Backe.

Ich wuchs in einem bürgerlichen Haushalt in Salzburg auf, meine Mutter war die Haushälterin. Loden war dort das Erstrebenswerte. Punk der Feind. Aber nicht einmal aufgrund der politischen Aussagen, sondern hauptsächlich aufgrund des Aussehens.

Was gleich aussah – Loden, Perlenketten, Faltenröcke, Federhüte, (eher grenzwertig, nur wenn der gängigen Mode entsprechend) – wurde akzeptiert. Was anders aussah wurde als anstoßend und minderwertig empfunden.

Die Menschen, bei denen wir lebten, gehörten der Gesellschaft an, sie waren das, was man heute als „Opinion Leader“ bezeichnet. Ich dachte damals, sie gehörten zu einer intellektuellen Elite und jeder Punk sei dumm. Ich verstand nicht, wie oberflächlich diese Menschen waren und wie wenig sie in manchen Bereichen verstanden.

Ich musste vieles erst lernen, als ich von zu Hause auszog. Weiterlesen

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