Kunst und Industrie

Die Von Kottwitz Industry Collection ist nicht Schmuck im herkömmlichen, biederen Sinn, sondern ein Statement. Die Kollektion besteht aus Kaskaden von goldfarbenen Schraubenmuttern, Armbandketten aus Kupferkondensatoren mit eingestreuten Strasssteinen, Ohrringen, bei denen die Schraubenmuttern von Ketten und Karabinern fixiert sind.

Die industrielle Ästhetik erinnert an Werkshallen aus vergangener Zeit, in denen noch Menschen von Hand die Werkstücke gefertigt haben. Gleichzeitig symbolisiert sie Stärke und Geradlinigkeit, ohne auf die künstlerische Konzeption zu verzichten.

Die Von Kottwitz Stücke werden von Nina Stotler von Hand im Studio in Brooklyn gefertigt. Neben ihrer Tätigkeit als Schmuckdesignerin arbeitet sie auch als Journalistin. Diese Frau scheint sich nicht in ein vorgefertigtes Kästchen zwängen zu lassen. Das spiegelt sich in den von ihr geschaffenen Ketten, Armbändern und Ohrringen wider.

Der Schmuck wird von Frauen getragen, die sich nicht mit dem mädchenhaft Verspielten anfreunden können, sich aber trotzdem schmücken wollen. Die Kunst ist wichtig bei diesem Schmuck und die Aussage, die er über sich selbst und über die Trägerin trifft. Die Negierung der gängigen Klischees des Frauenbilds ist eine davon.

Mir persönlich bedeutet dieser Schmuck viel, weil ich vor einigen Jahren einen Job hatte, bei dem die Wartung von Bioreaktoren zu meinen Aufgaben zählte. Dort bin ich mit einem Werkzeugköfferchen zu den Kunden gereist. Die Schraubenmuttern erinnern mich an diese Zeit, als ich in der Industrie technisch tätig war und mich noch nicht schreibend und malend inmitten einer Kinderschar versucht habe.

   

 Der Schuck kann angesehen und gekauft werden bei http://www.vonkottwitz.com/

Das ist das gewünschte Bild von NicoleLee (siehe Kommentare).

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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107 Antworten zu Kunst und Industrie

  1. Elke schreibt:

    Der Schmuck ist wunderschön! Wie schwer sind die Kette und die Ohrringe?

  2. Clara schreibt:

    „…weil ich vor einigen Jahren einen Job hatte, bei dem die Wartung von Bioreaktoren zu meinen Aufgaben zählte.“

    Cool, erzähle uns davon!

  3. Clara schreibt:

    Ich finde es sagenhaft, wie du es schaffst, an so außergewöhnlichen Schmuck aus der ganzen Welt zu kommen. Deine Schmuckkolumne enthält unglaublich tolle Anregungen. (Ich werde diese Anregungen für du weisst schon was zu nutzen wissen.)

  4. L. schreibt:

    Eine gute Erinnerung, dass ich neben dem anderen Schmuck, mit dem ich mich in letzter Zeit beschäftigt habe, auch Ohrringe und Ketten nicht vergessen darf.

    Ist der Schmuck sehr schwer?

  5. JoM schreibt:

    Das Tolle an diesem Schmuck ist, dass es ihm an jeder Niedlichkeit fehlt. Wer sowas trägt, legt keinen Wert darauf, hübsch und nett zu sein, sondern signalisiert der Öffentlichkeit, dass sie selbstbewusst und selbstbestimmt entscheidet, was sie vertritt und wofür sie steht. Schmuck für jemanden, der sich nicht dafür schämt, intelligent und vielschichtig zu sein. Unbeschreiblich stark und schön.

  6. Eleonore Lettner schreibt:

    Kompliment Karin, Sie tragen starken Schmuck fuer starke Frauen.

  7. Elisabeth H. schreibt:

    Die Schmuckkollektion ist fantastisch. Was man mit dieser Grundidee noch für weiteren tollen Schmuck machen könnte.

  8. Neuperlach schreibt:

    Ich finde, das ist Kunst und sehr ästhetisch! Nur ein verwandtes Thema, aber in meiner Umgebung wurden als „ständige Kunstausstellung“ alte Industriemaschinen in die Landschaft gepflanzt. Hier waren die Reaktionen meist negative, keine Kunst sei das, hieß es. Ich finde, dass auch das Kunst ist. Gerade, wie kontrovers diese Ausstellung diskutiert wurde, zeigt doch, dass die künstlerische Wirkung – wenngleich sie teilweise provokativ war – erzielt wurde. Kunst muss ja nicht immer gefallen, die Provokation ist auch eine legitime Intention der Kunst. Aber mir gefällt’s sehr, das eine wie das andere!

  9. Peter schreibt:

    Ich finde die Schmuckkollektion auch sehr gelungen. Die Industrial-Ästhetik feiert klare, zweckmaessige Formen und ist ihrer kalten Schlichtheit ein schoenes Gegenwicht gegen die schwüle Verspieltheit und niedliche Kindhaftigkeit des Herzchen- und Pferdchenschmuckes. Sehr sehr schön!

  10. Roberta schreibt:

    Da wird man ja zum Heavy Metal Fan. Wie schwer ist nicht zu schwer?

  11. Roberta schreibt:

    Und hast du die anderen Schmuckstücke aus der Kollektion auch?

  12. Erika schreibt:

    Was für Materialien wurden verwendet?

  13. Alexa schreibt:

    Ja, wer diesen Schmuck trägt, ist wirklich kein Mädchen, sondern : Cool, Calm, Collected.

  14. Sonja M. schreibt:

    Super Schmuck! Sind die Schmuckstuecke massiv?

  15. Fr. Narzisse schreibt:

    Ist der Schmuck nickelhaltig?

  16. Ohrringfan schreibt:

    Gibt es auch Flesh Tunnel für gedehnte Ohrlöcher in Schraubenmutterform? Und ist der Schmuck aus Gold?

  17. Leoeins schreibt:

    Ich finde, gerade im Schmuckdesign wird viel zu stark auf Variationen des immer gleichen gesetzt. Jede Abweichung von der üblichen Norm (Verwendung von Gold, Silber mit mehr oder weniger edlen Farbsteinen, die Abwandlungen der immer gleichen verspielten Motive(Sterne, Monde, Herzchen, Kreuze)) ist geradezu verpönt. Das führt zu einer langweiligen Uniformität, die sich vom High-End- Markt (Faberge-Eier-Broschen und Riesenperlen) bis zum Low-End-Markt(versilberter Schmuck mit Glitzersteinchen) erstreckt und auch zu einer Uniformität innerhalb der diversen Alters- und Einkommensklassen führt. Verdeutlich wird diese Konservativität der Branche auch dadurch, dass sie den Lebensrealitäten mit ihrem Angebot immer 50 Jahre hinterherhinkt. Betritt man ein teures Schmuckgeschäft, würde man glauben, Broschen wären eines der gebräuchlichsten Schmuckstücke. Demgegenüber käme man nicht auf den Gedanke, wie ich irgendwo gelesen habe, ein Drittel der Frauen bis 45 gepierct sind.

    • Leoeins schreibt:

      Piercingschmuck ist nämlich in Schmuckgeschäften nicht vorzufinden. Wenn man also die der gesamten Branche inhärente Idiotie, die ein beträchtliches Marktsegment wie Piercingschmuck vollkommen ignoriert und auch sonst jede Abweichung von der seit Jahrzehnten überkommenen Norm verweigert, ansieht, ist es erfreulich, dass es wenigstens einige wenige Schmuckdesigner, wie hier gezeigt, gibt, die sich wage, Neuland zu betreten.

    • JoM schreibt:

      Elke, du hast grundsätzlich natürlich recht. Wenn die Nachfrage von sich aus groß genug wäre, würde langfristig nach den Grundregeln des Kapitalismus auch ein Angebot geschaffen. Das Problem ist nur, als Einzelne kann ich die Nachfrage nicht schaffen. Und eine progressiv denkendere Branche würde – gerade bei einem gesättigten Markt – auch selbst daran denken, durch Variationen des Angebots eine bisher nicht bestehende Nachfrage zu schaffen. Insofern ist die Analyse von Leoeins schon richtig.

      • Roberta schreibt:

        Zumal ja die Massen, wenn nichts derartiges angeboten wird, gar nicht wissen (können), was alles möglich wäre.

      • Ohrringfan schreibt:

        Alles richtig, aber hilft mir jetzt auch nicht, tolle Ohrringe für den Geburtstag meiner Freundin zu finden.

    • Elisabeth H. schreibt:

      Ja, ich bin und ich verwende.

  18. Ohrringfan schreibt:

    Ich habe ein Mail hingeschickt, danke.

  19. Erika schreibt:

    Wie lange kann man diesen Schmuck tragen bzw. wie oft wechselst du den Schmuck?

    • Karin Koller schreibt:

      Ich trage diesen Schmuck nur Abends oder wenn ich einen Tag frei habe und etwas besonderes unternehme. Weil die Ohrringe nicht besonders schwer sind und die Kette nicht unangenehm zu tragen, könnte man den Schmuck durchaus auch den ganzen Tag tragen. In der Nacht sind die Ohrringe wegen ihrer Länge nicht sehr praktisch, weil man sich im Schlaf leicht verhängt.

  20. Ohrringfan schreibt:

    Kennst du die Designerin selbst? Oder wie bist du auf sie gekommen?

  21. Fr. Narzisse schreibt:

    Aargh!!! Ich will doch nicht wie ein Eingeborener im Urwald aussehen!!

  22. Sonja M schreibt:

    Was sind Taper?

    • JoM schreibt:

      Das sind Stäbe, die kegelförmig spitz zulaufen. Du schiebst den Taper mit der Spitze ins Ohrloch und drückst ihn durch, bis das breite Ende im Ohrloch ist. Darauf setzt du den Schmuck und drückst ihn durch, und schon sind deine Ohrlöcher gedehnt.

  23. JoM schreibt:

    In jedem Piercingshop.

  24. NicoleLee schreibt:

    @SonjaM: ich habe die Ohren gedehnt. Das ist vollkommen unproblematisch. Wenn du gleich ziemlich große Loecher willst, würde ich zum Piercer gehen. Da kannst du gleich auf 8mm dehnen lassen.

  25. Sonja M schreibt:

    Wie groß sind deine Löcher? Und wie hast du gedehnt?

  26. NicoleLee schreibt:

    Meine Ohrlöcher sind 22mm groß. Und ich habe sie selbst in einem Zeitraum von zwei Jahren und in etwa 15 Schritten gedehnt.

  27. Sonja M schreibt:

    Wow, und wie hast du das gemacht?

  28. Sonja M schreibt:

    Das muss toll aussehen. Kannst du uns ein Foto zeigen?

  29. NicoleLee schreibt:

    Das kann nur Karin. Aber ich kann ihr, wenn sie das auch will, gerne ein Foto per Mail übermitteln, damit sie das in einen Kommentar einsetzen kann.

  30. Sonja M schreibt:

    Ja bitte, ich bin sehr gespannt.

  31. NicoleLee schreibt:

    Ich schicke gerne morgen Karin ein Foto.

  32. NicoleLee schreibt:

    Dafür brauche ich aber eine emailadresse, an die ich es senden kann.

    • Roberta schreibt:

      Das sieht toll aus. Was hat dich dazu bewegt, dir die Ohren zu dehnen?

      • NicoleLee schreibt:

        Das ist eine lange Geschichte, die den Rahmen eines Kommentars sprengen würde. Aber kurz in zwei Worten: erlebter Rassismus.

  33. Roberta schreibt:

    Ich fände deine Geschichte sehr interessant.

    • Susan schreibt:

      Ich bin auch sehr interessiert.

      • Sonja M schreibt:

        Wie oft wechselst du den Schmuck? Und was sind das für Ringe, die du durch den Tunnel trägst? Hattest du wegen der großen Ohrlöcher im Beruf oder Privat Probleme?

      • NicoleLee schreibt:

        Ich wechsle den Schmuck etwa einmal pro Woche. Die Ringe, die auf dem Foto zu sehen sind, sind massive Stahlringe mit einer Dicke von 4ga. Ich habe gerne, wenn was in den Tunneln baumelt. Und Probleme hatte ich eigentlich nicht, wenn man den einen oder anderen dummen Kommentar von Ignoranten außer Acht lässt.

  34. Lisa Mertens schreibt:

    Interessant. Wie halten die Ohrringe im Ohr? Trägst du immer solche Tunnel? Und wo bekommst du gerade für deine Lochgröße passenden Schmuck her?

  35. Alexa schreibt:

    @NicoleLee: dein Ohrloch sieht interessant aus. Hast du sonst noch Ohrlöcher oder nur diese Tunnel? Und willst du noch weiterdehnen?

  36. MicoleLee schreibt:

    @Lisa: der Tunnel besteht aus zwéi Teilen, die miteinander, nachdem man den Vorderteil durch das Loch eingeführt hat, verschraubt; ich trage manchmal anstelle der Tunnel auch Plugs; den Schmuck bestelle ich bei http://www.bodyjewelleryshop.com/ oder http://reigncustomdesign.com/jewelry/plugs/plugsBuddahLobes.html
    @Alexa: Ich möchte nicht mehr weiter dehnen, ich finde die Größe, so wie sie jetzt ist, optimal; ich habe noch einige wenige weitere Ohrpiercings: Tragus, Conch und ein Helix; die Fotos hier haben mich aber inspiriert, vielleicht lasse ich mir noch Löcher entlang des Ohrrandes machen.

  37. Sonja M schreibt:

    Bekommen wir auch ein Foto mit Plugs zu sehen? Der verlinkte Schmuck sieht ja aufregend aus.

  38. Lisa Mertens schreibt:

    Das würde mich auch sehr interessieren.

  39. Andreas Vogl schreibt:

    Hey, finde echt super was ihr hier macht !

  40. hans schreibt:

    „hab mal damit gearbeitet“ gefällt mir ! technik ist faszinierend – und grenzüberschreitend damit umgehen können zeigt freien geist ! – schon wieder: kompliment.

    lg – hans

    • hans schreibt:

      übrigens – wenn ichs mir genau anschau sind das keine „m-6er“ sondern „zoll-muttern“ – fallst einmal in verlegenheit kommst und eine brauchst, dass’d nichts verkehrtes nimmst ;-))

      faszinierend wunderschön anzusehn !

    • Karin Koller schreibt:

      Technik ist faszinierend. Ich habe auf der TU-Wien studiert. Es ist aber nicht wahr, dass Techniker generell einen freien Geist haben. Viele Studenten haben sich für nichts außer Technik interessiert. Wie in anderen Metiers auch fühlen sich viele Techniker nur in ihrem Fachgebiet wohl. Manche halten es für das einzig Relevante. Wie Du sagst, erzeugt immer nur die Grenzüberschreitung den freien Geist, unabhängig von der Grundausbildung.

      • hans schreibt:

        „und grenzüberschreitend damit umgehen können zeigt freien geist “ – das bezog ich auch eben auf das hier gezeigte beispiel !
        alle könnens sicher nicht …

  41. Pingback: Bergkristall | Karin Koller

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