Ringe

Als Frank und ich vier Jahre zusammen waren, kochte er eines Abends ein festliches Essen. Beim Nachtisch schaute er ganz ernst, sank vor mir auf die Knie und fragte, ob ich ihn heiraten würde. Dabei überreichte er mir einen Ring mit einem Smaragd und drei kleinen Brillanten. Mir traten die Tränen in die Augen, es war so märchenhaft und feierlich. Natürlich sagte ich sofort ja.

Uns war klar, dass wir nicht in nächster Zeit heiraten würden. Heiraten, so fanden wir, ist sinnvoll, wenn man Kinder hat, weil dann beide Partner rechtlich abgesichert sind. Vorher ist man wirtschaftlich unabhängig und braucht diese Absicherung nicht. Die Verlobung war aber das romantische Versprechen, das Leben miteinander zu verbringen.

Fünf Jahre später kam Anna zur Welt. Ich wollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht heiraten, wir hatten keine Eile. Als Anna zehn Monate alt war, wurde ich mit Lukas schwanger und zwei Jahre später mit Katharina. Mit kleinen Kindern zu heiraten erschien uns nicht besonders entspannend.

Zehn Jahre nachdem wir uns das Heiratsversprechen gegeben hatten, erneuerte Frank die Verlobung. Bei einem feierlichen Essen schenkte er mir einen Verlobungsring mit einem Brillanten. Danach begannen wir unsere Hochzeit ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Ein Jahr später heirateten wir in kleinstem Kreis. Wir fuhren mit der Familie für fünf Tage nach Kärnten in ein Kinderhotel. Dort spielten und plantschten und wanderten wir mit den Kindern. Am Donnerstag war unser Tag. Wir heirateten am Standesamt. Die Kinder waren weiß gekleidet und trugen kleine Blumengebinde. Ich trug ein braunes Hochzeitskleid, Frank einen beigen Anzug. Katharina war die Zeremonie nicht ganz geheuer, deshalb blieb sie sicherheitshalber auf meinem Schoß sitzen. Anna überreichte die Eheringe. Dann waren wir, wie man so kitschig sagt, Mann und Frau. Nach der Zeremonie fuhren wir mit einem Boot über den See. Der Himmel war überzogen mit schweren Regenwolken. Der See sah aus, wie von Gerhard Richter gemalt. Das erschien mir als gutes Omen, denn Postkartenwetter kann jeder haben.

  

In diesem Beitrag stelle ich die vier Ringe vor, die ich ständig trage. An der linken Hand trage ich seit vierzehn Jahren meinen Verlobungsring. Am Mittelfinger trage ich den Ring der Dall’Avo Gipsy Collection (http://www.dallavo.net/index_1.html ). Das Muster wird aus einem massiven Goldring herausgefräst. Deshalb wirkt der Ring trotz seiner beachtlichen Größe filigran.

Der zweite Verlobungsring ist ein goldener Spannring von Niessing (http://de.niessing.com/ ). Der Brillant ist in den Goldring eingespannt und scheint frei zu schweben. Dadurch kann sich das Licht gut brechen und der Stein funkelt besonders schön. Der Ring ist von der Seite gesehen fast noch schöner als von vorne.

Auch mein Ehering am Ringfinger der rechten Hand ist ein Spannring von Niessing. Der Ring ist breit und flach mit einer eckigen Kante. Bei meinem Ring sind neun kleine Brillanten in eine Spalte im Ring eingespannt. Franks Ring hat die gleiche Form, aber keine Brillanten.

Die eingespannten Brillanten symbolisieren für mich den Zusammenhalt, der notwendig ist für ein glückliches gemeinsames Leben.

   

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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8 Antworten zu Ringe

  1. Anna schreibt:

    Lucky girl!

  2. miriambrenner schreibt:

    Schöne Hände, schöne Ringe.

  3. Clara schreibt:

    Toller Schmuck. Ich finde gerade diese Niessing-Spannringe wunderbar. Und das mit den wiederholten Verlobungen ist eine sehr lohnende Idee.

  4. silbersternchen schreibt:

    Wow, hast du schmale Hände. Die Ringe sind sehr schön. Ich finde vor allem den Großen wunderbar.

  5. alicedelrosario schreibt:

    Fantastische Finger. singulärer Schmuck, großartiger Geschmack!

  6. OldMac schreibt:

    Schöne Ringe, Karin!

    Spielst Du auch gelegentlich mit dem Gedanken, Ringe an allen 10 Fingern gleichzeitig zu tragen und sie so genauso üppig zu schmücken wie Deine Ohren? Oder machst Du es sogar gelegentlich?
    Ich finde, es würde Deinen Ohrschmuck optisch noch unterstützen und prima zu Dir passen……. 🙂

    • Karin Koller schreibt:

      Danke. Nein, ich trage immer nur diese vier Ringe. Wenn ich einen neuen Ring bekomme, brauche ich relativ lange, bis ich mich daran gewöhnt habe. Außerdem haben gerade der Verlobungs- und der Ehering eine so große Bedeutung für mich, dass ich sie alleine auf meiner rechten Hand tragen möchte.

  7. Alexa schreibt:

    Euer Trainer ist aber auch arm. Ich meine, was kann man von einer Mannschaft erwarten, in der der lange Maierhofer, dessen größter Feind der Ball ist, eine ernsthafte Sturmoption ist?

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