Al-Kaida = The Wild Bunch?

Ein Gastbeitrag von Lara Oberlechner

 

Ich habe schon lange versucht, eine Erklärung dafür zu finden, weshalb Osama Bin Laden in der muslimischen Welt eine beträchtliche Anziehungskraft hatte. Diese reichte dafür aus, dass sich immer wieder junge Leute für seine Verbrecherbande rekrutieren ließen, die bereit waren, ihr Leben in einem – rational betrachtet aussichtslosen – Kampf für eine kriminelle Sache aufs Spiel zu setzen.

Der religiöse Faktor, der so oft thematisiert wurde, spielt sicher eine bedeutende Rolle. Er schien mir aber für sich betrachtet keine ausreichende Erklärung. Beim Terrorismus in der von Al-Kaida ausgeübten Form handelt es sich ja um ein relativ neues Phänomen. Es ist aufgetreten, ohne dass sich an den zur Rechtfertigung herangezogenen jahrhundertealten religiösen Prinzipien irgendetwas verändert hätte.

Mindestens ebenso wichtig mussten daher andere Ursachen sein. Auffällig war, dass die Popularität der Bande Bin Ladens in Gegenden, die unter der despotischen Herrschaft irgendwelcher westlich gestützter Potentaten besonders groß war. Ebenso fiel auf, dass Frauen keine wesentliche Rolle spielten.

Auf diesem Blog wurde vor einiger Zeit ein Artikel publiziert, in dem Barack Obama und seine Rolle bei der Erschießung Osama Bin Ladens mit einem der schönsten Western John Fords, The Man who shot Liberty Valance, assoziiert wurde. 

Dieser Artikel brachte mich auf den Gedanken, Sam Peckinpahs Meisterwerk The Wild Bunch wieder einmal anzusehen.

The Wild Bunch spielt in der Zeit der mexikanischen Revolution zu Beginn des 20. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte des alternden Banditen Pike Bishop (William Holden), der mit seiner Räuberbande widerwillig zur Erkenntnis gelangt, dass der technische Fortschritt und die modernen Entwicklungen Raubrittertum in der von ihm betriebenen Form verunmöglicht. Er will daher mit seiner Gang, solange es noch geht, gegen jede Vernunft einen letzten großen Coup wagen, der ihm, auch wenn er nicht gelingt, zumindest einen starken Abgang ermöglichen soll.

Bishop lehnt sich gegen den Fortschritt also nicht aus idealistischen Motiven auf, sondern nur, weil er seine privilegierte Position als feudaler Gangsterboss angegriffen sieht. Er und seine Kumpane reden zwar ständig von ihrem eigenen Ehrenkodex, kümmern sich aber nicht im geringsten darum, dass bei ihren Raubzügen Massen von Unbeteiligten ums Leben kommen. Ihre Handlungen verstoßen ständig gegen die hochtrabenden Maximen von Ehre, Treue und Solidarität, die sie im Munde führen. Wenn man ihre Handlungen von den Phrasen, die sie dreschen, entkleidet, ist der einzige Grund für ihre Revolte, dass sie mit der Komplexität der modernen Welt nicht zurecht kommen und befürchten, sie könnten in ihrem Lebensstil beeinträchtigt werden.

Als ihnen endgültig klar wird, dass sie sich mit ihrer Ganovenexistenz gegen den Fortschritt auf verlorenem Posten befinden, schließen sie eine Allianz mit einem vom deutschen Militärberater Mohr unterstützten grausamen Warlord, General Mapache, der sie kurzfristig als nützlich zur Verfolgung seiner eigenen Interessen erachtet. (Sie sollen für ihn einen Zug mit modernen amerikanischen Waffen überfallen, die er zur Unterdrückung seiner eigenen Gegner benötigt.)

Mapache merkt aber bald, dass Mitglieder von Bishops Bande eigene Ziele verfolgen und auch seine Gegner unterstützen. Er wendet sich daher gegen die Bande. Dies führt schlussendlich dazu, dass sich in einem apokalyptischen Showdown alle Beteiligten gegenseitig massakrieren.

Übrig bleiben Verwüstungen, über die aber bald frisches Gras wachsen wird.

Am Ende des Filmes erschienen mir die Parallelen der Filmhandlung zu den bekannten Fakten rund um Al-Kaida frappierend.

Die korrupten Potentaten in den muslimischen Ländern, in denen die Bin-Laden-Bande am tiefsten verankert war, die Musharrafs, Karzais, Fahds und Abdullahs, gleichen dem General Mapache. Mohr, der deutsche Militärberater Mapaches, spielt die Rolle, die der Westen in der Wahrnehmung von Bin Laden Anhängern gegenüber diesen muslimischen Tyrannen eingenommen hat.

Osama bin Laden wirkt wie Pike Bishop, der alternde Bandit, dem es um nichts anderes geht, als seinen von der Moderne angegriffenen kriminellen Lebensstil so lange wie möglich zu perpetuieren und der es schafft, gegenüber seinen teilweise jungen Bewunderern den Anschein einer Outlaw-Integrität zu vermitteln. Er verkündet, sich den Änderungen, die der Fortschritt mit sich bringt, und die viele nicht verstehen und von denen sie sich gefährdet sehen, mit seinem eigenen anachronistischen Ehrenkodex zu widersetzen. Und die Ungebildeten und Ahnungslosen, die sich vor der Zukunft fürchten, schließen sich ihm an, ohne zu merken, dass sie nur Bauern in seinem Schachspiel sind, die er nach Belieben opfert.

Mir erscheint plausibel, dass es sich bei den Anführern von Bin Ladens Bande ähnlich wie bei Bishops „Wild Bunch“ um eine Gruppe feudalistisch lebender potentieller Modernisierungsverlierer handelte, die Angst hatten, durch Reformen, die Durchsetzung der Menschenrechte (vor allem der Frauenrechte) und eine ökonomische Liberalisierung ihre privilegierten Feudalstellung zu verlieren.

 Sie haben es geschafft, für ihren aussichtslosen Kampf gegen den Fortschritt unterdrückte Ignoranten zu mobilisieren, indem sie ihnen einredeten, sie selbst seien heldenhafte Outlaws in einem selbstaufopfernden Krieg gegen fremde Einflüsse.

 Im Gegensatz zu Pike Bishop war aber Osama Bin Laden zu feige, am propagierten Shoot-Out, in den er so viele andere gejagt hat, selbst teilzunehmen. Er endete seine Existenz unheldenhaft und kampflos in seinem Versteck.

 Vielleicht bewirkt gerade dieses von der Filmhandlung abweichende unrühmliche Ende, dass es zu keiner Mythisierung dieses Mannes kommt, der nichts anderes war als ein Mörder und Bandit.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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40 Antworten zu Al-Kaida = The Wild Bunch?

  1. Clara schreibt:

    Guter Beitrag. Ich sehe das auch so. Der religiöse Wahnsinn ist sicher keine ausreichende Erklärung. Bin Laden hat es offenbar geschafft, irgendwelchen Jugendlichen die „Coolness“ eines bewaffneten Kampfes, bei dem sie sich als wichtig, rebellisch und revolutionär verstehen können, einzureden. Dieses Phänomen hat auch der RAF in den Siebzigerjahren grossen Zulauf bei eigentlich unpolitischen jungen Erwachsenen gebracht. Baader war, after all is said and done, auch nichts als ein Möchtegern-Clyde, der Ensslin als seine Bonnie behandelte. Und scheinbar gibt es diese rebels without a cause auch im arabischen Raum.

  2. miriambrenner schreibt:

    Schauderbar, zu was diese Männerphantasien führen.

  3. Hofnarr schreibt:

    Hallo zusammen. Lara, so trifft das nicht zu, wie Du das schilderst! Du kannst nicht wissen, ob es tatsächlich Osama Bin Laden war, der da in Pakistan getötet wurde. Osama Bin Laden starb an einem anderen Ort, rühmlicher, wird aber derzeit (noch) geheim gehalten. Er hatte keine kleinen Kinder oder jungen Ehefrauen mehr, weil er schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinen Leuten hatte. Er war seit Jahren schon schwerverletzt an der Hüfte und an den Nieren. Er ging deswegen am Stock und brauchte eine qallwöchentliche Dialyse! Da verliert man jede Lust an Sex! Fast aller seiner Söhne, die einstmals bereits im heiratsfähigen Alter waren, wurden in Afghanistan erschossen, die ebenso heiratsfähigen Töchter verheiratet (auch mit Taliban-Führern und sind deswegen heute Witwen)! Ich aber weiss, dass das Ende dieses Mannes ein anderes war! Auch die Gründe für Osama Bin Ladens Kampf waren andere: Ich empfehle Dir dazu jedenfalls die Angaben in Wikipedia über OBL zu lesen! Al Quaida ist heute fast gänzlich ausgelöscht, dies aber weil alle Führungsleute seitens westlicher Mächte aufgefunden, teilweise inhaftiert und bei der Inhaftierung oder durch Todesurteil, je nach Land und Gesetzeslage, getötet wurden. Aber die jungen Lehrlinge der Al Quaida bewunderten das präzise Vorgehen im Zusammenhang mit dem Anschlag vom 11.09.2001 eines hochintelligenten Osama Bin Laden, der durchaus ein hochgradig gekonnter Stratege und von Berufes wegen auch ein studierter Bau-Ingenieur innerhalb der Baufirma seiner Familie war, bevor er als weltweitgesuchter Terrorist tätig wurde. Er konnte sich demnach seinen Erfolg in der Terroristen-Szene durchaus vollumfänglich ausrechnen und zumindest anfänglich selber auch finanzieren, aber er litt an einem schweren Persönlichkeitstrauma bezüglich aller Obrigkeiten sowohl in seinem Elternhaus wie auch später seitens aller Regierungsobrigkeiten, welche durch schweres Mobbing durch seine 56 Halbgeschwister und ihrer Mütter ihm gegenüber zustande kam. Er war ein Sohn einer Sklavin, welche von seinem Vater geheiratet und später wieder geschieden und an einen Bediensteten weiterverkauft/weiterverheiratet wurde, natürlich inklusive ihrem Sohn Osama! Man müsste demnach Deine Geschichte etwas korrigieren, aber was soll’s?! Kein Verbrecher ist wie der andere, auch nicht wie einer in einer Film-Geschichte…

    • Ralf W. schreibt:

      Könnten Sie, wenn es nicht zu viel Umstände bereitet, Belege für Ihre Ansichten der Angelegenheit verlinken? Wikipedia ist – nunja, ich will Ihnen nicht zu nahetreten, sagen wir mal so – nicht immer der Weisheit letzter Schluß…

      • Hofnarr schreibt:

        Du hast recht, nicht alles steht in Wikipedia, vorallem nicht das Aktuellste, kann noch gar nicht! Wenn jemand was Genaueres wissen will, dann fragt an dieser Adresse nach, ob Osama Bin Laden in der Zeit Herbst 2009 bis Ende April 2011 in Den Haag, Niederlande im internationalen Gefängnis in Untersuchungshaft einsass und vor eben diesem untenstehenden Strafgerichtshof sich zu verantworten hatte und ob er per diesem Enddatum an die USA ausgeliefert wurde, weil er dies per eigener Unterschrift so wünschte, damit die Todesstrafe an ihm vollzogen werden könne!!! Wenn Ihr mir die Antwort übermitteln könnt, falls es eine gibt, dann kann ich Euch auch sagen, von wo ich das alles weiss! Ich warte vorerst auf die Antwort von der Regierung Pakistans, die eigentlich der ungerechtfertigten Terroranschläge der Taliban wegen ein prioritäres Interesse haben müsste, die Angelegenheit rund um OBL richtig zu stellen! Aber vielleicht lassen die sich erneut von der USA kaufen! Man wollte keine Terror-Anschläge auf europäischem Boden, logisch, darum schwiegen sie alle, die davon wussten! Seit so langer Zeit! Aber diverse Regierungen und Geheimdienste wussten längst schon davon und unterschlugen ganz bewusst das Kopfgeld für OBL!
        Hier Die Adresse:
        Internationaler Strafgerichtshof (ICC-CPI), Maanweg 14, 2516 AB Den Haag, Niederlande, e-mail pio@icc-cpi.int oder homepage http://www.icc-cpi.int
        Bin froh um jede Kontaktaufnahme in dieser Angelegenheit!

      • guardiolaisgod schreibt:

        Verstehe ich das richtig? Sie meinen, OBL sei in Den Haag 2 Jahre im Gefängnis gesessen, an die USA ausgeliefert worden und von denen hingerichtet worden? Könnten Sie uns informieren, worauf Sie diese – für Uneingeweihte doch etwas weit hergeholte – Theorie stützen? Und könnten Sie uns auch erklären, weshalb der Internationale Strafgerichtshof so etwas machen hätte sollen? Und woher Sie Ihre Informationen haben?

  4. L. schreibt:

    @Clara: danke für die Inspiration zur Geschichte. Du hast natürlich recht. Ich weiss nicht, ob das bewusst oder unterbewusst erfolgte, aber Bin Laden spielte sicher, wie viele Terrorpaten, mit dem Bedürfnis vieler junger Männer, zu revoltieren, und wenn du manchen solchen eine Knarre oder eine Bombe in die Hand drückst, dann spüren sie erstmals im Leben Macht, und offenbar reicht das sogar, ihnen den Selbstmord schmackhaft zu machen. Der Unterschied zwischen Baader und Bin Laden ist natürlich, dass Baader selbst ein solcher Rebell without a Cause war, der das Motto „Live fast die young“ umsetzen wollte, also einer, der die Knarre in die Hand nahm, um selbst Billy the Kid zu spielen. Bin Laden ist demgegenüber mehr der Bondschurke, der andere verwendet, um seine Vorstellung von der Apokalypse umzusetzen.Baader lebte also die Outlawmythen, während Bin Laden sie einsetzte, um andere gefügig zu machen. Das beide letztlich nur gemeine Kriminelle waren, eint sie.

  5. L. schreibt:

    @Hofnarr: danke für deinen Kommentar. Mein Ansatz war nicht, die mir gar nicht im Detail bekannten Fakten zu Bin Ladens Lebensgeschichte mit dem Hintergrund der Filmoutlaws zu vergleichen. Mir sind nur einige Parallelen zwischen Film und der Realität aufgefallen. Und der Hauptpunkt, den ich zur Diskussion stellen wollte, und der mir beim Betrachten des Filmes auffiel, ist der offenbar anziehende Mythos des fortschrittsfeindlichen Outlaws, der sogar die moderne Technik nützt, um gegen die Moderne zu kämpfen. Das was du beschreibst, nämlich die Faszination von jungen Männern für die präzise Ausführung der Anschläge, stützt ja diesen Denkansatz. Auch danach wäre der religiöse Faktor in unserer Wahrnehmung ja überbetont.

    Und natürlich ist es so, dass die Realität dem Film nicht entspricht, und es ein Leichtes ist, zwanzig Divergenzen zwischen der Realität und dem Film herauszuarbeiten. Entscheidend ist aber, dass mir dieser Film, wie dies Kunstwerke im besten Fall machen, einen für mich neuen Denkansatz geliefert hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger wollte ich zum Ausdruck bringen. Mir ist klar, dass ich keine Analyse Al-Kaidas, die für die Ewigkeit gültig ist, geliefert habe. Dafür sind andere zuständig, obwohl ich grossen Zweifel an der Richtigkeit der Expertisen vieler der üblichen Talking Heads aus Funk und Fernsehen habe.

    • Hofnarr schreibt:

      Nun ja, aber da gibt’s noch einen weiteren Unterschied. Osama Bin Laden diente anfänglich durchaus allen grossen Weltmnächten, auch den Amerikanern, bis sie ihn beschissen haben. Dann gab er all diesen Obrigkeiten aber Zunder und vertrieb sie im grossen Stil, indem er mit Hilfe der Taliban der eigentliche Aktivist und auch Geldgeber war, um die Russen entgültig aus Afghanistan rauszuwerfen und den Amies mit dem Anschlägen bewusst zu machen, dass er mit ein paar wenigen Männchen in der Lage war, auch diese ohne Weiteres vom Sockel zu werfen… Man hat ihn seitens Obrigkeiten jedenfalls beschissen und belogen (wie sie dies durchaus auch uns gegenüber tun, täusche Dich nicht!), immer wieder sehr massiv beschissen und belogen und noch sein Tod ist ein einziger Beschiss und eine einzige Lüge! Ja, wenn die Wahrheit in vollem Umfange herauskommt, gibt’s noch ein paar OBL-Anhänger und Terroranschläge mehr, aber diesmal auch in Europa und in den USA, darum fürchtet man sich, die Wahrheit im ganzen Umfange herauszugeben! Nur so viel: OBL war einverstanden mit seinem Tod durch die USA. Er hat dies mittels Unterschrift selbst bestätigt, obwohl er sich hätte dagegen wehren können… aber Einzelheiten dazu kommen erst später auf den Tisch… aber schon bald!

      • Ralf W. schreibt:

        Auch hier würden mich Belege interessieren, wenn es Sie nicht zu sehr kränkt.

  6. Erika schreibt:

    Interessanter Artikel. Hast du einen Nasenring? Oder gar zwei?

  7. susannepointner schreibt:

    Ich finde deine Assoziationen sehr interessant. Mir kommt aber Bin Laden in seinem Versteck auch mehr wie ein Blofeld als wie ein Cowboy vor.

  8. L. schreibt:

    @Erika: ich habe nur ein Nasenpiercing. Ich werde mir aber auf der anderen Seite auch eines zulegen.

  9. silbersternchen schreibt:

    Ich glaube, ich muss jetzt auch mehr Western ansehen, wenn die die Welt so gut erklären. 🙂

  10. Roberta schreibt:

    Die Attraktivität, die Waffen und Gewalt auf Männer ausübt, und zu welchen Handlungen sie die Faszination mit Waffen treibt, wäre Thema für ein ganzes Buch. Aber weshalb hat die Apokalypse so eine Anziehungskraft?

    • Hofnarr schreibt:

      @Roberta Mir fällt auf, dass es hier ausschliesslich Frauen gibt, die hier antworten, auch ich! Zur Frage, weshalb wohl Waffen und Gewalt eine derartige Attraktivität auf Männer ausüben, müssten demnach wohl auch einige Männer Stellung beziehen, um Sinnvolles darüber herausfinden zu können. Ich aber bin der Meinung, dass es durchaus viele Situationen im Leben gibt, wo Gewalt offenbar die einzige Alternative aus dem Elend ist, und zwar unbesehen, was dabei mit einem selber geschieht… Obwohl es natürlich bei jedem Problem durchaus sehr viele mögliche Lösungswege gäbe, wird durchaus sehr häufig der Weg über die Gewalt, natürlich auch mittels den entsprechenden Waffen, gewählt, vor allem dort, wo der Weg über das Gefühlsmässige, wie es vielleicht Frauen häufiger auch noch wählen, keinerlei Alternative darstellt, also in vielen Männerbereichen wie Politik, Weltgeschehen, Umgang mit Obrigkeiten und Behörden jeder Art, hartem Business und Recht/Unrechtthemen. Wenn nun also eine Religion/Erziehungsform aus dem Patriarchat kommend vorschreibt, dass der Mann nur solche Rollen im Leben innehat, ist die Attraktivität zu Waffen und Gewalt zu greifen, um Probleme damit lösen zu können, jedenfalls sehr gross. Aber es gibt auch Frauen, und ich verstehe sie sogar, die Gründe haben, bei Problemen zu Waffen und Gewalt in grossem Ausmasse, vor anderen Lösungsalternativen, zu greifen. Ich hoffe bloss, es gäbe in meinem Leben stets noch andere Wege zu beschreiten, und übe mich deshalb im Speziellen auch in der Kampf-Sportart Aikido, wie ich vordem auch Judo, Jiu Jitsu und Yoga trainierte, aber von Zeit zu Zeit zweifle ich wirklich ein bisschen, ob ich denn im Ernstfall nicht dennoch Gewalt im Sinne von Karate anwenden würde anstelle des Umleitens von Negativ-Energien des Gegenübers ins Leere oder des Umleitens von Negativ-Energien des Gegenübers in Positiv-Energien… Aikido, dies ist die hohe Schule des Nichtkämpfens, auch eine mögliche, gewaltfreie Kampfsportart! Gewalt wiederholt sich demnach über Generationen bis ins Unendliche, wenn wir nicht in der Lage sind, Gewalt in positivere Energien umzuwandeln. Wer aber ist das schon?! Es gibt deshalb auch gewalttätige Frauen, nicht nur gewalttätige Männer!

  11. L. schreibt:

    @Hofnarr: ich bin kein Kenner der Biographie Bin Ladens, sondern wollte nur einige Assoziationen zu einem Film loswerden. Wenn ich dich aber richtig verstehe, siehst du gekränkte Eitelkeit und Rache für einen empfundenen Verrat als Haupttriebfedern für das Handeln Bin Ladens. Das würde meine These von der Überbewertung des Religionsaspektes stützen.

    • Hofnarr schreibt:

      Ja, Du hast Recht! Die Religion war jedenfalls nicht die einzige Motivation, eine solche Aggression in solche gezielte Gewaltakte erfolgreich umzusetzen. Mag sein, dass der kleine, gequälte Osama anfänglich immer wieder hilflos von seiner gequälten Mutter und anderen nahestehenden Personen zum Tisch mit dem Koran hingeführt wurde, er solle in den Suren des Koran die Wahrheit finden, warum er derart brutal von seinen eigenen Halbgeschwistern in der eigenen Familie gequält wurde, ganz so, wie wir Christen wohl in vielen Fällen ähnlich gravierendes Leid einer Menschenseele mit Hilfe der Einkehr in die Bibel zu regeln versuchen, wenn wir völlig hilflos wissen, dass nichts sinnvolleres zu empfehlen ist, um das unendlich grosse Leid der entsprechenden Kinder-/Menschenseele tatsächlich zu beheben… nun ja, die gequälte Menschenseele Osama wuchs heran, mit dem Koran in der Hand, gab wohl nicht einmal vor sich selber zu, dass er in eben jenem Koran, ebenso wenig wie in der Bibel, Hilfe für seine geschundene Seele und die seiner missbrauchten Mutter fand, welche ja auch nicht erklären konnte, warum sie denn also eine Sklavin und nicht die Tochter einer normalen Saudi Araberin war, aber seine in grosser Hilflosigkeit geborene, verheerende Gewaltbereitschaft nahm dadurch immer weiter zu, immer wieder Stellen im Koran findend, die ihn zum Zurückschlagen gegen seine Widersacher berechtigen würden, vor allem wenn es sich um „Ungläubige“ handeln würde, bis nur noch realistische Pläne zur Umsetzung seiner angestauten Gewalt in allen Formen gegenüber jeglichen, verachtenswerten Obrigkeiten übrig blieben, seine tiefen Verletzungen und Wunden in ihm selber überdeckend, die ihn, dennoch menschlich verwundbar, wie jeder andere, schliesslich dennoch umbrachten, wenn er es denn schon nicht selber, wie jene Selbstmord-Jungs am Steuer von Attentats-Flugzeugen und mit dem Sprengstoff in der Hand, die seine jungen, unumstösslichen, hörigen Bewunderer waren, fertig brachte. Er hätte verstehen lernen sollen, nun eben ihm Koran gemäss der Religion seiner Eltern, verstehen, wie wir mit der Bibel in der Hand, aber in beiden Büchern, in beiden Religionen gibt es letztlich nichts zu verstehen, wenn das menschliche Leid, das man in seinem eigenen Leben erfährt, derart unermesslich ist, wie das brutale Mobbing von 56 Halbgeschwistern und deren besser gestellten Müttern eines einzigen gemeinsamen Vaters, der erst noch mit 10 Jahren aus dem Leben des gequälten Sohnes durch definitives Versterben für immer ohne Zurück verschwindet… Wie könnte eine Religion dieser Welt da Hilfe bieten?!
      Und, kommt noch dazu, sind sie nicht auch Gequälte, Gemobbte wie er, jene islamistischen Jünger von ihm, durchaus aus anderem Umfeld zwar, die sich ganz besonders als Selbstmord-Attentäter in diesem Djihad eignen und ebenfalls keine eigentliche Hilfe im Koran finden, ausser eben der Aussage, dass das Paradies nicht in diesem Leben zu finden sei, sondern erst nach dem Märtyrertod?! Dies, nun ja, könnte auch ein christlicher Sekten-Führer mit der Bibel in der Hand seinen Jüngern empfehlen und sie solcherart zum Selbstmord (oder gar Selbstmord-Attentat) führen (was ja auch schon geschehen ist), sind es doch immer wieder diejenigen, denen es am Dreckigsten geht, die Fragen über das Warum an einen allwissenden Gott, an jenen christlichen Gott oder eben auch jenen Allah der Moslem, stellen!

  12. Anna schreibt:

    @Hofnarr: ich verstehe nicht ganz, auf was du hinauswillst.
    @Roberta: so unverständlich es für uns sein mag, die Heroisierung von Gewalttätern hat eine lange Tradition, auch im westlichen Kulturkreis. Und wenn jungen Männern Gewalttäter von klein auf als Vorbilder präsentiert werden, wird es natürlich ungleich leichter, sie zu Gewalttaten zu verleiten.

    • Hofnarr schreibt:

      @Anna „…und wenn jungen Männern Gewalttäter von klein auf als Vorbilder Präsentiert werden, wird es natürlich ungleich leichter, sie zu Gewalttaten zu verleiten.“ schreibst Du, aber ist es nicht so, dass wir, Mütter oder Väter, die ersten sind, die dem Sohn oder der Tochter, links und rechts eins um die Ohren hauen, noch bevor wir denen irgendwelche Gewalttäter als Vorbilder vors Gesicht setzen?! Nun, wundert es dann, wenn die einstmals von den eigenen Eltern Geschlagenen, die man doch ehren soll (oder mindestens als die allerersten Vorbilder annimmt ohne Besseres zu wissen) irgendwann den nächst Schwächeren auch durchhauen, auch Leute, die man nicht mal kennt, sogar ganz ohne gewalttätige Vorbilder von aussen?! Gewaltlosigkeit ist nicht ganz einfach in der Realität zu leben… und Selbstmord ebenso wie Selbstmord-Attentate sind ebenso wie jede andere Form von Gewaltanwendung sind ebenso Flucht wie Alkoholismus oder der Weg in alle Formen anderer Drogen. Aber das Muster zu Gewaltanwendung kommt jedenfalls stets aus der frühen Erziehung, wer auch immer diese als Erster ausführte

  13. Anna schreibt:

    @Hofnarr: da hast du natürlich recht, die Vorbildwirkung der Eltern ist sicher ganz wichtig. Aber es ist trotzdem auffällig, dass Jungen und Männer anfälliger darauf erscheinen, Gewalt zu glorifizieren. Ich kenne keine Frauen, die Waffen verherrlichen etc, aber einige Männer, die ohne Waffe nicht sein wollen, Kriegsspiele betreiben etc. Das ist natürlich nur anekdotisch, aber mir scheint, nicht unrepräsentativ.

    • Hofnarr schreibt:

      Jungs und Männer stehen unter dem erzieherischen Druck, den starken Kerl heraus hängen zu müssen, weil diese Rollenverteilung häufig vorgegeben wird, wobei Gewalt (und Gewaltverherrlichung), das Männlich-Aggressive nur deren Schwäche und Unzulänglichkeit symbolisiert, während wir Mädels und Frauen das Mütterliche, Schwache, Demütige, das Weiblich-Empfangende heraus zu hängen haben. Aber die Gewalt auch unter jugendlichen Mädchen nimmt heute massiv zu und solche weiblichen Gewalttätigen tragen auch alle Art von Waffen mit sich herum, um ihre Stärke zu symbolisieren, traurig, aber wahr. Vermutlich kommt dann noch dazu, dass bei Arabisch-stämmigen, Moslems auch in Europa natürlich nur die Männer uneingeschränkt in die Oeffentlichkeit gelassen werden, sodass man deren Gewalt, vor allem in Gruppen, ganz auffällig sehen kann, während die Frauen der Familie unter sich zuhause bleiben und sich der Erziehung aller Kinder bis ins Jugendlichenalter wechselseitig zuwenden und deshalb meist nicht gewalttätig auffallen…

  14. Hofnarr schreibt:

    @Karin und @ L. und alle anderen Noch etwas, ganz zum Schluss: Ich finde Euren Blog durchaus ausserordentlich erfrischend, im Gegensatz zu gewissen anderen!!! Daumen hoch, Ihr Leute, zumindest seid Ihr alle aufgestellt, positiv denkend und zufrieden, oder?! Da läuft was… Das schätze ich…

  15. Hofnarr schreibt:

    @guardiolaisgod Jawoll, Du verstehst das durchaus richtig! Osama Bin Laden wurde in Deutschland vom BKA auf seinem Gang zu seiner Dialyse im Spital verhaftet… klammheimlich und leise! Weil er bereits seit Nov. 2008 unter falschem Namen in Deutschland war und seine Adresse in Deutschland und sein Urologe seit Herbst 2009 bekannt waren… Darum war die USA sicher, dass sie den Richtigen erschossen haben, aber sein Leichnam liegt noch im Pentagon eingefroren, nicht im Meer.

    • Hofnarr schreibt:

      Wenn ein international gesuchter, einzelner Schwerst-Straftäter in Deutschland vom BKA inhaftiert wird und kein Deutscher ist oder von deutschen Nato-Einheiten anderswo inhaftiert wird, weil er Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und ähnliches (nur gerade 3 verschiedene genau definierte Delikte!)gemacht hat, geht er neuerdings zwingend an den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, seit es diesen Gerichtshof überhaupt gibt (siehe Homepage derselben), weil die Europäischen Länder und andere sich deutlich von den USA und deren ungerechten Rechtssprechung absetzen wollten, die US-Bürger stets bevorzugen. Deutschland war eines der aktivsten Länder, damit dieser Straf-Gerichtshof überhaupt ins Leben gerufen wurde, darum sendet das BKA Straftäter wie OBL zu Recht dorthin, nirgendwohin sonst. Die USA schätzt diesen Straf-Gerichtshof absolut nicht! Aber sie wollten keine Machtkämpfe und Spiele von Erpressern jeder Art und von Terroristen schon während der Verfahren dulden, darum das grosse Schweigen anderer Regierungen, Politikern und Medien und die vielen Lügen seitens USA darüber! Man will keine Terror-Anschläge auf europäischem Boden und schon gar nicht in Den Haag… Darum… Ich kenne den Hinweisgeber persönlich…

  16. Leopold schreibt:

    Hofnarr, Sie verbreiten Hirngespinste! Es ist geradezu typisch für Verschwörungstheoretiker, sich auf „geheime Quellen“, die nicht preisgegeben werden können, zu stützen. Ihre Darstellung macht aber auch keinen Sinn. Weshalb hätte Deutschland einen gefangenen Topterroristen nicht, wie dies oft bei kleinen Fischen geschehen ist, formlos an die USA ausliefern sollen? Und weshalb hätte der IGH entgegen seinen Statuten gerade jetzt einen Gefangenen an die USA ausliefern sollen? Tut mir leid, aber das klingt alles nach Humbug.

    • Hofnarr schreibt:

      @leopold Wenn Du meinst! OBL war kein kleiner Fisch! Nie! Er war der höchstdotierte, kriminelle Verbrecher, der je von den USA gesucht wurde! Er wurde nicht vom IGH verurteilt, weil er dort nichts zu suchen hatte. Dort, wo er verurteilt wurde ist ein anderer Gerichtshof als das IGH, das UN-Tribunal und auch als dasjenige, wo Kriegsverbrechen von Ex-Yugoslawien bearbeitet werden, weil das alles Tribunale der UN sind. Ich gab hier die Adresse des richtigen Straf-Gerichtshofes ab, aber offenbar interessiert Dich das nicht! Macht aber nichts, wenn Ihr mir nicht glaubt, muss gar nicht sein. Tatsächlich, gehört eigentlich nicht in einen Blog ins Internet! Der Hinweisgeber muss schriftlich selber nachfragen, mittels Anwalt, so einfach ist das! Andere Unbeteiligte bekommen ohnehin vermutlich keine Antwort von Gerichten! Man hat mich gefragt, von wo ich das weiss… Ich hab’s gesagt, obwohl Ihr dies gar nicht wissen wolltet… Ja, man verbrennt sich die Finger damit, die Wahrheit zu sagen, dies jedenfalls. Besten Dank für die Aufmerksamkeit, ohnehin!

    • Hofnarr schreibt:

      @leopold Okay, wie ich sehen musste, hat man die hier von mir abgegebene Adresse des Internationalen Straf-Gerichtshofes in Den Haag offenbar wieder gelöscht: Aber es ist der Gerichtshof am Maanweg 174 in Den Haag mit der Homepage: http://www..icc-cpi.int

      • Hofnarr schreibt:

        Noch einmal falsch… Die Adresse ist viel weiter oben… Sorry!

      • Leopold schreibt:

        Aber ich verstehe immer noch nicht, was der Sinn einer solchen Aktion wäre. Und weshalb hat man ihn dann nicht einfach in den USA vor ein Gericht gestellt? Das wäre ja viel besser zu verkaufen gewesen als so eine Nacht- und Nebelaktion. Und weshalb hat man ihn gerade jetzt umgebracht, wenn man seit Jahren Zugriff auf ihn hatte? Und was war das ihn Pakistan, was uns gezeigt wurde?

      • Hofnarr schreibt:

        @Leopold Schau Dir mal die Homepage an von ICC. Dort wird das ganz genau umschrieben, warum man diesen Strafgerichtshof in Den Haag überhaupt entstehen liess erst gerade vor einigen, wenigen Jahren. Viele Länder haben jenen Straf-Gerichtshof mit unterzeichnet, aber die USA nicht, eben gerade weil sie nicht akzeptieren konnten, dass es nach internationaler Rechtssprechung, nicht nach USA-Rechtsideen gehen soll. Die USA will alles bezüglich Terror-Bekämpfung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit weltweit vertuschen, immer, auch rund um OBL, weil sie selber ihre Menschenrechtsverletzungen nicht vor der Welt zugeben wollen! Auch Guantanamo ist so ein unmenschliches, unbrechtmässiges Produkt derUSA. Niemand hat Einblick in jene Verfahrens-Akten und Rechtsverfahren werden seit vielen Jahren einfach nie abgehalten für die bereits mehr als 8 Jahre teilweise auch unschuldig inhaftierten Untersuchungshäftlinge im Zusammenhang mit Terror-Bekämpfung! Dies darf international so nicht weitergehen! Dies ist nicht rechtskonform! Es ist ein wirkliches Verbrechen der USA-Regierung! Mit der Bearbeitung vor ICC haben nun sämtliche europäischen und internationalen Geheimdienste und Regierungen bei Bedarf Zugang zu den exakten Angaben des Angeklagten und können damit auch die immer erneuten Lügen-Angaben der USA überprüfen und wenn nötig richtig stellen, wenn es in ihrem Interesse ist. OBL ist nicht nur in Amerika mit seiner Aktion vom 11.09.2001 straffällig geworden, gehörte damit nicht nur vor amerikanische Gerichte, schon gar nicht ausschliesslich vor amerikanische Militärgerichte (auch die anderen von Guantanamo nicht!). Er gehörte vor ein internationales Gericht, wo ausschliesslich internationales Recht im Zusammenhang mit schweren internationalen Delikten gegen die Menschlichkeit wie eben gerade beim ICC seitens einem internationalen Gerichtshof bearbeitet werden. Wenn ein international Gesuchter dort bearbeitet und verurteilt wird, können jene Länder, in welchen auch Verbrechen geschahen, zwar Herausgabe-Gesuche stellen, auch als Nebenkläger im Verfahren in Erscheinung treten, aber es gilt internationales Recht. In ihren Ländern können sie überdies parallel dazu mittels den Angaben der Akten Verfahren in Abwesenheit laufen lassen, aber es ist nicht sicher, dass jenen Ländern der Verurteilte schliesslich herausgegeben wird. Im Fall des OBL haben 2 Länder Herausgabe-Gesuche gestellt, nämlich USA und Saudi Arabien, weil OBL ein gebürtiger Saudi Araber war. Der im ICC rechtskräftig Verurteilte hat schliesslich die Höchststrafe Lebenslänglich als Urteil vom ICC als rechtskräftiges Urteil erhalten, was ja zu erwarten war, keine Frage und seitens der amerikanischen Regierung im Abwesenheits-Verfahren in den USA die Todesstrafe durch Erschiessen (Höchststrafe vor amerikanischem Recht). Keine Frage, ein Lebenslänglich geht vor Todesstrafe, wenn der Inhaftierte dies Urteil in jenem Land erhält, wo er gerade in Untersuchungshaft einsitzt. Vermutlich wäre auch in Saudi Arabien die Todesstrafe sein Urteil gewesen, aber dort hat man kein Verfahren in Abwesenheit angestrengt. OBL hätte sich mittels seinem Verteidiger gegen die Herausgabe seiner Person durch das ICC an die USA rechtskonform vor ICC wehren können und wäre somit weiterhin in Den Haag unter allwöchentlicher Dialyse in lebenslänglicher Einzelhaft verblieben. Hätte irgendjemand je erfahren, dass er dort einsitzt, hätten ganz ohne Zweifel unter diesen Umständen die gesamten, islamistischen Terroristen der Welt verschiedenste, schwere Terror-Aktivitäten in ganz Europa, aber auch direkt auf den ICC in Den Haag, Deutschland usw. vorgenommen, um ihn freipressen zu können! Darum schwieg man bis heute! OBL hat aber selber gewählt und rechtskonform mittels Unterschrift bestätigt, dass er mit der Herausgabe seiner Person an die USA einverstanden sei und damit das Todesurteil durch die USA an ihm vollzogen werden könne, um jene lebenslängliche, hochgefährliche Haft unter solch bemühenden Dialyse-Voraussetzungen zu verhindern. Was kann ein solchermassen schwerst Verwundeter mit kaputten Nieren noch als Terrorist auswirken, freigepresst, in irgendeinem Loch versteckt, wenn er dringend zum Ueberleben allwöchentlich Dialysen braucht, damit er nicht ohne diese Dialyse innerlich vergiftet innerhalb einiger Stunden verstirbt?! Dies wusste er! Darum war er unter falschem Namen und mit abrasiertem Bart in Deutschland in Behandlung! Dialysen sind nur und ausschliesslich in Spitälern vorzunehmen, wo solche Blut-Wasch-Anlagen überhaupt vorhanden sind. Dialysen sind mehrstündige Behandlungen, wo das gesamte Blut eines Menschen gewaschen wird. Ohne diese stirbt ein Nieren-Patient sofort! Man hätte ihm die Dialyse im Gefängnis einfach verweigern können und niemand hätte gemerkt, an was OBL wirklich gestorben wäre, aber das ICC bot ihm unbesehen seines Verbrechens gegen die Menschlichkeit jedenfalls während der ganzen Untersuchungs-Verfahrenszeit rechtskonform alle gesundheitlichen Behandlungen (auch die 1x wöchentliche Dialyse), wie dies für Inhaftierte jedenfalls international der Fall sein sollte! Damit aber konnten sie durch den Inhaftierten selbst wesentlich mehr Einzelheiten über alle Aktivitäten der Al Quaida und der Taliban erhalten, als wenn sie ihn sofort bei der Inhaftierung erschossen oder aber sterben lassen hätten. Diese Details werden wohl irgendwann offengelegt werden müssen, sofern ein internationaler Druck der Oeffentlichkeit erfolgt. Dies erfolgt aber nur, wenn einer der Benachteiligten (zb. die Regierung von Pakistan oder der Hinweisgeber oder die einstmals Hinterbliebenen von seinen Terror-Anschlägen davon wissen und dies beim ICC auch fordern! Wenn aber Pakistan seitens USA mit grossen Mengen Geld einmal mehr gekauft wird, schweigen die! Bleibt der Hinweisgeber, der wüsste, was geschah… Hätte der sein Kopfgeld, würde er auch schweigen, aber es würde dann jedenfalls auffallen, dass er viel Geld hat, deshalb wird das Kopfgeld heute seitens von der deutschen Regierung (Angela Merkel!!!) trotz Strafanzeige des Hinweisgebers gegen sie derzeit noch unterschlagen (das Strafanzeige-Verfahren gegen sie wird vorläufig mit Absicht verzögert), obwohl es längst von der USA nach Deutschland geflossen ist! Sonst aber schweigen alle Geheimdienste, die orientiert sind, um ja keine Terror-Anschläge der Al Quaida oder Taliban auf Europa, auf die USA und auf sich zu fokussieren. Die Lügen-Geschichte in Pakistan hätte Diskussionen um etwelche Gerichtsverfahren ausschliessen sollen und das OBL-Thema für immer beenden sollen! Man kann die Terror-Aktivitäten der weltweiten Islamisten im Anschluss an OBLs Tod in Afghanistan und Pakistan seitens USA besser bekämpfen als in Industrie-Staaten und dies vor allem mit schweren militärischen Waffen und zusätzlich weiteren unrechtmässigen Handlungen in Kombination mit viel Geld ohne dass man Rechenschaft ablegen muss. Das Rechtsverfahren vor ICC ist im April 2011 rechtskräftig abgeschlossen worden. Darum, Leopold! So ist das mit eben jenen Weltmächten, gegen die OBL einstmals kämpfte!!! Ganz ohne Zweifel: Der Top-Terrorist OBL wusste, warum und was er tat… Er war nie ein Möchte-Gern-Terrorist!!!

  17. Khadîjah schreibt:

    Ich denke man kann die Al-Qaida/Osama Bin-Ladin nicht losgelöst von der Saudi-Arabischen Geschichte und Kultur betrachten. Dabei spielen meiner Meinung nach vor allem 2 Dinge eine Rolle:

    – Die Wahhabistische Staatsdoktrin Saudi-Arabiens
    Durch die Verquickung des Hauses As-Saud mit den Wahhabiten des Najd und dadurch, dass die wahhabitische Interpretaion des Islam zur saudi-arabischen Staatsreligion wurde, wurde die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden (nicht nur Nichtmuslimen, sondern auch Muslimen, die den traditionellen Rechtssschulen folgen) in der Gesellschaft und der Erziehung an den staatlichen Schulen fest Verankert. Die Schriften von den „Gründern“ der wahhabitischen Richtung wie z.B. Muhammad Abd ul-Wahhab, Ibn Taimiyya lesen sich ebenso gruselig, intolerant, gewalttätig und menschenfeindlich, wie es die späteren Interpretationen von z.B. dem ehemaligen Großmufti Saudi Arabiens Abd ul-Aziz ibn Baz sind.
    Die Wahhabiten sehen sich als die einzig rechtgeleiteten, deren Aufgabe es ist ihren „wahren Islam“ in die Welt zu tragen. Wer sich ihrer Interpretation dabei nicht anschließt, gilt als „kafir“ („Bedecker der Wahrheit“) und nicht mehr dem Dar ul-Islam („Haus des Islam/der Unterwerfung“) angehörig und somit als vogelfrei.
    Die Wahhabitische Weltsicht teilt die Welt dabei streng in Dar ul-Islam und Dar ul-Harb („Haus des Krieges“) ein – Grautöne/Toleranz gibt es nicht

    – Der Jihad als bewaffneter Kampf ist Teil des Gründungsmythos von Saudi Arabien
    und somit keineswegs eine „neue Erfindung“. Der Gründung Saudi-Arabiens ging ein „Jihad“ der Verbündeten As-Saud/Wahhabiten voraus, die u.a. die „zu liberalen und unislamischen“ Osmanen im Hijaz bekriegten und diesen samt den heiligen Städten Mekka und Medina zu einer Provinz Saudi-Arabiens machte.
    Das zentrale Element der Geschichte Saudi Arabiens und des verehrten Gründers Saudi Arabiens, Abd ul-Aziz ibn Saud, ist der Jihad in dem von Diriyya über den Najd bis an den Hijaz die „wahre Religion“ zur Staatsdoktrin wurde.

    Vor diesem Hintergrund betrachtet ist’s eigentlich eher erstaunlich, dass aus der unheilvollen Allianz zwischen steinzeitislamischem Fanatismus (Wahhabiten) und macht- und geldgierigen Herrschern (As-Saud) nicht viel früher ein OBL hervor gegangen ist…

    • Karin Koller schreibt:

      Interessante Aspekte. Wie erklärst du die Faszination, die OBL offenbar auf junge, teilweise gebildete, Männer ausübte?

    • Hofnarr schreibt:

      @Khadijha Was Du da schreibst ist Top! Jörg Ziercke, der Präsident des BKA Deutschland, sagte einmal in einer Medienbefragung sinngemäss: „Man muss Kriminelle verstehen lernen, um Kriminalfälle zu begreifen und schliesslich auch sinnvoll zu bekämpfen oder sogar schon im Vorfeld verhindern zu können!“ Ja, vor dem Hintergrund Deiner Ausführungen ist es tatsächlich so, dass es erstaunlich ist, dass nicht viel früher schon ein ähnlich gestrickter OBL hervorgegangen ist oder aber wieder einmal ein ähnlicher entstehen könnte! Aber die arabischen Revolutionen lassen nun auch anderes erhoffen…

  18. Khadîjah schreibt:

    @Karin:
    Die Faszination in Saudi Arabien und anderen Teilen der muslimischen Welt?
    Nun ja, auch wenn’s mir als Muslima schwer fällt das zuzugeben, die Ideologie des OBL ist keineswegs seine Erfindung, sondern genau das, was in den staatlichen saudischen Schulen und in vielen Koranschulen weltweit gelehrt wird, genährt und finanziert von saudischen Petro-Dollars – wobei die Saudis damit offiziell natürlich nix zu tun haben …
    OBL steht mit seiner Meinung in der Tradition von wahhabitischen Gelehrten, mit dem kleinen Unterschied, dass er nicht nur geredet, sondern das geredete auch in die Tat umgesetzt hat. Wobei das auch schon andere vor ihm getan haben, er einfach nur die größte und medienwirksamste Aktion geliefert hat.
    In der Welt des wahhabitischen Islam, die leider dank der Petrodollars, saudi-finanzierter Moscheen und aus Mekka/Medina importierter Imame auch außerhalb Saudi-Arabiens immer größer und stärker wird, braucht’s da also keine speziellen Gründe für eine Faszination. OBL verkörpert genau das, was den jungen Menschen als Idealbild gelehrt wird.

    Die Faszination im Westen und auch bei zum Islam konvertierten?
    Ich denke die Pubertät ist generell eine Zeit der Abgrenzung und des Rebellierens, und womit kann man heute hier besser rebellieren als mit streng gelebtem Islam? Ich beobachte das vor allem bei Konvertiten, Frauen wie Männern, die … sorry, ich muss das jetzt so sagen, auch wenn’s nicht nett ist … scheinbar beim Eintritt in den Islam das Hirn an der Kassa abgegeben haben. Da gilt dann das Motto, je extremer, umso besser. Je rauer der Gegenwind aus der Umgebung, umso mehr kippen diese Jugendlichen in die Wahhabitische Ideologie – die auch bei uns leider das erste ist, was ein islaminteressierter Mensch so im Netz findet (Stichwort: Pierre Vogel und Konsorten) – wenn man mal dabei ist tun der Gruppendruck und der Wille zu Rebellieren ein übriges – und auch hier verkörpert OBL genau das, was von den „neuen Freunden“ und der „neuen wahren Religion“ als Idealbild vorgegeben wird.
    (Nix gegen pubertäre Rebellenphasen, kennen wir wohl alle. Ich wurde damals halt Gott sei Dank nicht Wahhabitin, sondern Punk … )

    Und dann gibt’s noch eine große Masse an Muslimen die sich scheuen, weil’s ja doch „Geschwister im Islam“ sind, öffentlich was gegen den sich rasant ausbreitenden Wahhabismus zu sagen …

    @Hofnarr:
    Ich würde mir v.a. von der Revolution in Ägypten nicht zu viel erhoffen. In Ägypten breitet sich gerade der Wahhabismus rasant aus. Eine ägyptische Freundin sagte letztens: „Bei uns breitet sich gerade ungefragt und von der Bevölkerung getragen eine Ideologie aus, die in anderen Ländern eine Religionspolizei braucht“ …

    • Khadîjah schreibt:

      Oh sorry, das sollte eigentlich als Antwort unter euren Beiträgen erscheinen.

      Und meinen Literaturtipp habe ich auch vergessen:
      „Inside the Kingdom“ von Robert Lacey

      Kurzbeschreibung: Saudi-Arabien ist ein Land der scheinbaren Widersprüche: auf der einen Seite ein reicher, industrialisierter Staat, den gesellschaftlichen Vorzügen der westlichen Welt geöffnet. Auf der anderen Seite die Macht des Glaubens, entstanden aus jahrtausendalter Tradition, die nicht immer mit den neuzeitlichen Entwicklungen konform geht. Die Vereinigung dieser beiden Ströme wird die Herausforderung der Saudis der Gegenwart sein – und ihr Scheitern oder Gelingen Resonanz in der ganzen Welt finden.

    • Karin Koller schreibt:

      Danke für die sehr interesanten Erläuterungen. Das Buch von Lacey werde ich mir besorgen.

      Das Problem, dass gerade Konvertierte zum Radikalismus neigen, beschränkt sich ja nicht auf den Islam oder Religionen überhaupt (siehe die vielen Exkommunisten, die dann zu Hardcore-Neocons geworden sind, die Linksradikalen, die zu Nazis wurden (Horst Mahler und Konsorten). Was ist aus deiner Sicht der sinnvollste politische Ansatz, um der Radikalisierung entgegenzutreten? Und wie sollte sich der Westen verhalten? Und ist die öffentliche Wahrnehmung, dass sich die Radikalisierung im wesentlichen auf Männer beschränkt, richtig?

      • Khadîjah schreibt:

        Hallo Karin,
        Ich denke, dass die öffentliche Wahrnehmung falsch ist – Frauen lassen sich genauso radikalisieren, werden wohl aber nicht in dem selben Maße zu Attentätern wie Männer, da die Ideologie, der sie folgen, Frauen im Wesentlichen an zu Hause bindet – Reisen ohne Mahram („männlichen Vormund“) und sogar das Haus zu verlassen ohne die Einwilligung ihres Mahram für Frauen verboten ist.
        In den einschlägigen Foren tummeln sich auf jeden Fall sowohl Männer als auch Frauen und die Frauen stehen den Männern in Radialität und Glorifizierung der Jihadisten um nichts nach.
        Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Männer sogar vieles lockerer sehen, und diejenigen die den Muslimas das Leben schwer machen im wesentlichen die übertrieben strengen oder radikalisierten Musliminnen sind, die sofort die verbale Haram-(„verboten“)-Keule schwingen.
        Wie man dem entgegentreten kann? Schwierig, ehrlich gesagt weiß ich auch kein Patentrezept. Das einzige, was mir einfällt, wäre ein staatlich gesteuerter und überprüfter Religionsunterricht sowhl an den Schulen als auch in den Moscheen sowie eine staatlich überwachte Ausbildung für Imame hierzulande. Aber wirklich bringen wird das auch nichts.
        Ein guter Anfang Setiens der Politik wäre auf jeden Fall nicht den Kopf in den Sand zu stecken und die Probleme, die sich aus der Radikalisierung ergeben, zu leugnen und schönzureden.
        Ansonsten löst sich das Problem vllt. wenn den Saudis das Öl und somit das Geld ausgeht, denn das regiert ja immer noch die Welt … und finanziert die Ausbreitung der salafi/wahhabi-Ideologie.
        Lg, Khadîjah

      • Karin Koller schreibt:

        Liebe Khadîjah, vielen Dank für dein Erläuterungen. Solche staatlichen Kontrollen und Lehrerausbildungen würden von der Politik ein Mindestmaß an intellektueller Auseinandersetzung und Differenzierung erfordern. Ich habe das Gefühl, sehr viele Politiker sind dazu nicht nur nicht bereit, sondern nehmen ein Fortschreiten der Radikalisierung sogar bewußt in Kauf, weil diese ihnen ermöglicht, mehr oder weniger alle Probleme auf die „Ausländer“, die „Moslems“ etc. zu schieben. Und ein Sündenbock ist immer praktisch.

  19. Khadîjah schreibt:

    Hallo Karin,
    Ja, da bin ich ganz deiner Meinung.
    Lg, Khadîjah

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