Arbeit

“All life we work, but work is a bore, if life’s for living, what’s living for”, singen die Kinks im Song Oklahama U.S.A.

Arbeit ist nicht nur für den Selbsterhalt wichtig, sondern auch für das Selbstwertgefühl. Dennoch bin ich der Meinung, dass gerade bei sehr gut ausgebildeten Menschen die Arbeit eine stark überbewertete Rolle spielt.

Nach der Universität träumt man von der großen Karriere. Junge Menschen gehen mit Enthusiasmus an den ersten Job heran. Nicht selten lassen sie sich von der Arbeit vereinnahmen und von ihrem Chef ausbeuten. Der Achtstundentag ist für Schwächlinge, meinen sie, und machen täglich mehrere Überstunden. Oft schaffen sie sich künstlich Beschäftigung, um diese langen Arbeitszeiten einzuhalten. Sie denken, kurze Anwesenheitszeiten sind ein Indikator für Entbehrlichkeit und mangelnde Wichtigkeit.

In meinem ersten Job bekam ich eine Stempelkarte. Auch mein direkter Vorgesetzter hatte eine. Er empfand es als Schmach und Demütigung, sich wie ein gemeiner Arbeiter für seine Arbeitszeiten rechtfertigen zu müssen. Für mich bedeutete die Karte ein Stück Freiheit, weil ich aufgrund der Überstunden einen Tag im Monat freinehmen konnte. Er aber verzichtete bei der nächsten Beförderung auf eine Gehaltserhöhung, als er dafür die Stechkarte abgeben konnte.

Er nahm sich und seine Position zu wichtig, für ihn zählte nur die Karriere. Das Prestige war ihm wichtiger, als eine interessante Tätigkeit auszuführen. Mit Stechkarte kam er sich ersetzbar vor. Dabei vergaß er, dass jeder Mensch in seinem Beruf ersetzbar ist.

So viele Leute plagen sich bis in die Abendstunden mit ihren unbedeutenden Jobs und reden sich ein, was für eine bedeutende Karriere sie noch machen werden. Dabei sind sie unglücklich. Sie werden neidisch auf Kollegen, von denen sie meinen, sie hätten den Aufstieg nicht verdient. Sie glauben, ihr Potenzial werde von ihren Vorgesetzten nicht genutzt. Um ihre Wichtigkeit zu demonstrieren, behandeln sie ihre Untergebenen wie Untermenschen.

Abends gehen sie nicht nach Hause, um einen freudvollen Feierabend zu erleben. Sie betreiben Networking unter ihresgleichen. Dort plustern sie sich auf und betonen ihre Wichtigkeit, als ob sie sich selbst damit bestärken wollten.

Arbeit soll den Lebensunterhalt ermöglichen und im besten Fall Freude machen oder erfüllend sein. Sie soll nicht das definierende Kriterium für einen Menschen sein. Man darf nicht aus den Augen verlieren, dass man arbeitet, um sich sein Leben nach den eigenen Vorstellungen einrichten zu können.

Wenn man menschenwürdige Arbeitszeiten einhält, bedeutet das nicht, dass man ein Versager ist, sondern dass man die Chance hat, ein Hobby auszuüben oder Zeit mit der Familie zu verbringen. Wenn man das Geld hat, sich seine Wünsche zu erfüllen, sollte man das genießen und nicht einen anstrengenderen Job herbeisehnen, weil man glaubt, dies dem eigenen Ego schuldig zu sein.

Dieses Sehnen und Neiden, dieses Sich-Nichts-Gönnen und das gleichzeitige Aufblasen der eigenen Wichtigkeit führen dazu, dass die Menschen vergessen, warum sie überhaupt leben. Unglücklich verausgaben sie sich tagein tagaus nicht nur in der Tretmühle ihrer Tätigkeit, sondern auch im Hamsterlaufrad ihrer Gedanken. Deshalb brauchen sie für ihre Arbeit länger als nötig und müssen noch mehr Überstunden machen und haben noch weniger Zeit für anderes.

Hält man aber inne und nimmt sich selbst und den Job nicht so wichtig – und das bedeutet nicht, ihn nicht gut zu machen – dann hat man Zeit für Erholung und Kreativität in der Freizeit. Dann kann man seine Arbeit mit erfrischtem Geist schneller erledigen und hat deshalb mehr Freizeit.

Bei der Arbeit ist man mit einem Fingerschnips jederzeit ersetzbar, in der Freizeit aber nicht, das sollte man niemals vergessen.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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37 Antworten zu Arbeit

  1. Clara Moosmann schreibt:

    Eine schöne Fortsetzung des gestern begonnenen Themas. Wir müssen uns davon lösen, dass, was wir tun, von anderen beeinflussen zu lassen.. Und das bedeutet, das Outfit nicht nach den präsumtiven Erwartungen anderer zu richten, und auch nicht die Wertung des eigenen Lebens einer von außen aufoktroierten Definition zu unterwerfen.

  2. JoM schreibt:

    Um Voltaire´s Pangloss zu paraphrasieren, das Ziel muß sein, in der besten aller möglichen Welten zu leben. Das bedeutet, dass jeder versuchen muß, unter Berücksichtigung der ökonomischen, persönlichen, sozialen und familiären Gegebenheiten die Lebensweise zu finden, die für ihn die beste unter den gegebenen Umständen mögliche ist. Das erfordert eine Bewertung all dieser Umstände und dann eine Abwägung dort, wo sich verschiedene Präferenzen in die Quere kommen. Und diese Abwägung ist nur dann sinnvoll möglich, wenn nicht zwei Kriterien, nämlich den ökonomischen Umständen und dem persönlichen Wunsch auf „Karriere“, eine viel größere Bedeutung zugemessen wird, als allen anderen. Diejenigen, die sich durch Druck von außen oder eine verinnerlichte Erwartungshaltung dazu zwingen lassen, die „Karriere“ überzubewerten, werden letztendlich immer eine falsche Lebensweise wählen. Ihr Unglück ist vorprogrammiert. Ohne Beruf, Karriere oder Arbeit in ihrer Bedeutung kleinzureden, ist doch jeder, der sich nur oder hauptsächlich darüber definiert, zu bemitleiden. Wenn so jemand im Beruf subjektiv scheitert, was bleibt ihm dann noch?

  3. Elke Lahartinger schreibt:

    „Dieses Sehnen und Neiden, dieses Sich-Nichts-Gönnen und das gleichzeitige Aufblasen der eigenen Wichtigkeit führen dazu, dass die Menschen vergessen, warum sie überhaupt leben. Unglücklich verausgaben sie sich tagein tagaus nicht nur in der Tretmühle ihrer Tätigkeit, sondern auch im Hamsterlaufrad ihrer Gedanken. “

    Du hast vollkommen recht. Ich glaube auch, der Grund dafür, das Leute es so wichtig nehmen, dass sie einen bestimmten Status, der fast immer über beruflichen Erfolg und Geld definiert wird, erreichen, ist Unsicherheit, ja geradezu ein Minderwertigkeitskomplex. Und dessen Kehrseite ist der ebenfalls beschriebene Neid auf jene, denen es „unverdientermaßen“ gut oder sogar besser geht, und sogar auf jene, denen es zwar objektiv schlechter, aber subjektiv immer noch zu gut geht. Es ist doch absurd, den eigenen Erfolg im Leben nicht absolut, sondern relativ zu anderen zu bewerten. Und Neid und Unsicherheit sind Hauptfaktoren für so eine bescheuerte Relativierung der eigenen Existenz.

    Ich finde, obwohl ich momentan keine Karriere im klassischen Sinn habe, sondern mich um meine Kinder kümmere und glücklicherweise nicht gezwungen bin, irgendeiner Erwerbsarbeit nachzugehen, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren, mein Leben gelungener als zu der Zeit, als ich noch eine „Karriere“ hatte.

    • Elke Lahartinger schreibt:

      Und ich komme mehr zum Denken, was ein erfolgreiches Leben ausmacht. Hier ein Lesetipp: http://www.nybooks.com/articles/archives/2011/feb/10/what-good-life/

      • Karin Koller schreibt:

        Danke für den tollen Link.
        Mir sind diese Sätz besonders aufgefallen:
        That is why living responsibly is a continuing project and never a completed task. But the wider the network of ideas we can explore, the further we can push that project.
        Denken, was ein erfolgeiches Leben ausmacht, ist – wie Du sagst – essenziell für das Erreichen des guten Lebens und ein ständiger Lernprozess. Aus jeder Idee, mit der man konfrontiert wird, kann man etwas für sich selbst schöpfen (entweder die Einsicht, dass die Idee einen weiterbringt oder dass sie Mist ist).

        We should live our lives, the Romantics said, as a work of art.
        Dieser Satz wird zwar im Text relativiert, er ist aber so schön, dass man das wenigstens versuchen soll.

        The final value of our lives is adverbial, not adjectival—a matter of how we actually lived, not of a label applied to the final result.
        Und der Weg ist das Ziel. Viel zu viele Menschen sind heute rein zielorientiert. Das führt, um bei meinem ursprünglichen Thema zu bleiben, in der Arbeitswelt zu vorschnellen Handlungen, die in die Erfolglosigkeit (entweder die persönliche oder die berufliche oder beide) führen.

        Über den Rest muss ich noch mehr nachdenken.
        Welche Schlüsse hast Du aus dem Text gezogen?

      • Elke Lahartinger schreibt:

        Ganz kurz zusammengefasst ist die wichtigste Schlußfolgerung, das Motto eines Fußballverein, das du mal bei irgendeiner Geschichte zitiert hast: to dare is to do.

      • Karin Koller schreibt:

        Come on you Spurs!

  4. lisamertens schreibt:

    Schöner Artikel. Ich finde, wer seine Arbeit aus Überzeugung so furchtbar wichtig nimmt, kann nicht gerade viele Interessen haben und ist deshalb arm. Und die Leute, die du im Artikel beschreibst, die der Arbeit so einen hohen Stellenwert einräumen, weil sie damit einen bestimmten Status erreichen wollen, sind noch ärmer, weil sie ihr Handeln und damit ihr Leben ausschließlich fremdbestimmen lassen, weil sie es ja vollkommen von den Erwartungen, die andere an sie stellen, abhängig machen.

    Insofern haben wir kindererziehende Hausfrauen es ja noch gut getroffen, weil wir zumindest durch die Kinder ein Korrektiv haben, das uns immer wieder zeigt, was wirklich wichtig im Leben ist. Ich muß aber zugestehen, auch die Einsicht, dass ich mich in einer privilegierten Lage befinde hindert mich nicht, regelmäßig mein Los zuu bejammern. Aber das gehört ja irgendwie auch zum Glück.

  5. katharinapleberger schreibt:

    Gut beschrieben. Arbeit und Karriere sind nicht für sich wichtig, sondern nur für das, was sie uns ermöglichen. Ich kann dieses Karrieregefasel schon lange nicht mehr ertragen, weil es die Lebensrealität der meisten Menschen vollkommen ignoriert. Was soll eine Supermarktkassierin davon halten, wenn ihr was von Selbstverwirklichung durch den Beruf vorgeplappert wird?

    • Karin Koller schreibt:

      Selbstverwirklichung nur über die Arbeit und ohne Freizeitbeschäftigung ist in jedem Fall schlecht, auch wenn man einen interessanten Job hat. Menschen in eintönigen Jobs etwas von Selbstverwirklichung vorzufaseln ist in der Tat geradezu absurd. Und doch wird es immer wieder versucht, um die Ausbeutung zu rechtfertigen und eine Corporate Identity zu schaffen.

  6. Bahiana schreibt:

    ..vergleichen zerstört.
    Ohne Vergleich zu leben, heisst Integrität zu leben.
    Krishmurti

    • Karin Koller schreibt:

      Ich glaube, dass es darauf ankommt, was man mit dem Vergleich bezweckt. Wird der Vergleich zum Kultivieren von Neid genutzt, stimme ich Dir voll zu, dann zerstört er das eigene Leben und führt zu Selbstzweifeln. Wird er aber zur Relativierung des eigenen Selbst auf eine positive Art und Weise genutzt, dann ist er wichtig und gut und schützt vor Selbstverherrlichung.

      • Bahiana schreibt:

        Was wäre denn ein positiver Vergleich, wo nicht entweder man selber oder der andere schlecht aussteigt?

      • Clara Moosmann schreibt:

        @Bahiana: Wenn ich Trompete spiele und mich mit jemandem vergleiche, der besser als ich Trompete spielt, kann das für mich ein Ansporn sein, mehr zu üben und auch besser zu werden. Damit setze ich niemanden herab, auch nicht mich selber.

      • lisamertens schreibt:

        Ich finde, der Vergleich ist schon wichtig, weil, wie du sagst, Karin, ohne Vergleich die Gefahr besteht, dass man nur selbstzufrieden im eigenen Süppchen kocht. Und das kann ja auch nicht das Ziel sein.

      • Bahiana schreibt:

        Ich finde, es spricht nichts dagegen, mit sich selber zufrieden zu sein. Ob das, womit man zufrieden ist, auch in den Augen anderer gut ist, unterliegt wieder dem Urteil dieser anderen, von dem wir uns ja eigentlich unabhängig machen wollen.
        Das Argument mit der Trompete kann ich zu einem gewissen Grad akzeptieren, aber nur soweit, als es darum geht, ein gewisses anerkanntes Niveau zu erreichen. Alle Groden Künstler müssen sich jedoch irgendwann von ihren Vorbildern abnabeln, um ihren unverwechselbaren Stil zu entwickeln. Unverwechselbarkeit und somit Identität und Integrität erreicht man durch vergleichen nicht.

      • Karin Koller schreibt:

        Niemand ist eine Insel.

      • miriambrenner schreibt:

        Bahiana, selbst großen Künstlern tut die Relativierung durch Vergleichen gut. Wenn die fehlt, wird man zu Bono oder Mick Jagger, also einer Karikatur seiner selbst , die nur sich selber ständig reproduziert. Und wir Normalsterblichen sind schon gut dran, wenn wir beim Nachbarn im Malkurs abschauen können, wie man eine Brust besser malt, oder bei der Oma, wie man die Krautfleckern besser kocht.

  7. anniefee schreibt:

    Optimal wäre ja ein Arbeitsplatz, wo man sich für etwas einsetzen kann, was einem wichtig ist. Das Geld spielt dann die untergeordnete Rolle..
    naja, ich suche noch danach. Gibt wohl nicht viele solche Jobs, die nicht komplett eherenamtlich sind…

    • Karin Koller schreibt:

      Den optimalen Arbeitsplatz findet man nur selten. Ein suboptimaler Arbeitsplatz sollte aber keinesfalls das Leben vergällen.

    • Clara Moosmann schreibt:

      Ich finde das auch eine üble Zeiterscheinung, dass in vielen Jobs, die den sozialen Bereich und den Kunstbereich im weitestens Sinne betreffen, die Selbstausbeutung geradezu erwartet wird. Niemand käme ernsthaft auf die Idee, irgendeinem Hedgefondsmanager mitzuteilen, man wäre an seiner Tätigkeit schon interessiert, aber leider könne man nichts bezahlen. In den von mir angesprochenen Bereichen ist das aber gang und gäbe. Auch das zeiigt wieder, dass die Wertschätzung von Arbeit gesellschaftlich auf einen ganz geringen Teilbereich der Erwerbsarbeit beschränkt ist. Dort findet aber geradezu eine Glorifizierung von Arbeit und Karriere statt. Anyway, Ackermann und Konsorten sind deshalb vermutlich auch nicht glücklicher als wir, und wenn sie es sind, dann sei es ihnen gegönnt.

      • Bahiana schreibt:

        Das ist nicht nur im sozialen und Kunstbereich so. Gerade wenn das Gehalt gut ist, gilt es oft als Freibrief für grenzenlose Forderungen. Da heisst das gute Gehalt dann implizit Schmerzensgeld. Da muss man sehr stark sein, um dem Druck standzuhalten und vernünftige Arbeitszeiten durchzusetzen. Mit aufgeblasenem Ego hat das nur sehr wenig zu tun.

      • Karin Koller schreibt:

        Gerade wenn das Gehalt schlecht ist und der Arbeitgeber weiß, dass die betreffende Person auf den Arbeitsplatz angewiesen ist, werden die Forderungen immer frecher. Es gibt sicher tausende Frauen, die geringfügig bezahlt werden und dennoch beinahe Arbeitszeiten einer Vollzeitanstellung haben. Die können sich nicht wehren.
        Wenn man gut bezahlt wird, kann man sich leicht einen anderen Job suchen, bei dem die Arbeitszeiten besser sind. Das ist das Privileg einer guten Ausbildung.

      • Elke Lahartinger schreibt:

        Ich finde, das, was du beschreibst, ist doch etwas vollkommen anderes. Nämlich im Regelfall so, dass die gleichen Leute, die verantwortlich für unmenschliche Arbeitsbedingungen, absurde Erwartungen etc. sind, und das System mitgeschaffen oder mitgetragen haben, irgendwann einmal Opfer ihres eigenen Handelns werden. Der Manager, der irgendwann selbst den Golden Handshake kriegt, nachdem er jahrelang Untergebene nach Belieben gefeuert, mißbraucht etc. hat, erntet, was er gesäät hat. Das gilt für die Ebenen darunter auch.

        Leute, die sozial und kulturell tätig sind und dafür nichts oder fast nichts bekommen, sind für das System nicht mitverantwortlich, sondern nur sein Opfer. Das ist doch ein bedeutender Unterschied, meine ich.

      • Karin Koller schreibt:

        Schön wäre es, wenn der Manager ernten würde, was er gesät hat. Der Golden Handshake (den er nicht bekommt, weil er ein Ausbeuter war, sondern weil er den Karren in den Dreck gezogen hat) ist eine stattliche Menge Geld, die ihm ermöglicht die arbeitslose Zeit zu überbrücken, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Dann übernimmt er die nächste Firma und macht weiter wie bisher, wenn er bis dahin nicht sein Geld für ihn arbeiten lassen kann. Ich glaube nicht an ausgleichende Gerechtigkeit.

  8. Elke Lahartinger schreibt:

    @Karin: ich habe auch nicht gemeint, es handle sich um ausgleichende Gerechtigkeit. Sondern, dass die Leute, die das System zu verantworten haben, den wenigsten Grund haben, sich darüber zu beklagen. Und das berücksichtigt noch nicht einmal den Umstand, dass sie sich selbst die Rutsche schon so gelegt haben, dass sie weich fallen.

    • Karin Koller schreibt:

      Die Verantwortlichen beklagen sich am lautesten, weil sie sich am besten Gehör verschaffen, weil sie sich selbst zu wichtig nehmen und weil sie sich gar nicht vorstellen können, dass es andere schlechter haben. Jene, die im System untergehen, tun das meistens still, weil sie alles zu verlieren haben.

  9. Khadîjah schreibt:

    Ein wichtiger und richtiger Artikel. Nach einem Burn-Out-Fall in meiner Familie habe ich es mir zum persönlichen Lebensmotto gemacht, zu arbeiten um (finanziell) zu leben und nicht zu leben um zu arbeiten. Die große Karriere werde ich so wohl nie machen, aber auch nicht Überstunden en masse. Wobei man natürlich Glück haben muss, einen Job/eine Firma/einen Chef zu erwischen, wo das so geht.

    • Karin Koller schreibt:

      Ich glaube „die große Karriere“ ist für sehr viele Wichtigtuer ein abstrakter Begriff, der nicht unbedingt der Realität entspricht. Viele fühlen sich nur anderen haushoch überlegen, und dabei können sie nicht einmal vor sich selbst zugeben, dass sie weder ihren Job gut machen, noch einen bedeutsamen Job haben.

  10. Alicia schreibt:

    Sehr interessanter Artikel. Ich würde gern auf das von Clara erwähnte Dilemma der Sozialbranche eingehen.
    Im Endeffekt würde eine Großzahl der Menschen gerne einer sinnvollen/soziale´m Arbeit nachgehen, aber hier herrschen häufig schlechte Arbeitsbedinungen bzw. keine oder schlechte Bezahlungen vor.

    Ich finde das Konzept des Social Entrepreneurship sehr interessant. Kurz gesagt „Als Social Entrepreneure werden Menschen bezeichnet, die soziale Probleme mit unternehmerischen Mitteln angehen “ Hier gibt es ein paar Beispiele: http://www.terranetwork.org/581.html

    Ich denke das die Verbreitung dieses Konzeptes, bessere Arbeitsbedinungen und eine erfülltere Arbeit ermöglichen könnte.

    Was meint ihr?

    • Clara Moosmann schreibt:

      Das wäre sicher eine gute Idee. Das Problem ist, dass die oben angesprochene Grundeinstellung es auch sehr schwer macht, solche unternehmerischen Modelle zu finanzieren, weil die Banken von vornherein nicht geneigt sind, für so etwas, das nicht den üblichen Businessmodellen entspricht, Kredite zu geben.

      • Buchtipp: Prof. Faltin, Kopf schlägt Kapital.
        Heutzutage ist es wenig ratsam ein Konzept mit Fremdfinanzierung durch Banken zu gründen. Lieber ein super ausgearbeitetes Konzept, das sich selbst trägt, sodass organisches Wachstum aus dem Umsatz möglich wird. Ich stelle hier die These auf, dass Kapital heutezutage sehr „günstig“ ist, es gibt unzählige Business Angels, VCs und Förderprogramme die nur auf gut durchdachte Konzept warten. Diese unternehmerischen Konzepte müssen aber einen wirklich deutlichen Mehrwert bieten.

    • Karin Koller schreibt:

      Tolle Sache, wenn es funktioniert, weil über wenige Ebenen gearbeitet wird. Bei klassischer Charity spenden die Reichen bei der Cocktailparty und wenn das Geld über fünf Stellen dort ankommt, wo es helfen soll, dann ist der Großteil nicht versickert. Die Leute, denen geholfen wird, sind auch weniger Bittsteller als bei anderen Hilfsmodellen. Aber wie Clara sagt, die Infrastruktur muss finanziert werden, und das ist wahrscheinchlich schwierig zu realisieren.

  11. Der Beitrag gefällt mir sehr gut.
    Ich empfehle unbedingt zum Weiterlesen das Buch von
    >> Tim Ferriss – 4 Hour Work Week <<

    Es ist eher einfach geschrieben aber enthält sehr sehr viele tolle Hinweise, wie man sich von der Hamsterrad-Mentalität freimachen kann und das Leben leben kann, von dem man träumt. Dazu noch Tim Ferriss' Blog (http://www.fourhourworkweek.com/blog/)

    Ich habe schon im Laufe meines Studiums einen Wandlungsprozess durchlaufen, sodass jetzt inzwischen klar ist, dass ich mich nicht an den Erwartungen anderer orientieren werde, sondern mein eigenes unternehmerisches Ding durchziehe. Wer sich in einem corporate job kaputtmachen lässt ist heutzutage auch in gewissem Maße selber Schuld. Es gibt unzählige Möglichkeiten sich ein zweites lukratives Standbein aufzubauen und sich nach und nach von dem EINEN Arbeitgeber unabhängig zu machen.

  12. thinking-aloud.eu schreibt:

    sehr guter Beitrag, hat mir gut gefallen.

    Besonders der Schlusssatz gefällt mir.

    „Bei der Arbeit ist man mit einem Fingerschnips jederzeit ersetzbar, in der Freizeit aber nicht, das sollte man niemals vergessen.“

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