Aller Welt Freund ?

Ein Gastbeitrag von Elke Lahartinger

Christoph Maria Michael Hugo Damian Peter Adalbert Kardinal Schönborn, Aumonier des Ordens von Goldenen Vlies, Spross einer böhmischen Adelsfamilie, die über die Jahrhunderte die katholische Kirche regelmäßig mit hohen Würdenträgern beliefert hat, ist seit 1995 Erzbischof von Wien.

Sein Wahlspruch lautet VOS AUTEM DIXI AMICOS („Vielmehr habe ich euch Freunde genannt“)

Der Kardinal gilt als das würdevolle Antlitz des Katholizismus, ja als der Krisenmanager, der mit seinen verbindlichen Umgangsformen, seiner ausgleichenden Art, und seiner Intelligenz die katholische Kirche in Österreich aus dem Abseits der dunklen Groer- und Krennjahre in die Mainstreamakzeptanz zurückgeführt hat.

Er verkauft sich als aufgeschlossenen Konservativen, der, den mittelalterlichen Ballast abwerfend, danach trachtet, den unveränderlichen Kern der katholischen Lehre – was immer das bedeuten mag – durch behutsame Reformen in die Moderne zu retten.

Es ist ihm erstaunlicherweise gelungen, ohne Verlust an öffentlichem Respekt im Laufe der Jahre in einer unglaublichen akrobatischen Leistung den Spagat zwischen wöchentlichen Kolumnen im Revolverblatt „Kronenzeitung“, irgendwo zwischen Fotos barbusigen Damen, den Vulgärreimen Wolf Martins und den Rülpsern diverser haarscharf an der nationalsozialistischer Wiederbetätigung vorbeischrammender Schreiberlinge auf der einen Seite und Op-Ed-Auftritten auf der Meinungsseite der New York Times auf der anderen Seite ebenso zu schaffen, wie eine unablässige Einmischung in die Parteipolitik in gesellschaftspolitischen Fragen (Zulässigkeit des Schwangerschaftsabbruches, Gleichstellung von Schwulen und Lesben) in salbungsvollem Pastorensingsang mit einer vornehmen Nichteinmischung in allen sozialen Fragen zu kombinieren. Er brachte es sogar fertig, nach dem Scheitern seiner Versuche, jahrzehntelangen Kindesmissbrauch durch Amtsträger der Kirche unter voller Deckung der Kirchenführung durch abstruse Gegenangriffe auf die Aufdecker dieser Praktiken („Seit der Zeit des Nationalsozialismus, als Priesterprozesse unter dem Vorwand homosexueller Verfehlungen geführt wurden, hat es in Österreich derlei Verleumdungspraktiken gegen die Kirche nicht mehr gegeben.“) zu vertuschen, ohne Einbusse seines Ansehens die Verantwortung für die Aufarbeitung dieser Verbrechen an eine handzahme Kommission von Betschwestern und Betbrüder auszulagern.

Was ist also der Grund dafür, dass der Kardinal gerade im Vergleich zu seinem unglückseligen Vorgänger Groer, aber auch zu Bischöfen wie Eder, Krenn oder Laun, so wenig öffentlichem Gegenwind ausgesetzt ist, obwohl sich die Essenz seiner Worte und Taten in nichts von denen seiner vielkritisierten Amtsbrüder unterscheidet?

Die Erklärung könnte darin liegen, dass Duktus, Auftreten und Erscheinung des Kardinals eine im Unterbewusstsein vieler offenbar immer noch existierende Mentalität anspricht, die Autoritätshörigkeit, K.u.K.- Nostalgie, das Bedürfnis, anstelle des beschämenden Seins den schönen Schein zu sehen(„Zauber der Montur“) und Feudalismussehnsucht kombiniert.

Und tatsächlich, in seiner Persönlichkeit verbinden sich klischeeartig Denk- und Handlungsweisen des K.u.K.-Adels (die „voanäme“ verquaste Sprache, mit derWorthülse an Worthülse gereiht wird; das ständige Propagieren von „Noblesse oblige“ bei gleichzeitiger Konzentration auf das eigene Fortkommen, die ständige Betonung großer abstrakter Prinzipien bei gleichzeitiger Ignorierung der konkreten Probleme Einzelner) mit solchen des österreichischen Beamten (Ablehnung von Eigenverantwortung unter Berufung auf eine höhere Instanz („Gott“, „Heiliger Vater“); strenge Wortlautinterpretation von Vorschriften, wenn es dem erwünschten Zweck dient, und hohe Auslegungsflexibilität derselben, wenn taktisch notwendig; Betonung der Sekundärtugenden (Maßhalten, Gehorsam, Fleiß) bei gleichzeitiger Ablehnung jeder Neuerung

Der Kardinal vereint also die „Tugenden“ eines altösterreichischen Fürsten, das höfliche Verdruckstsein, das bedingungslose Stützen jeder Autorität, so abstrus verrannt sie sich auch haben mag (http://www.thetablet.co.uk/article/11223), die Neigung zu kasperlhafter Kostümierung und Hokuspokus http://www.stift-heiligenkreuz.org/CHRONIK-2006.201.0.html, die Ablehnung jeder ernsthaften intellektuellen Auseinandersetzung unter Verweis auf angebliche ewige Wahrheiten, die wortreiche Vernebelung von Gedankenarmut http://www.forum-grenzfragen.de/kirchenamtliches/bischoefe/plan.html, die hinter äußerer Verbindlichkeit und einem immerwährende Lächeln versteckte Gefühlskälte mit den sprichwörtlichen „Qualitäten“ eines Sektionschefs, nämlich der ständigen Berufung auf angebliche Autoritäten, die Verwaltungstraditionen, das Verstecken hinter Abstraktionen und „Sachzwängen“ zur Begründung der Unvermeidlichkeit konkreter Missstände (http://www.erzdioezese-wien.at/content/artikel/a15468), der Neigung zur Vertröstung auf Später (ein „ewiges Leben“), bei gleichzeitiger Fixierung auf die eigene Karriere.

Es erscheint daher nicht übertrieben, davon zu sprechen, dass sich die österreichische Oberschicht in Seiner Eminenz, dem Kardinalerzbischof von Wien, auf einen Punkt verdichtet hat, und Christoph Kardinal Schönborn ihre Supernova ist

Er ist, wenn er sich öffentlich exponiert äußert, gleichzeitig für alles und dessen Gegenteil, etwa für die Schuldenbremse in der Verfassung, aber gegen Sparen bei den Armen, (Silvesteransprache 2011), für die Erinnerung an Verbrechen und Gräueltaten, und für das Vergessen dieser Verbrechen und Gräueltaten, weil gegen die „gnadenlose Beschuldigungsgesellschaft“ (Gedenkpredigt Kurt Waldheim), für die Evolutionstheorie und gegen „Evolutionismus“ und „Neodarwinismus“, für Missionierung und für religiöse Toleranz, für den Frieden und für das Militär. Er trauert um den letzten Kaisersohn Otto Habsburg und den ehemaligen Bundespräsidenten Kurt Waldheim öffentlich fast gleich wie um den – zumindest nominellen – Sozialdemokraten Helmut Zilk.

Nur, wenn er sich unter seinesgleichen fühlt, wie im Gespräch mit Andreas Unterberger (http://www.kathweb.at/site/dokumente/ansprachen/article/70.html?SWS=622aab86ccb5514d2e9e80781edb4cd0), dann fällt die Maske der Verbindlichkeit, und es entlarvt sich ein in der geistigen Welt des 19. Jahrhunderts gefangener Reaktionär, der eine „Geburtenverweigerung“ in Europa anprangert, weil sie angeblich zu einem „Immigrationsdruck“ führt, der davon spricht, dass es sich beim Iran und Nigeria um „junge Gesellschaften“ mit „erstaunlich hohem Bildungsniveau“ handelt, deren Streben nach Europa ihn „mit Trauer erfüllt“, der die Political Correctness als Irrlehre bezeichnet, weil sie sich, wie er es in seiner umständlichen Art ausdrückt, weigert, „Dinge beim Namen zu nennen, von der ein Großteil der Bevölkerung überzeugt sind, dass sie beim Namen zu nennen wären, wo man es nicht tut.“, der sich als Hobbybiologe betätigt und äußert, „dass es zwischen Menschen gleichen Geschlechtes keine Ehe gibt. Das ist nicht eine Frage von Religion, das ist eine Frage – pardon – von Physiologie, von Psychologie, das ist eine Frage dessen, was wir Natur nennen. Das gehört nicht nur zum christlichen Erbe, sondern auch zum klassischen antiken Erbe, dass es so etwas wie die menschliche Natur gibt, und dass die dauerhafte Beziehung zwischen Mann und Frau Ehe genannt wird und die Fruchtbarkeit dieser Beziehung Familie genannt wird. Das nicht in dieser Klarheit zu sagen, ist die Feigheit der Political correctness.“

Seine Aussagen und Handlungen ließen sich also ohne jede Modifikation in „Die letzten Tage der Menschheit“ einbauen.

Und so bleibt, wenn man den Lack etwas abkratzt, vom glanzvollen Kardinalerzbischof von Wien, Verbreiter salbungsvoller Worte, Verteidiger des Glaubens, nichts übrig als ein Ritter von der traurigen Gestalt, der versucht, solange es ihm taktisch richtig erscheint, es allen recht zu machen, und der zwar jeden Freund nennt, aber niemandes Freund ist.

Quelle der Abbildung: www.araldicavaticana.com

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
Dieser Beitrag wurde unter Other voices, other rooms abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

33 Antworten zu Aller Welt Freund ?

  1. Ein schlüpfriges Wesen, der Kardinal. In guter katholischer Tradition, ein würdiger Nachfolger der Herren Innitzer, Pacelli et. al.

  2. johannamiller47 schreibt:

    Ein würdiger Diener seines Herrn

  3. miriambrenner schreibt:

    Tust du dem Arsch nicht zuviel Ehre an? Ich finde, der steht für nichts als sich und seine verlotterte katholische Bande

    • Elke Lahartinger schreibt:

      Die Frage ist natürlich berechtigt. Aber ich bin zum Ergebnis gekommen, dass er schon irgendwie ein Symbol für einen gewissen Typ ist, der in Österreich über lange Zeit eine große Rolle gespielt hat, vom Grafen Berchtold, der den Kaiser in den ersten Weltkrieg hineintheatert hat, über den Prälaten Seipel bis zum – zu Unrecht – vielbewunderten Karl Schwarzenberg.

      • Elke Lahartinger schreibt:

        Was ist würdelos, wenn ich fragen darf?

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Ich meinte nicht Ihren Artikel sondern den Kommentar der Mit-Posterin.

      • Elke Lahartinger schreibt:

        Ich halte Beschimpfungen auch für keine sinnvollen Ausdrucksmanifestationen, kann aber bis zu einem gewissen Grad verstehen, wenn das momentane Auftreten der Institution, die der Kardinal in Österreich repräsentiert, emotionale Reaktionen hervorruft.

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Von mündigen Postern würde ich mir erwarten, dass sie nach Möglichkeit die betreffende Person nach deren Eigenschaften und Taten beurteilt, und nicht von der Institution als Ganzer, welche diese vertritt, auf die Person zu schließen.

        Insofern ist, meine ich, mehr als bloß fraglich, ob Kardinal Schönborn solch ein Prädikat verdient.

      • ariane81 schreibt:

        Exzellenter Artikel. Und, ich würde sagen, der Kardinal rechtfertigt auch durch seine eigenen Worten und Taten, die hier zitiert werden, und die in absoluter Übereinstimmung mit der Praxis der Institution, die er in leitender Funktion repräsentiert, stehen, die hier vertretene Bewertung vollkommen. Jede versöhnliche oder nachdenkliche Geste des Kardinals war immer rein taktisch. Insoweit ist er zwar intelligenter als die Krenns oder Launs dieser Welt, aber auch weniger ehrlich.

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Man/frau beachte doch auch die Diffizilität des Anforderungsprofils, welches der Aufgabe eines Kardinals (in Österreich) anzuhaften habe: Es ist in der heutigen Zeit nicht einfach, den Spagat zwischen Wahrung alter Werte und Anpassung an die Moderne zu tun. Letztere drängt auf vermeintliche Freiheit, während Erstere uns vor dem kollektiven Untergang und sozialer Deprivation bewahren sollen. Dass die Vertreter der Hypermoderne von ihrem karnkhaften Leid nichts wissen wollen und daher Kritik von Oben verteufeln, ist verständlich. Dass „die da oben“ es nicht leicht haben, auch.

      • boadiceawascool schreibt:

        ich bin, wenn man das lebenswerk des kardinals berücksichtigt, eher der ansicht, dass der artikel sich geradezu in unangemessen vornehmer zurückhaltung ergeht

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Da muss ich leider passen, den im Detail kenne ich das Lebenswerk des Herrn Kardinal nicht. Daher war mein ursprügnlicher Kommentar MÖGLICHERWEISE übereilt. Doch führen doch Sie, bitte, nähere Details an!

  4. boadiceawascool schreibt:

    der herr kardinal war in leitender funktion an der erstellung des gültigen katechismus beteiligt, der mehr oder weniger die in vielen bereichen menschenrechtswidrigen dokktrinären positionen der kirch nochmals versteinert hat, er hat, wie auch im artikel zitiert, kritiker der – nachgewiesenen – pädophilen handlungen groers unflätigst diffarmiert und dabei vollkommen unangemessene vergleiche gezogen, er hat in leitender funktion über jahre an der vertuschungsstrategie der kirche bezüglich kinderschändender priester mitgewirkt und gleichzeitig scheinheilig betroffenheit vorgetäuscht, u.v.a.

    • Arthur H. Lambauer schreibt:

      Was meinen Sie mit „menschenrechtswidrigen dokktrinären positionen“?
      Können Sie Beispiele für solche „unflätigste Diffamierungen“ und „unangemessenen Vergleiche“ nennen?

      Zur angeblichen Vertuschung der Pädophilie innerhalb der Kirche: Ich glaube, dass seinerzeit die Zeit noch nicht reif war für öffentliche Diskussion der Pädophilie, ohne der Jünchjustiz zu frönen. Das wird mit eine Rolle gespielt haben, bei der Entscheidung, die Dinge vorerst im Verborgenen zu halten.
      Pädophilie ist, wie Homosexualität, seit Jahrhunderten ein tragisches Phänomen, dem auf den Grund zu kommen, zufolge der emotionalen Behaftung nicht einfach ist. Nur bei nüchterner Betrachtung aber lässt es sich auflösen.

      • boadiceawascool schreibt:

        alle Positionen, die gegen das verbot, eine person wegen ihres geschlechtes oder ihrer sexualität zu diskriminieren, eine aufzählung spare ich mir in anbetracht der vielzahl der beispiele, die es diesbezüglich gibt.

        unpassende vergleiche gibt es massenhaft, einer ist im artikel zitiert („Seit der Zeit des Nationalsozialismus, als Priesterprozesse unter dem Vorwand homosexueller Verfehlungen geführt wurden, hat es in Österreich derlei Verleumdungspraktiken gegen die Kirche nicht mehr gegeben.“)

        und das argument, wonach die zeit nicht reif für einen anderen umgang mit pädophilen bzw. kindesmißbrauchenden priestern gewesen sein soll, erscheint mir in anbetracht dessen, dass der kardinal und die kirche bis heute mit verschleiern und vernebeln beschäftigt ist, und die in seine verantwortung fallenden mßbrauchsfälle in die zit nach 1995 fallen, sehr weit hergeholt

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Ich sehe, dass ich sehr weit ausholen müsste, um Ihnen nahe zu bringen, was ich meine, wenn ich sage, dass die Zeit nicht reif war. Heute ist sie es übrigens, wie ich finde. Wenn die Kirche, oder manche in ihr, bis heute weiterhin Verschleierung betreiben, so ist das freilich nicht richtig.

        Am wichtigsten aber wäre, das Phänomen der sexuellen Kindesausbeutung als Folge Jahrhundert alter sozio-ökonomischer Entwicklungen zu sehen, nämlich ohne Lynchjustiz-Moral und solche Emotionen. Dazu sind freilich nur Nicht-Opfer (oder solche die ihr Opfer-Sein aufgearbeitet haben) imstande, und diese gibt es kaum mehr.

        Nur ein unbefangener Zugang zum Thema gewährleistet das Aufdecken der Wahrheit.

      • Karin Koller schreibt:

        Ich hoffe, Sie vergleichen nicht im Erst das Vergewaltigen von Kindern mit Sex zwischen zwei gleichberechtigten Partnern, dei eben das gleiche Geschlecht haben. Da erübrigt sich jede weitere Diskussion.

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Die beiden tiefenpsychologischen Phänomene lassen sich insofern sehr wohl miteinander vergleichen, als sie ähnliche Ursachen in der Sozialisation haben.

        Ich weiß, dass das kaum jemand wahr haben will, hoffe also, dass auch Sie nicht gleich über mich herfallen wie die Hyänen…

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Nachsatz: Sind denn in heterosexuellen Beziehungen die Partner immer gleichberechtigt, faktisch, meine ich.

        Glorifizieren Sie hier nicht ein wenig, wenn Sie von homosexuellen Gleichberechtigten sprechen – oder meinten Sie eher „mündig“?

        Hand aus Herz: Wir sind doch alle soziale Psychopathen und Krüppel, weshalb eine wirklich harmonisch-gleichberechtigte Beziehung kaum mehr existiert. Sie Scheidungsrate und andere Phänomene wie hohe Single-Haushaltszahl etc.

        Um die Sache aber auf den Punkt und mich MÖGLICHERWEISE aus diesem Forum zu bringen – 🙂 – Ich bin ein Vertreter der These, dass die (insbesondere ausschließliche) Homosexualität psychopathologisch bzw. durch schief gelaufene Sozialisation bedingt ist. Dass dabei genetisch vorgegebene hormonelle Prädestinationen eine Rolle spielen mögen, will ich gar nicht bestreiten, doch die Ausschließlichkeit, also die Ablehnung jedweden heterosexuellen Kontakts scheint mir doch etwas verworren zu sein.

        Bitte, lassen Sie den Prügel nicht zu heftig über mich kommen. 🙂

  5. boadiceawascool schreibt:

    und, zur schwierigkeit der funktion: er hat diese (und seine ganze karriere), was durchaus zulässig ist, zielgerichtet angestrebt, mein mitleid mit ihm ist daher endenwollend; und, wer selber immer mit moralisierenden äusserungen zur stelle ist, muss sich auch doppelmoral vorwerfen lassen

    • Arthur H. Lambauer schreibt:

      Schönborn stammt aus einer alten Adelsfamilie, die auch stets hochrangige Kirchenwürdenträger hervorgebracht hat. Die Last der Tradition bahnte ihm da sicher auch den Weg.

      • boadiceawascool schreibt:

        oblesse oblige? das ist aber immer noch keine erklärung für die dopplelmoral, die er predigt und praktiziert (lob der familie, aber kindern von priestern wird ein familienleben verunmöglicht, als beispiel)

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Können Sie mir erklären, wie Kindern von Priestern ein Familienleben verunmöglicht werden kann? Glauben Sie wirklich, dass hier derartige Intrigen gesponnen werden? Und wenn ja, zu welchem Zweck? Um Wiederholung einzudämmen, durch Abschreckung?

      • boadiceawascool schreibt:

        Dadurch, dass verhindert wird, dass sie in einem Familienverbund mit ihrem Vater und ihrer Mutter leben.

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Wollen Sie damit sagen, dass diese Kinder deren Eltern geraubt werden, oder spielen Sie dabei auf den Umstand an, dass Priester nicht in Ehe(ähnlichen) Beziehungen leben dürfen?

        Ich sehe die Sache so: Wird ein katholischer Priester Vater, sollte er mE seinen Beruf wechseln, damit er fürs Kind da sein kann. Das mag hart sein, geht aber nicht anders.

        Die Schuld in solchen Fällen, da der Vater Priester bleiben will, der Kirche aufzulasten, finde ich für unfair. Denn der Vater hat die Wahl, und er wusste, worauf er sich einlässt, sowohl bei der Weihe, als auch beim Zeugungsakt!

        Ich erwrate mir mehr Verantwortungsbewußtsein!

      • boadiceawascool schreibt:

        das nützt den kindern gar nichts, dass ihre Erzeuger unverantwortlich waren, die Kinder werden bestraft, den verantwortungslosen Priestern verzeiht die Kirche und laesst sie weiterfuhrwerken; so kann man sich’s leicht machen;

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Dass das den Kindern nichts nützt, ist freilich wahr.

        Ich glaube aber nicht, dass an der Sache etwas ändern würde, wenn die Kirche sich von solchen Vätern trennte; denn entweder ein Mann hat Verantowrtungsbewusstsein, oder er hat es nicht. Da braucht er nicht dazu gedrängt zu werden, bzw., nutzte das nichts.

      • boadiceawascool schreibt:

        aber verantwortungsbewusst, ihn weiter seelsorgerisch tätig zu sein, ist er, der verantwortungslose priester?

        nach dem gleichen motto wurden auch kinderschändende priester gedeckt und weiterbeschäftigt;

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Ich glaube, Sie bringen hier Kraut und Rüben durcheinander…

      • Arthur H. Lambauer schreibt:

        Im Übrigen zeigen Sie typisches Verhalten eines seelisch Verletzten, der rund um sich schlägt, des Schlagens willen.

        Was ist Ihnen widerfahren?

  6. Olivia schreibt:

    Ich finde, der Artikel ist sehr gut (und vornehm zurückhaltend() formuliert, und wird der Rolle, die dieser Westentaschen-Kardinal-Newman in der österreichischen Gesellschaft spielt, gerecht. Kompliment.

  7. Pingback: Diese Woche konsumiert: Form und Inhalt | Karin Koller

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s