Songs: The Beatles, A Day in the Life

Am Samstag war Anna zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Weil Lukas und Katharina auch etwas unternehmen wollten, beschlossen wir, mit ihnen ein Eis essen zu gehen. Wir fuhren in den Nachbarort. Dort war der Hauptplatz abgesperrt, weil Hubert von Goisern an diesem Tag ein Konzert geben sollte. Die Eisdiele war aber offen. Wir setzten uns in den Garten und bestellten Eisbecher. Wenige Minuten danach begann der Soundcheck. Die Bühne war vielleicht 15 Meter entfernt. Das Gedudel von Hubert von Goisern aushalten zu müssen, dachte ich, würde meine Nerven über Gebühr strapazieren. Aber wider Erwarten fand ich die Musik gar nicht so schlecht. Katharina begann sogar zu tanzen. Die Atmosphäre im Dorf fühltesich urban an.

Abends rief ich die Kinder zum Baden. Katharina stand von der Couch auf, wollte losrennen und stürzte. Niemand sah, was genau geschehen war. Sie hielt ihren Arm und schrie wie am Spieß: „Ist es gebrochen? Ist es gebrochen?“

Natürlich ist es nicht gebrochen, dachte ich, wie kann ein Arm brechen, wenn man von der Couch aufsteht? Ich wusch ihr die Haare, zog sie an und föhnte sie. Ihr Arm ließ sich bewegen, Katharina war aber sonderbar blass und plötzlich sehr müde. Etwas war nicht in Ordnung.

Wir fuhren ins Krankenhaus. Und warteten. Ich versuchte Katharina zu beruhigen. Als wir endlich drankamen, drückte und zog der Arzt an ihrem Arm herum, ohne dass sie Schmerzen zu haben schien. Trotzdem mussten wir zum Röntgen. Und warteten wieder. Nach dem Röntgen warteten wir noch ein bisschen mehr. Wir würden eine Schmerzsalbe holen müssen, mehr nicht. Hoffnungsfroh ging ich wieder in das Arztzimmer: „Sie haben sicher gute Nachrichten.“

Es waren keine. Unterarm gebrochen. Wir warteten in Gipszimmer und dann auf das Kontrollröntgen und dann noch länger auf die Abschlussbesprechung. Es war schon halb Zehn. Katarina weinte vor Müdigkeit und weil der Gips unangenehm war. Sie wollte nach Hause. Sie konnte sich kaum noch auf den Beinen halten, als wir endlich das Arztzimmer verließen.

Aber kaum saß sie im Auto, kam wieder Leben in sie, wahrscheinlich vor Erleichterung, dass endlich alles vorbei war. Langsam wurde es dunkel, wir fuhren auf der Autobahn. Ich bemerkte den Vollmond, der strahlend schön im letzten Rest des Dämmerlichts aufgegangen war.

„Ich wäre gerne dort oben“, sagte Katharina, „dann würde ich endlich wissen, wie groß der Vollmond ist.“

„Wie würdest du das feststellen?“

„Ich würde einfach loslaufen und solange laufen, bis ich wieder an derselben Stelle angekommen bin. Dann würde ich schauen, ob ich kurz oder lange gebraucht habe.“

Der Mond, der gerade noch über dem Berg war, stand jetzt über dem Tal. „Schau, der Mond kommt mit uns“, sagte ich zu Katharina.

„Er ist sogar schneller als wir. Aber das sieht nur so aus. Er ist gar nicht schneller“, antwortete sie, „das ist nur, weil er so weit weg ist. In Wirklichkeit ist er langsam wie eine Schnecke.“

Und dann schlief sie ein.

A day in the life.

I read the news today, oh boy
About a lucky man who made the grade
And though the news was rather sad
Well, I just had to laugh
I saw the photograph

He blew his mind out in a car
He didn’t notice that the lights had changed
A crowd of people stood and stared
They’d seen his face before
Nobody was really sure if he was from the House of Lords

I saw a film today, oh boy
The English army had just won the war
A crowd of people turned away
But I just had to look, having read the book
I’d love to turn you on

Woke up, got out of bed
Dragged a comb across my head
Found my way downstairs and drank a cup
And looking up, I noticed I was late

Found my coat and grabbed my hat
Made the bus in seconds flat
Found my way upstairs and had a smoke
And somebody spoke and I went into a dream
Ahh, ahh, ahh

I read the news today, oh boy
Four thousand holes in Blackburn, Lancashire
And though the holes were rather small
They had to count them all
Now they know how many holes it takes to fill the Albert Hall
I’d love to turn you on

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
Dieser Beitrag wurde unter Kunst, Kultur, etc. abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Songs: The Beatles, A Day in the Life

  1. ninaentner schreibt:

    Es gibt Tage wie diese, an denen es schwer fällt, aber, das wichtigste ist, weiterzumachen, und dann leuchtet einem auch wieder der Vollmond. Schön.

  2. stephaniebueskens schreibt:

    Sehr poetisch

  3. Was soll ich dazu sagen, außer: toll, wie du aus einem Scheisstag noch eine schöne Vignette machst, there´s beauty in everything

  4. Elke Lahartinger schreibt:

    Mir gefallen deine Improvisationen zu einem Song sehr gut, jedes Mal

  5. Pingback: Loslassen | Karin Koller

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s