Ringparabel

Lessings Ringparabel erzählt von einem Ring, der von Generation zu Generation an den jeweils liebsten Sohn weitervererbt wird. Der Ring hat Zauberkräfte und macht den Träger vor allen Menschen beliebt, wenn dieser daran glaubt. Ein Vater hatte seine drei Söhne gleich gern. Er lässt zwei Kopien von dem Ring anfertigen und vererbt jedem seiner Söhne einen Ring. Die Söhne wollen wissen, wer von ihnen den echten Ring hat und gehen vor Gericht. Der Richter kann nicht feststellen, welcher Ring eine Fälschung ist und welcher echt, sagt aber, dass möglicherweise alle drei Ringe unecht sind und der echte Ring verlorengegangen ist. Jeder der Söhne solle einfach daran glauben, sein Ring sei der echte und sich bemühen, die Zauberwirkung auszulösen.

Die gängigste Interpretation dieser Parabel geht davon aus, dass der Vater Gott ist, die Ringe die drei monotheistischen Religionen symbolisieren und die Brüder die Gläubigen darstellen. Daraus folgt, die Religionen sind gleichwertig und Gott liebt sie gleichermaßen. Jeder Angehörige einer Religion soll diese als die richtige ansehen, aber nicht mit anderen Religionen in Streit geraten.

Die Fakten der Geschichte sind in meinen Augen: Der Vater ist tot, die Ringe wahrscheinlich allesamt Fälschungen und wertlos und die Brüder sind einer Illusion aufgesessen.

Aber zum Glück sind nicht alle Ringe so bedeutungsschwer und problematisch.

   

In dieser Schmuckkolumne stelle ich drei goldene Ringe vor. Zwei Ringe von http://www.thechaingang.com/ habe ich in der Nase eigesetzt. Es handelt sich um Goldringe ohne Verschluss, dafür aber mit einem kleinen Spalt. Vor dem Anlegen muss man den Ring aufbiegen, danach wieder soweit zurückbiegen, bis er geschlossen ist. Das ist eine etwas mühsame Prozedur, dafür sind die Ringe danach recht angenehm zu tragen. Für das Lippenpiercing verwende ich einen Ring mit einem Segmentverschluss (dehnt man den Ring ein bisschen, kann man ein Segment herausnehmen, den Ring anlegen und danach das Segment wieder einsetzen).

Diese Kombination trage ich nur, wenn ich mich sehr verwegen fühle. Aber dann dafür umso lustvoller.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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31 Antworten zu Ringparabel

  1. Wie sind deine Erfahrungen mit Lippenpiercings/Lippenringen? Gewöhnt man sich schnell daran? Und gibt es Probleme beim Essen/Sprechen?

    • Karin Koller schreibt:

      Nachdem ich mir das Lippenpiercing machen ließ, dachte ich, ich hätte einen schweren Fehler gemacht. Die ersten beiden Tage konnte ich nicht einmal Suppe essen, weil ich mir bei jedem Bissen auf den Schmuck gebissen habe (der Schmuck war auch ein bbisschen zu lang). Nach einer Woche gewöhnte ich mich daran und jetzt spüre ich den Schmuck nicht mehr und ich bin froh, dass ich ihn habe. Ein Ring in der Lippe ist mir immer noch gewöhnungsbedürftig, weil ich ihn sehr selten trage. Beim Sprechen gab es nie Probleme. Ich denke, man muss hauptsächlich darauf achten, dass der Schmuck die richtige Größe hat.

  2. anonym schreibt:

    Wie kann man sich nur freiwillig so verstümmeln? Sie sind eine gutaussehende Dame, nehmen Sie den Schmuck heraus, lassen Sie den Körper verheilen, und Sie werden mir Eindruck machen.

    • Karin Koller schreibt:

      Ich habe kein Interesse daran, anonymen Trollen Eindruck zu machen.

    • M. schreibt:

      Verstümmeln? Arme Menschen, die ihr ganzes Leben in der gleichen Haut stecken, und einfach nicht heraus können. Ich für meinen Teil muss jedenfalls von Zeit zu Zeit an mir etwas ändern, und beneide Karin darum, dass sie so viel Möglichkeiten hat, sich durchbohren zu lassen. Mir bleiben da fast nur farbliche Veränderungen, die im Alltag gut zu verstecken sind. – M.

  3. bettinahartm schreibt:

    Schön. Hast du schon einmal ein Piercing bereut?

  4. EG schreibt:

    Sieht super aus. Wie schmerzhaft sind Nasen- und Lippenpiercings?

    • Karin Koller schreibt:

      Danke. Nasenpiercings sind ziemlich schmerzhaft, der Schmerz vergeht aber sehr schnell wieder. Das Lippenpiercing empfand ich nicht als besonders schmerzhaft, ich habe aber relativ lange gebraucht, mich daran zu gewöhnen.

  5. Simon schreibt:

    Hallo Karin,
    Kompliment, deine Piercings sehen alle super aus. Aber Stecker in Nase und Lippe stehen dir irgendwie ein bißchen besser. Hast du eigentlich auch ein Zungenpiercing? Kann ich dir empfehlen.

  6. Rebecca schreibt:

    Dir würde ein Septumring dazu toll stehen. Schon einmal daran gedacht?

  7. Daniel schreibt:

    Magst Du auch Fingerringe? Wenn ich mich „verwegen“ fühle, trage ich gern meinen Daumenring oder ein Armband. Und Dein letzter Satz war mir (als Mann) nun eine große Hilfe, dieses „verwegene“ Gefühl und den Schmuck auch zu genießen, während ich mich vorher immer ein wenig dafür geschämt habe – ohne zu wissen, woher diese Beurteilung (Verklemmtheit!) kommt; ich hatte wohl vor allem das Gefühl, nur Frauen dürften ihr „verwegenes“ Gefühl auf diese Art zum Ausdruck bringen. Danke!

    • Karin Koller schreibt:

      Schön, das freut mich.
      Oft schämt man sich und fängt etwas, das man sich wünscht, gar nicht an, weil man gesellschaftliche Konsequenzen erwartet (die dann meistens ohnehin nicht eintreten oder nur von Menschen kommen, auf deren Meinung man sowieso nichts gibt). Sich verwegen fühlen ist etwas Schönes, das man sich nicht verwehren sollte.

  8. Sarah schreibt:

    Hattest du nie Angst davor, dich stechen zu lassen?

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