Kreise ziehen

Meine Kinder werfen gerne Steine ins Wasser. Alle Kinder machen das gern. Es reicht, an einen kleinen Teich zu gehen, an dessen Ufer verschieden große Steine liegen und sie sind glücklich. Schön zu beobachten ist auch, welche unterschiedlichen Interessen sie dabei entwickeln. Die Älteste versucht, flache Steine möglichst oft über die Wasseroberfläche springen zu lassen. Der Mittlere versucht mit kleinen Steinen Fische zu jagen (was ihm natürlich nicht gelingt). Und die Kleinste nimmt sich die größten Steine und wirft sie voller Wucht ins Wasser – nahe am Ufer, weiter schafft sie es nicht – dass es nur so spritzt. Sie macht das besonders gerne, weil sie während ihrer Krankheit nicht nass werden durfte (wegen ihres Herzkatheters). Merkt sie aber am Ende des Spiels, wie schmutzig sie geworden ist, weint sie trotzdem ein bisschen.

Ich finde es nicht nur interessant, ihnen beim Spielen zuzuschauen, mir gefällt es auch, die verschiedenen Kreisbewegungen im Wasser zu beobachten. Wie sich die einzelnen Wasserkreise der über die Oberfläche gleitenden Steine zu einer Kette vereinigen. Wie die vielen gleichzeitig hineingeworfenen kleinen Steine ein Muster bilden, das nach einem Augenblick ins Wellenchaos verfällt. Wie der große Stein konzentrische Kreise zieht, die von den Spritzern unterbrochen werden.

    

In dieser Schmuckkolumne stelle ich silberne Ohrstecker und einen Kettenanhänger vor. Die Ohrringe werden als Stecker getragen. Den Anhänger trage ich an einem weißen Kautschukband.

Die Schmuckstücke bestehen aus zwei exzentrische Kreisen, die gleichzeitig wie eine Spirale ineinander übergehen. Sie erinnern mich an die Kreise am Teich. Im engen Kreis sind zehn Zirkoniasteine eingearbeitet, im weiten Kreis drei, die wirken, als könnten sie sich in ihrem Spalt bewegen. Die Zirkoniasteine muten wie Tropfen an, die sich mit den Wasserkreisen vereinen.

Das stilisierte Wasserspiel, die Kontinuität der Spiralform, das Glitzern der Steine deuten gleichzeitig Ruhe und Bewegung an. Genauso wie ein ruhiger Nachmittag mit den Kindern am Teich.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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17 Antworten zu Kreise ziehen

  1. Milan K. schreibt:

    Sehr schön, Ihre Schmuckvariationen. Was macht für Sie die Faszination der vielen verschiedenen Schmuckarten, die Sie tragen, aus?

  2. Milan K. schreibt:

    Das ist ein sehr guter Grund.

  3. SandraS schreibt:

    Hallo, wieder mal ´ne schöne Kombi. Ich wollte die Gelegenheit nützen und dir danke sagen, ich und mein Freund haben uns von dir inspirieren lassen und uns gestern gegenseitig unsere ersten Ohrlöcher gestochen. 🙂

  4. inneres Stimmchen schreibt:

    Wunderbar eingefangen! Schön 🙂

  5. SandraS schreibt:

    Was ist dein Lieblingspiercing?

  6. SandraS schreibt:

    Die ersten?

  7. Techniker schreibt:

    Der Vergleich mit den Kreisen im Wasser durch das Hineinwerfen der Steine gefällt mir. Er erinnert mich an den physikalisch-technisch-mathematischen Hintergrund der Figur der Schmuckstücke. Es handelt sich nämlich um eine Epizykloide http://de.wikipedia.org/wiki/Epizykloide eine Figur die entsteht wenn eine Münze am Rand einer anderen Münze entlang läuft.
    Mit dem Generator auf http://people.cs.aau.dk/~marius/gallery/generator.html und den Werten a:30 b:30 h:150 kann diese Figur erzeugt werden.

    • SandraS schreibt:

      Cool, was man hier alles lernt

    • Karin Koller schreibt:

      Schön. Leider funktioniert der zweite Link bei mir nicht.
      Ich hatte mal beruflich mit umstülpbaren Körpern zu tun und mit einem Gerät, dessen Funktion auf dieser Mathematik basiert. Ich fand es sehr faszinierend, wie die Mathematik dort auf die Praxis angewandt wurde – und wie die Firma als Werbegeschenke kleine auf dem selben Prinzip basierende Kunstwerke bauen ließ. In den Schulen wird kaum unterrichtet, wofür man Mathematik braucht. Das ist sehr schade, weil viel von der Scheu gegenüber der Mathematik daher stammt, dass man sich nichts darunter vorstellen kann.

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