Askese

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Buddha bedeutet auf Sanskrit „der Erwachte“. Ein Buddha ist eine Person, deren Geist Vollkommenheit erlangt und sich von Verlangen, Aversion und Ignoranz befreit hat.

Der ursprüngliche Buddha, Siddharta Gautama, lebte etwa um 500 vor unserer Zeitrechnung. Er war ein indischer Prinz und ihm war eine große Zukunft vorausgesagt worden. Der Legende nach beschloss er, nachdem er die Armut und das Leiden der Menschen außerhalb seines Palastes gesehen hatte, einen Ausweg aus dem Elend zu suchen. Er wurde Asket, verhungerte beinahe und bemerkte, dass damit niemandem geholfen sei. Er lebte fortan als Bettelmönch, erlangte die Erleuchtung, lehrte den „mittleren Weg“ und ging schließlich in das Nirvana ein (nachdem er Pilzsuppe gegessen hat, sagen manche Quellen).

Warum ich das hier erzähle? Auffallend häufig wird Buddha mit sehr langen Ohrläppchen dargestellt. Oft sind auch große Löcher in seinen Ohrläppchen zu sehen. Das kommt daher, dass indische Fürsten als Zeichen ihrer Königlichkeit große schwere Ohrringe trugen. Als Siddharta zum Asketen wurde, legte er die Ohrringe ab und die Löcher blieben.

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In dieser Schmuckkolumne präsentiere ich mich ungeschmückt. Ich werde manchmal gefragt, wie die (auf 8mm) gedehnten Ohrlöcher – und anderen Piercings – ohne Schmuck aussehen.

Das Festliche – das Königliche, wenn man so will – des Schmückens gefällt mir sehr gut. Mir liegt die Askese nicht, deshalb zeige ich mich sehr selten völlig ungeschmückt.

Man kann die Löcher aller Piercings sehen, keines davon erscheint mir jedoch als besonders  störend. Sie wirken eher wie Zeugnisse früherer Abenteuer, wie andere Spuren auch, die das Leben im Gesicht hinterlässt.

Buddha werde ich wohl nicht werden, obwohl ich auch gerne jeden Hass abbauen würde und zumindest ein für mich akzeptables Ausmaß an Weisheit erlangen würde. Aber wenn ich mir nichts mehr wünschen dürfte . sei das materiell oder in meinen Träumen – würde mir mein Leben zu wenig lebenswert erscheinen.

Übrigens, für alle an einem Historienroman über diese Zeit Interessierten: Ein wunderschönes Buch über Zoroaster, Buddha, Konfuzius, den Sinn des Lebens und die kritische Bewertung von Religionen ist Creation von Gore Vidal http://www.amazon.de/Creation-A-Novel-Vintage-International/dp/0375727051/ref=sr_1_10?ie=UTF8&qid=1354283110&sr=8-10

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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37 Antworten zu Askese

  1. Heidi Jäger schreibt:

    Das sieht toll aus, finde ich, die Löcher als kleine geheimnisvolle Anregung, nachzudenken, was sein könnte, womit man sie füllen könnte. Sehr erotisch.

  2. 777mir777 schreibt:

    sehr sexy Look Löcher ohne Ornamente))))

  3. Steff schreibt:

    Ich finde auch, das sieht irrsinnig sexy aus. Findet ihr nicht auch, das etwas zusammengezogene gedehnte Ohrloch erinnert an eine Vagina, und es bietet sich geradezu die Vorstellung an, wie das Eindringen des Schmuckes das Loch weitet und den Schmuck in sich auf nimmt, mit all ihren erotischen Anklängen?

    Toll.

  4. dorothea schreibt:

    das sieht supertoll aus, ich habe mich nie gewagt, mir die ohrlöcher zu dehnen, weil ich angst davor hatte, wie die löcher ohne schmuck aussehen;aber deine sehen so klasse aus, dass diese angst ganz unbegründet war; wie 777mir777 und Steff sagen, wahnsinnig sexy

  5. claudiaveratti schreibt:

    Weisst du, ob das Ohrendehnen zur Zeit Buddhas irgendeine Bedeutung hatte (die hätten es ja auch bei kleinen Löchern belassen können, um den Zweck, Schmuck zu tragen, zu erreichen)?

    • Karin Koller schreibt:

      Das weiß ich leider nicht. Es heißt, das komme von schweren Ohrringen. Aber wie die Löcher dargestellt sind, sehen sie gedehnt aus, weil sie ganz rund sind und nicht langgezogen.

  6. Rupert schreibt:

    Pure Erotik, weil es nur andeutet, wunderschön

  7. SonjaLy schreibt:

    Genial, hätte ich nie gedacht, dass leere Löcher so toll aussehen

  8. Genevieve schreibt:

    ist bekannt, wann sich menschen erstmals die Ohren durchstochen haben?

    • Karin Koller schreibt:

      Ich weiß es leider nicht. Ich versuche, Dinge zum Thema Kulturgeschichte der Ohrringe, die mir unterkommen, zu sammeln.
      Wenn jemand etwas über historische Ohrringverwendung weiß, bitte hier posten.

  9. Ich kann mich der Leseempfehlung nur anschliessen: Gore Vidal´s Creation ist der beste Historienroman (und viel mehr), den ich je gelesen habe. Und das inkludiert Krieg und Frieden, I Claudius, und viele andere.

  10. artemisssss schreibt:

    Sieht super aus, noch schöner wäre, wenn die gedehnten Ohrlöcher noch etwas größer wären, damit würden sie wirklich dem Vergleich, den Steff angesprochen hat, nahelegen

  11. Schaut echt klass´aus.

  12. AS schreibt:

    Unglaublich schön, hast du schon daran gedacht, dir im Grübchen an der Oberlippe ein Piercing zu machen? Ich glaube, das würde den Look perfektionieren.

  13. Ferik schreibt:

    Das sieht sehr schön aus

  14. CE schreibt:

    Hätte ich nicht gedacht, dass Piercings mit und ohne Schmuck so cool aussehen. Ich finde auch die Löchlein in der Nase und der Lippe sehen spitze aus.

  15. Kay schreibt:

    Love your look, those tiny holes are soooo sexy!!!

  16. SabrinaT schreibt:

    Hey, deine tollen Fotos machen mir wirklich Mut. Ich will mir schon seit eineinhalb Jahren die Ohrlöcher dehnen, ich finde Ohrtunnel sehen fantastisch aus. Aber diverse Leute haben mich immer davon abgehalten, mit dem Argument, das würde ohne Schmuck fürchterlich aussehen, und was ich denn täte, wenn ich älter wäre. Wenn ich dich mit deinen leeren Löchern sehe, dann finde ich, das sieht sogar ohne Schmuck super aus. Ich sollte wohl weniger auf Ahnungslose, die ihre Vorurteile spazieren führen, hören.

  17. Denise schreibt:

    Was macht den Reiz des Ohrendehnens für dich aus?

    • Karin Koller schreibt:

      Das kann man nicht in wenigen Worten erklären. Ich werde aber nach Weihnachten eine Mailbox zum Thema Ohrendehnen machen, in der ich das zu erklätren versuche. Wenn es dich interessiert, dann schau vorbei. Wenn du Fragen oder Anregungen hast, kannst du sie mir gerne schicken: karinkoller@rocketmail.com

  18. Pingback: Mailbox: Gedehnte Ohrlöcher (2) | Karin Koller

  19. Alex schreibt:

    Hi, bin schon lange begeisterte Leserin deines Blogs und würde mich sehr über ein Askese-Update freuen. Sind inzwischen doch wieder einige Veränderungen dazugekommen. 🙂 Mir sind ja leere Löchlein genau so reizvoll wie besetzte.

  20. Pingback: Askese reloaded | Karin Koller

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