Ansichtssache

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Zum Frühlingsbeginn schenkte ich den Kindern eine große Flasche Seifenblasen. Der Stab hatte nicht nur einen Ring am Ende, sondern über die gesamte Länge viele Ringe in verschiedenen Größen. Damit würden wir die schönsten Seifengebilde machen können, meinte ich.

Voller Erwartung blies die Kleinste hinein. Wir alle hielten den Atem an. Heraus kamen nur ganz normale einzelne Seifenblasen. Mein Sohn nahm seiner Schwester den Stab aus der Hand „Sie kann es vielleicht noch nicht so gut“, meinte er.

Vorsichtig, vorsichtig mit der Miene eines Glasbläsers, der gerade ein kompliziertes Glastier fertigte, blies er hinein. Wir hielten wieder den Atem an. Er produzierte, genau wie seine Schwester lauter langweilige einzelne Seifenblasen. Wir waren sehr enttäuscht.

Doch dann, einer plötzlichen Eingebung folgend, nahm ich den Stab, tauchte ihn in die Seifenlösung und drehte mich damit. Die schönsten Seifenblasencluster entstanden. Sie bestanden jeweils aus 5 oder 6 Blasen von unterschiedlicher Größe, die sich zu verschiedenen Gebilden vereinten.

Die Kinder versuchten es auch und dann tanzten wir alle mit dem Seifenblasenstab im Kreis und versuchten, einander zu übertreffen, oder mehrere dieser Gebilde einzufangen und zu einem noch größeren zu vereinen.

Wir hatten richtig Spaß.

Manchmal liegt der Unterschied zwischen Spaß und Enttäuschung in einer winzigen Drehung. Manchmal muss man nur die Technik oder den Blickwinkel einen Hauch abwandeln, damit man zu neuer Freude kommt.

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In der heutigen Schmuckkolumne veränderte ich die Tragweise eines Schmuckstücks, das ich schon einmal vorgestellt habe.Es handelt sich um eine aus sechs Ringen bestehende Ohrringkette, die über einen 5mm breiten Ring mit Klappverschluss im Ohr befestigt wird. Die Kette ist sehr lang und reicht bis weit über die Schulter.

Diesmal fädelte ich den Befestigungsring nicht durch den ersten, sondern durch den dritten Kettenring. Dadurch ergibt sich ein Ohrgehänge bei dem in einem Ring eine Kette mit zwei Ringen und eine mit drei Ringen hängen. Je nach Blickwinkel erscheint das Ohrgehänge als eine gerade Kette oder als geteilte Kaskade.

Der Schmuck wirkt üppig und voluminös, ganz anders als in der herkömmlichen Tragvariante. Auch hier führt ein kleiner Knick, ein Beugen, eine Veränderung zu einem neuen Erlebnis.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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6 Antworten zu Ansichtssache

  1. joansanders schreibt:

    So lovely and Fun! Have you tried to fasten the „Ohrringkette“ to other piercings – I find that most amusing 😉

    Or arousing?

    Best regards

    Joan S.

  2. SonjaLy schreibt:

    sieht supertoll aus, ist die kette noch angenehm zu tragen, gewichtsmäßig?

    • Karin Koller schreibt:

      Danke. Ich finde, die Kette ist angenehm zu tragen, weil sie einen sehr massiven Ring als Aufhänger hat, der direkt im gedehnten Ohrloch oder im Tunnel gut das Gewicht verteilt. Mit einem Aufhänger für ein ungedehntes Ohrloch wäre die Kette vermutlich zu schwer.

  3. lisimoosmann schreibt:

    Das ist großartig. Wo hast du den dicken Verschlussring herbekommen?

  4. dasmanuel schreibt:

    Interessante Mischung. Seifenblasenspiele und hübscher Schmuck …

    Den Daumen hoch gibt’s für die tollen Bilder. Die Seifenblasenerzählung ist zwar fein, an die visuelle Stimulanz der Ohrringe (soll ich sagen, Gesichtsringe) reicht sie allerdings nicht heran.

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