Stainless Steel

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Vor einigen Jahren bekam ich den Auftrag, eine kleine Broschüre über Edelstahl zu schreiben. Wie langweilig, dachte ich, beim besten Willen werde ich nicht einmal eine Seite füllen können. Stahl ist Stahl ist Stahl. Meinte ich zumindest. Weil ich mir nichts überlegt hatte.

Doch dann las ich die Informationen, die mir die Firma über dieses Thema gegeben hatte, und änderte schnell meine Meinung. Es ist interessant, wie Edelstahl erzeugt wird. Warum er für biotechnologische Prozesse glatt gemacht werden muss und wie das geschieht. Wie Stahl korrodiert. Wie Bakterien den Stahl zerstören können. Welcher Aufwand zur Perfektionierung der Stahlqualität sinnvoll ist und welcher kontraproduktiv für die intendierte Anwendung.

Das war nicht das erste Mal, dass ich dachte, ein Themengebiet sei uninteressant und dann meine Meinung revidierte, sobald ich mich auch nur oberflächlich damit beschäftigte. Die meisten Dinge werden interessant, wenn man etwas über deren Hintergrund erfährt. Über ihre Entstehung, ihren Gebrauch, ihre Geschichte, ihre Entwicklung.

Deshalb ärgere ich mich über Menschen, die von vornherein Dinge oder Themen als uninteressant abstempeln. Es gibt genügend „Bildungsbürger“ oder Menschen, die sich selbst als „geistige Elite“ bezeichnen, die sich nicht nur für verschiedenste Themengebiete, wie Sport, Kochen oder Wissenschaft, nicht interessieren, sondern das sogar stolz anderen bei jeder Gelegenheit erzählen, als würde Interesse auf diesen Gebieten ihren Intellekt kontaminieren. Nicht zu erkennen, wo überall Interessantes steckt, halte ich für dumm.

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In dieser Schmuckkolumne stelle ich meinen Edelstahlschmuck vor. In den ersten beiden Ohrlöchern trage ich 3mm breite Creolen mit einem Durchmesser von 3cm, im dritten Ohrloch eine etwas kleinere, aber ebenso breite Creole mit einem Zirkoniastein. In den Conch habe ich einen runden Edelstahlstecker mit Zirkoniastein eingesetzt. Der Schmuck im oberen Ohrrand ist ein leicht gewölbter Stab, der eigentlich wenig spektakulär, im ersten Ohrloch bei gewissen Blickwinkeln eine Creole vortäuschen soll. Am Ohrrand wirkt er aber effektvoller und bedeckt 2-3 Ohrlöcher. Die übrigen Ohrlöcher habe ich nicht besetzt, weil ich finde, der Stahlschmuck kommt besser zur Geltung, wenn das restliche Ohr nicht mit Silberschuck besetzt ist.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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