Interferenz

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Interferenz. Vom Wortsinn bedeutet das „Dazwischentragen“. Sich hineindrängen, aus zweien oder mehreren ein Neues machen. Nicht immer auf eine gute Weise, aber manchmal schon.

Bei Steinen, die in einen See fallen, deren Kreise sich treffen und neue Muster schaffen. Lichtinterferenzen, die Vogelfedern zum Leuchten und Seifenblasen zum Schimmern bringen. Schallinterferenzen, die Lautsprecher quietschen lassen.

Vor vielen Jahren spielte Neil Young in Salzburg. Ein Open-air Konzert auf dem Residenzplatz mitten in der Stadt. Im Vorfeld gab es Proteste der Anrainer und deshalb Vorgaben, wann das Konzert beendet sein musste. Gegen Schluss hielt Neil Young seine Gitarre an die Box und spielte Interferenzen. Immer lauter, immer länger, beinahe bis zur Unerträglichtkeit. Und das Überraschende für mich dabei war: Es passte zum Song. Es faszinierte mich. Es war eine unglaublich eindrückliche Kulmination des Konzerts. Es klang, als wollte Neil Young Salzburg eigenhändig zum Einstürzen bringen.

Interferenzen schaffen neue Muster, ungeahnte Abgründe, aufregende Inspirationen und unerwartete Effekte. Verändern den Alltag durch Gekreisch, Schillern und Flimmern. Auch mit der Kombination von Schmuckstücken kann man Interferenzen erzeugen.

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In dieser Schmuckkolumne stelle ich eine Silber/Goldkombination mit zwei Silberspiralen von Rivet Jewelry vor. Beide Spiralen sind etwa 3mm breit. Das zweite Ohrloch habe ich dafür leicht gedehnt. Die große Spirale führe ich durch einen Goldtunnel. Am Ohrrand trage ich abwechselnd silberne und goldene Kugeln.

Die kleinere Spirale reicht der größeren nicht einmal bis ins Zentrum. Halte ich den Kopf gerade, stehen die Spiralen brav nebeneinander. Bei jeder Drehung des Kopfes kommen sie aufeinander zu liegen und es ergibt sich ein Interferenzmuster. Das macht den Schmuck lebendiger, unvorhersehbarer, es ergeben sich neue Mustervariationen, und das ganz ohne Aufwand.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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10 Antworten zu Interferenz

  1. alessap schreibt:

    hach, sehr schön, trägst du dieses wunderbare septumringchen nicht mehr?

  2. alessap schreibt:

    es sieht so toll aus

  3. danielasucht schreibt:

    Hübsch wäre auch das ganze mal mit durchgehend Ringen zu sehen. Gibt´s eine Chance dafür?

  4. joansanders schreibt:

    Always so lovely! Just rings is also a great look!

  5. RaggedGlory schreibt:

    Findest Du Neil Young akustisch oder elektrisch besser?
    Ich habe eine leichte Vorliebe für letzteres.

    • Karin Koller schreibt:

      Das könnte ich gar nicht sagen. Ich mag eher Songs als Stile. Mein Lieblingsalbum ist On the Beach.

      • RaggedGlory schreibt:

        Da hast Du allerdings Recht. Dass der Song und nicht der Stil im Vordergrund steht merkt man insbesondere dann, wenn mal ein „elektrischer“ Song wie „Cowgirl in the Sand“ überraschend akustisch gespielt wird und umgekehrt, z.B. „Pocahontas“ elektrisch.

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