Kristallpool als Blumenquelle

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Märchen und Sagen hatte ich so romantisch in Erinnerung. Bis ich den Kindern welche vorgelesen habe. Die Grimm-Märchen mit ihrer oberlehrerhaften Moral und mehr als unterschwelligen Gewalt. Die Andersen-Märchen mit ihrer beklemmenden Schrecklichkeit (versehentlich las ich der Kleinsten einmal Die kleine Meerjungfrau vor und war richtig schockiert). Außer Des Kaisers neue Kleider natürlich, dieses Märchen fand ich lustig. Sagen sind oft so kurz, es entwickelt sich keine richtige Geschichte.

Aber ab und zu fand ich ein Buch mit weniger bekannten Märchen. Mit Geschichten darüber wie die Welt entstand. Oder wie der Igel seine Stacheln bekam. Solche Erzählungen hatte ich immer schon gern. Zu den schönsten Geschichten, die wissenschaftliche Theorien und märchenhaftes Vorstellungsvermögen in Einklang bringen, gehören die Cosmicomics von Italo Calvino. Leider sind meine Kinder noch ein bisschen zu klein dafür. Vielleicht lese ich sie selbst noch einmal.

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In dieser Schmuckkolumne stelle ich eine Kombination von Plugs mit Ohrgehängen vor. Bisher trug ich Ohrgehänge (und Creolen sowieso) immer durch Tunnel, aber nie unter ihnen. Daran, Plugs mit anderem Schmuck zu verwenden, habe ich bisher nicht gedacht.

Ich hängte meine weißgoldenen Dall’Avo Blütenohrgehänge in meine Ohrlöcher und legte dann die Glitzerplugs ein. Das ging ganz leicht. Ich hatte befürchtet, dass sich das ein bisschen unangenehm anfühlen würde, weil sich ja der Plug sonst schön in das Ohrloch einschmiegte und jetzt der Hänger im Weg sein würde. Es war aber angenehm, weil sich nun die Last des Gehänges auf das gesamte Ohrloch verteilte.

Mir gefiel auch, wie sich das Ohrgehänge mit dem Plug zu einem neuen Schmuckstück vereinigte. Einem Schmuckstück, das eine Einheit bildet, aber nicht ganz stromlinienförmig zusammenpasst. Ich stellte mir vor, die Plugs wären Kristallpools, aus denen Blüten heraustropften gemäß einer zauberhaften Sage, aber durchaus auch wissenschaftlich erklärbar. Und vielleicht schwirrt irgendwo eine kleine Fee herum. Oder eine Libelle. Märchen sind ja auch Ansichtssache. Die guten jedenfalls.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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