Creolentriple

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Ist von gedehnten Ohrlöchern die Rede, taucht immer wieder die Frage auf, ob man die denn im Beruf tragen könne. Oder Mütter fragen besorgt, ob sich ihre Töchter nicht die Karriere verbauen, wenn sie sich die Ohrlöcher dehnen lassen.

Eine Bekannte von mir arbeitete in einem „Corporate Environment“. Den Mitarbeiterinnen wurde es ausdrücklich verboten, gedehnte Ohrlöcher, oder mehr als ein Ohrpiercing pro Ohr zu haben. Das passe nicht zum seriösen Bild, das die Firma geben wolle. Meine Bekannte musste ihr Industrialpiercing mit Glitzersteinbrücke und die beiden kleinen Glitzerstecker im Ohrläppchen ablegen.

Herkömmliche Ohrringe waren aber erlaubt. Die Kollegin meiner Bekannten trug große rote Plastikbilligohrringe. Die wurden nicht beanstandet.

Ich verstehe, dass Firmen bei Kundeninteraktionen auch durch das Auftreten, die Kleidung und den Schmuck ihrer Mitarbeiterinnen ein Bild vermitteln wollen, das der Firmenphilosophie entspricht. Ich verstehe aber nicht, dass Piercings mancherorts immer noch als zu wenig seriös gelten können. Aber das wird sich ohnehin bald ändern, wenn man beginnt, einfach hinzuschauen, bevor man sich seiner Vorurteile bedient. Elegant kann man Mehrfachpiercings und gedehnte Ohrlöcher allemal tragen.

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In dieser Schmuckkolumne stelle ich eine neue Kombination der Silbercreolen vor, die ich auch im Beitrag Aural Sculpture  gezeigt habe. Diesmal trage ich aber nicht viele Creolen den gesamten Ohrrand entlang, sondern nur drei kleine Creolen mit 2, 3 und 4cm Durchmesser. Ich habe sie alle drei in das gedehnte Ohrloch (10mm) eingesetzt. Den Ohrrand entlang trage ich abwechselnd Glitzersteine und Silberkugeln.

Der Effekt der dickeren Creolen ist ganz anders als mit den schmalen Creolen, die ich vor zwei Wochen gezeigt habe. Diese Ohrringe füllen das Ohrloch aus. Wenn man nicht genau hinschaut, könnte man meinen, es handle sich um ein herkömmliches Paar Ohrringe. Erst auf den zweiten Blick wird man merken, dass drei Schmuckstücke in einem großen Ohrloch eingesetzt sind.

Die Kombination ist alltagstauglich, weil die Ohrringe klein sind und man sie beim Tragen nicht spürt. Mich würde sehr interessieren, wie so ein Schmuck in einem corporate Environment aufgenommen würde.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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10 Antworten zu Creolentriple

  1. Madlen schreibt:

    Die Kombination ist wirklich hübsch. Wo hast du die unterschiedlichen Größen gekauft und sind diese alle von einer Marke? Ich hab vor mir welche in rosegold zu holen. so wie diese hier (unten links) : http://www.creolen.net/fossil.html

  2. Sina schreibt:

    Ich hab mal ’ne ganz praktische Frage: Hin und wieder lässt Du Dir ja (am Ohrrand bspw.) noch Ohrlöcher dazustechen. Welchen Schmuck trägst Du da dann direkt nach dem Stechen drin? In den Ohrrand-Löchern trägt man ja zum Abheilen meist speziellen Piercingschmuck – häufig Klemmkugelringe aus Titan oder Chirurgenstahl. Bei Dir auf den Fotos sieht man aber immer nur „normalen“ Schmuck. Also ganz normale Ohrstecker oder Ohrringe.

    Machst Du immer erst Fotos, wenn alles abgeheilt ist? Ich hab diesen speziellen Piercingschmuck glaube ich noch nicht gesehen bei Dir.

    Und: Häufig trägst Du am Ohrrand diese (gut aussehende) Kombination aus goldenden uns silbernen Kugel-Steckern. Kaufst Du Dir davon immer gleich ein paar mehr, damit Du genug davon hast, wenn Du wieder ein oder zwei neue Löcher hast? Oder gehst Du nach dem Piercen wieder zum Juwelier und hoffst, daß er den Schmuck nach wie vor im Angebot hat?

    (Klingt profan, ich weiß, aber ich frag mich das halt schon länger…)

    PS: Ich bewundere, wie gut bei Dir Ohrpiercings abheilen. Meine zwei Ohrrandpiercings verhalten sich da seit Jahren nicht so konstruktiv wie deine. Obwohl sie beim Piercer gestochen sind, ich nur Titanschmuck drin trage und nicht dauernd dran rumspiele. Und dauernd wechseln tu ich den Schmuck auch nicht, weil ich dann immer für ’nen halben Tag ein rotes Ohr habe. Unechter Schmuck geht auch nicht. Und länger als einen Tag würde ich die auch nicht „leer“ lassen, dann kriege ich den Schmuck nur noch mit Mühe wieder rein. Und es wird natürlich auch gleich rot und schmerzt. Da beneide ich Dich um deine unkomplizierten Ohren! Seufz!

    • Karin Koller schreibt:

      Direkt nach dem Stechen trage ich den herkömmlichen Piercingschmuck. Ich vertrage den aber nicht immer bzw. überall. Deshalb wechsle ich relativ schnell und mache erst Fotos, wenn ich den Schmuck gewechselt habe.
      Ich trage am Ohrrand gerne abwechselnd verschiedene Stecker, weil ich nicht mehr genug von einer Sorte für alle Ohrlöcher habe und dieses Problem so umschiffe. Aber die ganz normalen Glitzersteine, Kugeln oder kleinen Ringe gibt es eigentlich schon zum Nachkaufen.
      Hast du es schon einmal mit Gold- oder Silberschmuck versucht? Manchmal wird das besser als der Piercingschmuck vertragen. Was ich auch immer machen, wenn ein Ohrloch sich entzündet, ist, beim Wechseln gut zu reinigen und 2-3 Tage zu desinfizieren.

  3. Sina schreibt:

    Hallo und danke für die Antwort! Mit Gold- und Silberschmuck habe ich es auch schon versucht. Gold funktioniert so leidlich, nicht besser oder schlechter als Titan. Dazu kommt, daß ich die Farbe nicht so mag. Silber geht absolut gar nicht. Innerhalb einer halben Stunde beginnt es zu nässen und auf die Stufe danach lasse ich es dann lieber nicht ankommen. Von Modeschmuck schweigen wir mal ganz.

    Andere Beobachtung: wenn ich in andere Länder verreise (sagen wir mal außerhalb Mitteleuropa), merken es meine Piercings sofort. Das dauert keine zwei Tage und sie werden rot oder nässen leicht und ich muss Octenisept nehmen. Oder auch mal Teebaumöl. Nimmt sich bei mir aber nichts in der Wirkung. *Mit* Octenisept oder Teebaumöl klingen diese Entzündungszeichen innerhalb von zwei Tagen ab, *ohne* in 48 Stunden. Ich bemerke da leider absolut keinen Vorteil.

    Wenn ich sehe, wie robust Ohrrandpiercings bei Dir so sind, werde ich schon mal neidisch. Ich hätte gerne vielleicht noch eins, aber so wie sich diese Piercings bei mir verhalten, lass ich das lieber sein.

    Ich hatte irgendwann mal einen Piercer darauf angesprochen. Der meinte, daß es schon mal sein könne, daß Piercings an Stellen sind, an denen es halt aus unerfindlichen Gründen total schwierig ist, daß sie vollständig abheilen. Manchmal sieht das ein paar Millimeter daneben schon total anders aus, ich könne das ja mal versuchen, ob das bei mir auch so wäre. Bin von dem Gedankengang aber nicht sooo überzeugt.

    Was mir eben einfiel: Sowas wie Akupunkturbehandlung geht bei Dir am Ohr vermutlich nicht mehr so gut, oder? 😉

  4. Marie schreibt:

    Ich finde deine Ohrpiercings sehr schön, inzwischen vor allem ihre Symmetrie. Ich hatte mir von meinem Mann einreden lassen, es sähe besser aus, wenn ich nur ein Ohr gepierct und gedehnt hätte. Aber nach zwei Jahren in diesem Zustand fühlte ich mich ganz und gar unausgewogen und werde nun so schnell wie möglich auf Symmetrie umschwenken. Hattest du nicht das Bedürfnis, noch etwas weiterzudehnen? 16-18mm Löcher würden die bestimmt großartig stehen. Und der richtig tolle Dehnschmuck fängt auch bei dieser Größe an. LG Marie

  5. Marie schreibt:

    Mein Mann ist ab heute einige Tage weg. Ich würde das gerne bis zu seiner Rückkehr erledigen, (wobei ich mir mit dem Dehnen nicht ganz sicher bin).

  6. Marie schreibt:

    Ich hatte das beim linkenOhr so langsam gemacht. Insoweit würde mich die andere Variante interessieren. Und ich würde meinen Mann auch gerne mit einem fertigen Ohr überraschen.

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