Pensées: Ein Ausflug nach Krumbach

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  1. Zufällig haben wir von dem Kunstprojekt BUS:STOP  in Krumbach gehört.
  2. 7 Architekten (aus China, Japan, Chile, Spanien, Norwegen, Russland und Belgien) haben in der kleinen Gemeinde, die nur 1000 Einwohner hat, 7 Bushäuschen gestaltet. Zusammen mit Vorarlberger Partnerarchitekten. Handwerker aus der Region haben die Häuschen gebaut.
  3. Das wurde von einem Verein organisiert und über Sponsoren finanziert. Als Honorar bekamen die Architekten einen Urlaub im Bregenzerwald.
  4. Wir beschließen, nach Krumbach zu fahren und uns die Bushäuschen anzusehen.
  5. „Was soll denn an Bushäuschen interessant sein?“, sagt Anna und zeigt uns den Vogel. Sie geht aber dann doch mit, weil wir danach noch im Gasthaus essen wollen.
  6. Das erste Bushäuschen, das wir finden, ist das von den Architekten aus China. Auf den ersten Blick wirkt es nicht spektakulär, ein Holzhäuschen halt. Aber innen erzeugen die Holzbretter eine Flucht, die das Fenster einrahmt. Die Landschaft wird zum Kunstwerk, das Bauwerk zum Rahmen.
  7. Die zweite Station hat zwei Ebenen. Unten wartet man auf den Bus, oben kann man den Tennisspielern am benachbarten Tennisplatz zusehen.
  8. Die dritte Station sieht aus wie ein überdimensioniertes Vogelhaus mit Tisch und Bank.
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  10. An der nächsten Station ist ein Schild angebracht: „Dies ist ein Kunstwerk. Betreten auf eigene Gefahr.“
  11. Den Kindern gefällt diese Station bis jetzt am besten. Sie können über eine Holztreppe durch weiße Metallstäbe klettern. Von unten sieht das aus, als stiegen sie in den Himmel.
  12. Als Kunstwerk finde ich es toll, im Regen möchte ich dort nicht auf den Bus warten müssen.
  13. Die nächsten Stationen finden wir nicht. Aus Versehen fahren wir bis Hittisau. Die Kinder sagen „Hitti-Sau“ und lachen.
  14. Am Rückweg bemerken wir eine Abzweigung, dort sind die letzten drei Stationen. Ein Glashaus mit Stühlen. Ein spitzer Berg aus Metall, der von der Ferne aussieht wie aus Origami gefaltet.
  15. Und noch die Station, die die Kinder am tollsten finden: Ein aus aufgeschichteten Bretten gebauter Strandkorb, auf den man innen und außen klettern und sogar durch die Fensteröffnung hinausspringen kann.
  16. Wir haben unser Kulturprogramm absolviert, die Kinder sind noch bei Laune.
  17. In Lingenau steigen wir beim Käsekeller aus. Davor, in Langenegg war das Feinkostgeschäft „La Wurscht“ leider am Samstagnachmittag geschlossen.
  18. Im Käsekeller gibt es Käse, Milchprodukte, Wurst (von La Wurscht), Kosmetika, Schokolade, Honig, Wein und Tee zu kaufen. Alles aus der Region.
  19. Hinter einer Glaswand des Geschäftslokals befindet sich der Käsekeller. Reihen über Reihen von Käselaiben sind hier zur Reifung aufgestapelt.
  20. Ich kaufte Käse und Tee (Ussewäscher, es hätte auch Wibletee für Frauen gegeben) und Pralinen.
  21. „D‘ Wälder Sig“ steht auf der Packung. Ich fragte, was das bedeutet.
  22. Sig ist eingekochte und karamellisierte Molke, die mit Obers zu einer Paste geknetet wird. Früher, als es kaum Schokolade im Bregenzerwald gab, war Sig der Schokoladeersatz.
  23. Weil Sig so viel Milchzucker enthält, wirkt es auch abführend.
  24. Sig sieht so ähnlich aus wie Dulce de Leche. Es schmeckt auch so ähnlich.
  25. Ich finde es spannend, welche Köstlichkeiten aus Abfallprodukten wie Molke gemacht werden können. Mich würde interessieren, wie man auf die Idee gekommen ist. Aber das weiß man vermutlich nicht mehr.
  26. Wie fahren weiter nach Bildstein. Das ist ein kleiner Ort mit großer Barockkirche, Gartenzwergegarten und Aussicht auf den Bodensee.
  27. Dort essen wir auf einer Terrasse. Auf der Kinderspeisekarte gibt es einen Piratenteller – einen leeren Teller mit Besteck. Damit man von den anderen Essen entern kann.
  28. Eigentlich genau das Richtige für Katharina. Aber Katharina will Kässpätzle, ihr Lieblingsgericht, wie sie immer beteuert. Die bleiben aber übrig, weil sie von allen anderen ausgiebig kosten muss. Aber das ist schon in Ordnung, denn mein Essen schmeckt ihr so sehr, dass ich ohne Kässpätzle nicht satt geworden wäre.
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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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6 Antworten zu Pensées: Ein Ausflug nach Krumbach

  1. dasmanuel schreibt:

    Sehr nett, diese ‚Experimente‘. So etwas bräuchte es öfters, um Schwung ins übliche Architekturgrau zu bringen.

  2. latenightlibrarian schreibt:

    Da würde ich gerne euren Fußstapfen nachwandern, von den Busstationen bis zum Essen auf der Terrasse!

  3. Claus schreibt:

    Die Zeitung „Die Presse am Sonntag“ brachte an diesem Wochenende einen Artikel über die Wartehäuschen in Krumbach http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/3821322/360-Grad-Osterreich_Das-Architekturwunder-von-Krumbach

  4. manuel schreibt:

    Ein großartiges Architektur Projekt. Da macht das Warten im Häuschen plötzlich wieder Freude.

  5. Pingback: Pensées: Ein Ausflug in die Weissenhofsiedlung | Karin Koller

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