Laura V.: Die Entdeckung der Schwerkraft

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Ich habe mich nie besonders intensiv mit erotischer Literatur beschäftigt. Aber vor zwei Jahren ließ ich mich von dem Shades of Grey Fieber anstecken. Die ersten zwei Bände gefielen mir gar nicht so schlecht. Aber eben auch nicht so gut. Mein Interesse weckte es dennoch und ich war auf der Suche nach einer neuen erotischen Sommerlektüre.

Eine Leserin dieses Blogs hat mich auf ein Blog aufmerksam gemacht: Die Entdeckung der Schwerkraft.  Es ist ein Blog, über Piercings und Erotik. Und einen erotischen Roman. Das machte mich neugierig und ich bestellte das Buch.

Drei Frauen und ein Mann erzählen von der Neugestaltung eines Tattoo- und Piercingsstudios und von ihren persönlichen Geschichten. Immer abwechselnd in kürzeren oder längeren Cuts.

Katharina ist die Besitzerin des Studios und etwa 40 Jahre alt, die beiden anderen Frauen, Isabella und Alexandra sind jünger. Markus ist der Älteste und der Chef einer PR-Agentur. Alexandra versucht, nach dem Studium ihre Karriere in einer PR-Agentur zu starten. Sie wird beauftragt, ein Konzept für das Studio zu erstellen. Obwohl sie keine Ahnung von Piericings und Tattoos hat. Sie hat nicht einmal durchstochene Ohrlöcher und ist auf die Hilfe Isabellas, einer Piercierin, angewiesen. Isabella versucht Alexandra den Reiz von Piercings zu erklären. Richtig versteht Alexandra das erst, nachdem sie es ausprobiert hat und nachdem Isabella ihr einiges mehr zeigt. Alle vier Protagonistinnen erleben sexuelle Abenteuer, die mit Piercings zu tun haben.

Alexandra steigt in das Buch als die typische „Novizin“ ein, die in vielen erotischen Geschichten vorkommt. Sie wird aber nicht von einem allwissenden Mann, der sie dominiert, belehrt. Einiges erfährt sie von Isabella, einiges denkt sie sich selbst aus.

Mir gefällt an dem Buch, dass die Initiative für erotische Erfüllung von Frauen ausgeht. Und das nicht ausschließlich von sehr erfahrenen Frauen. Die Protagonistinnen haben ihre Unsicherheiten, überwinden diese auch wieder und wagen doch etwas. Professionell und sexuell.

Sie sind Frauen, mit denen ich mich durchaus identifizieren kann (ich wäre gerne wie Isabella. Wenn ich mich anstrenge, könnte ich vielleicht so wie Katharina sein). Man erfährt sogar, was sie lesen, welche Serien sie mögen, welche Musik sie hören. Und sie haben die tollsten erotischen Erlebnisse – bei der Selbstbefriedigung, mit Piercingschmuck, beim Ohrlochdehnen, beim Durchstechen der Ohrläppchen, mit diversen Spielgeräten (von denen ich noch nie gehört habe, von denen mir aber einige als durchaus interessant erscheinen).

Schön finde ich auch die größeren und kleineren Abschweifungen in dem Buch – eine Scheidung, ein Abendessen mit rohem Fisch, der Kauf einer Lederhose, Überlegungen zu Schmuck. Dafür kommt die Entdeckung der Schwerkraft ohne die in erotischen Romanen gerne zum Halten des Spannungsbogens verwendete Hintergrundgeschichte von Bedrohung, Mordversuchen, Verfolgung (oder Entführung durch Außerirdische) aus.

Das Buch ist spritzig geschrieben mit einigen guten erotischen Szenen und einer überraschenden Wendung am Schluss. Es beschreibt nicht nur verschiedene Arten von Schmuck, oder wie es sich anfühlt, Piercings stechen zu lassen, sondern auch erotische Möglichkeiten diverser Piercings, die Lust machen, sie selbst auszuprobieren.

So gesehen passt Die Entdeckung der Schwerkraft sehr gut in diese Schmuckkolumne und ich empfehle es hier für alle, die sich für die Erotik von Piercings interessieren.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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3 Antworten zu Laura V.: Die Entdeckung der Schwerkraft

  1. dana schreibt:

    hallo karin, danke für die empfehlung, ich mochte das Buch sehr, weitere tipps wären toll, lg dana

  2. Bernie schreibt:

    Klingt recht gut, aber lohnen sich solche Romane wirklich? Das ist doch immer fern ab jeder Realität und nicht einmal als Anregung umsetzbar erfahrungsgemäß

    • Karin Koller schreibt:

      Ich kenne mich nicht so aus in diesem Genre. Ich fand aber, dieses Buch beschrieb einiges, das ich beim Piercen empfand, recht gut und machte Lust, das eine oder andere selbst zu probieren.

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