Das Nirgendwo erfinden

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In der Winterjacke am Meer zu sein. Davon habe ich immer geträumt. Ich hatte keine Vorstellung davon, wie es ist, am Meer zu sein, wenn es kühl wird. Ob es dann meist neblig ist. Ob es trübselig aussieht. Ob ich das Meer ohne Sonnenölgeruch überhaupt wiedererkennen würde.

Ein Meer im Herbst oder Winter hatte in meiner Vorstellung etwas Sehnsüchtiges. Etwas Verlorenes vielleicht auch. Den eigentlichen Zweck verloren. Was natürlich ein Blödsinn ist. Aber ich erträume mir gerne Dinge, von denen ich weiß, dass sie so nicht sein können.

In den Herbstferien fuhren mein Mann und ich nach Triest. In der Winterjacke.

Triest ist eine Stadt, die auch gerne mit Sehnsüchten, mit verlorener Bedeutung, mit einem Im-Nirgendwo-Sein beschrieben wird. Und unwillkürlich musste ich beim Schlendern durch die Stadt an diese Beschreibungen denken. Ich meinte, die Verlorenheit und die Tristesse deutlich zu spüren. Obwohl ich wusste, dass es real keinerlei Anhaltspunkt dafür gibt.

Aber das Meer, das Meer war wunderschön. Klar und dunkelblau, weil die sommerliche Diesigkeit fehlte. Ich schaute hinaus – in meine Winterjacke gekuschelt, obwohl es gar nicht kalt war – und freute mich, eine andere Facette des Meeres gesehen zu haben.

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In dieser Schmuckkolumne stelle ich eine Kombination aus Silbercreolen und einem silbernen Ohrhänger mit Onyxstein vor. Den Ohrhänger trage ich direkt im ersten Ohrloch. Darüber habe ich verschraubbare Silbertunnel eingesetzt, durch die ich Silbercreolen trage. Im zweiten und dritten Ohrloch habe ich Silbercreolen mit 3 und 5 cm Durchmesser eingesetzt. Den Ohrrand entlang trage ich kleine Silbercreolen.

Der Ohrhänger baumelt durch die großen Creolen, stößt manchmal an die kleineren, schwebt in der Mitte. Aber nicht im Nirgendwo, muss ich denken, genau wie Triest in Wirklichkeit auch.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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2 Antworten zu Das Nirgendwo erfinden

  1. Elke Standfuss schreibt:

    Guten Abend, Frau Koller!
    Ihr Artikel macht Lust auf Reisen. Und ich frage mich, ob Sie mit all dem – teilweise vielleicht schweren – Ohrschmuck auch schlafen (können), oder ob Sie jeden Abend und dann am Morgen lange Zeit mit dem Ab- und Anlegen Ihres Schmucks zubringen. Verraten Sie es mir?
    Beste Grüße aus Berlin,
    Elke Standfuß

    • Karin Koller schreibt:

      Danke. Den schweren Ohrschmuck trage ich nur im Ohrläppchen. Den nehme ich zum Schlafen heraus, und mit dem Schmuck am Ohrrand kann ich gut schlafen. Das morgendliche Einsetzen des Schmuckes dauert dann nur eine Minute.

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