Pensées: Ein Ausflug nach San Marino und Urbino

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  1. Von Ravenna aus reisen wir nach Giulianova. Mein Mann möchte sich unterwegs San Marino ansehen, ich Urbino.
  2. Weil San Marino näher liegt, fahren wir dorthin.
  3. Viele Menschen haben die gleiche Idee. Die Parkplätze sind fast voll. In einer Karawane aus Touristen erklimmen wir den Hügel der Altstadt.
  4. Auf dem Weg hinauf reiht sich ein Souvenirshop an den nächsten. Fast. Dazwischen finden sich auch Waffengeschäfte. Mit Messern, Pistolen, ich meine sogar Halbautomatische Waffen zu erkennen. Warum die hier so gehäuft auftreten, weiß ich nicht.
  5. Zwischen all den Schneekugeln und folkloristisch bedruckten Tischdeckchen sehen sie sonderbar aus.
  6. Alles wirkt hier touristisch. Vor dem Rathaus findet mit großem Tamtam und viel Gewehrgeschwinge der Wachenwechsel statt.
  7. Die Aussicht ist aber schön. In der Ferne meine ich das Meer zu erahnen.DSC00709 DSC00713 DSC00717
  8. Wir wollen hier nicht bleiben und weil es noch früh ist, fahren wir auch noch nach Urbino. Über eine winzige Straße durch Dörfer hügelaufwärts und wieder abwärts. Mit schönem Blick auf die Landschaft.
  9. Sehr idyllisch.
  10. Urbino liegt auf einem Hügel. Die Häuser der Altstadt sind aus sandfarbenen Ziegeln gebaut.
  11. Wir gehen den Hügel zum Palazzo Ducale hinauf. Unterwegs setzen wir uns in eine Bar und essen ein Sandwich.
  12. Am Platz neben uns werfen in Cocktailkleider und Anzüge gekleidete junge Menschen Eier und Tomaten auf einen jungen Mann. Den haben sie davor mit Mehl überschüttet. Und danach mit Federn.
  13. Der junge Mann geht weg. Gerade als wir unser Sandwich aufgegessen haben, kommt er wieder. Mit nassem Haar und auch im Anzug.
  14. Heute sind die Studienabschlussfeiern. Der junge Mann hat gerade promoviert. Warum er sich quälen lassen muss, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob das nur in Urbino üblich ist oder in ganz Italien.
  15. Einige Schritte von der Bar entfernt ist ein kleiner Juwelier mit ovalen, goldfarbenen Ohrringen in der Auslage, die gar nicht teuer sind. Ich kaufe sie zum Andenken.
  16. Wir gehen weiter zum Palazzo Ducale. Die Galleria Nazionale delle Marche ist dort.
  17. Im Stiegenaufgang hängt ein großes Wappen. Eine Papstkrone ist drauf. Und zwei Vögel, die aussehen wie Phönixe.
  18. Im Museum hängen viele sakrale Bilder. Eines davon ist eine stillende Maria aus dem 15. Jahrhundert, die große Ohrringe trägt.
  19. Ich habe noch nie eine Maria mit Ohrringen gesehen.
  20. In dem Palazzo gibt es Türen mit wunderschönen Holzeinlegearbeiten. In einem Raum sind nur Holzeinlegearbeiten ausgestellt. Eine davon ist von einem Bücherregal. Warum jemand auf die Idee kam, sich eine teure Intarsienarbeit zuzulegen, anstatt einige Bücher in einen Glaskasten zu stellen, weiß ich nicht.
  21. Nachdem wir das Museum angeschaut haben, schlendern wir noch durch die Stadt. Viele Hinweisschilder sind für Universitätsinstitute. Die halbe Stadt scheint aus Universitätsinstituten zu bestehen.
  22. Auf einem Garagentor steht „Kung-Fu-Writing“. Ich sehe das als Omen, weil ich als im Selbstverlag publizierende Autorin mich manchmal fühle, als würde ich genau das machen.
  23. Auf dem Weg zum Auto sehe ich an einer Bar einen Schaukasten mit lauter Zuckerlschachteln. Am Schönsten finde ich die Sorte „Brutti e Buoni“ (die Hässlichen und die Guten). Die Zuckerl sind aber mit Lakritzgeschmack.  Ich kaufe einige andere Pakete. Auch „Profumi di Arcobaleno“ (Geschmack des Regenbogens).
  24. Beim Parkplatz an der Stadtmauer ist eine Tafel angebracht. Mit einem Text von Michel de Montaigne.
  25. Wir fahren weiter nach Giulianova.

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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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2 Antworten zu Pensées: Ein Ausflug nach San Marino und Urbino

  1. Paul schreibt:

    Hallo das sind keine echten waffen sondern Softairwaffen die Du auch in Deutschland frei ab 18 kaufen kannst. Fuer echte Waffen brauchst Du auch in San Marino eine Waffenlizenz.

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