Truthahn mit Gravy

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Einen ganzen Truthahn zu braten hat bei uns wenig Tradition. Obwohl ich bereits vor Jahren ein traumatisches Erlebnis mit einer ganzen Ente hatte, die ich stundenlang zubereitete, die aber am Schluss nicht einmal eine Burst hatte, und trocken wie gedörrte Schuhsohle war, wollte ich doch versuchen, einen ganzen Truthahn zuzubereiten. Ich rief beim Fleischer im Ort an, um so einen ganzen Vogel zu bestellen, wurde dreimal weiterverbunden, weil meine Anfrage so ungewöhnlich war. Als ich an den Chef persönlich gelangte, versprach er mir, so ein Tier zu besorgen, mit einer Stimme, als hätte ich gerade harte Drogen bei ihm bestellt. Aber zwei Tage später lag ein Truthahn, frisch gerupft und eigens für uns geschlachtet, im Geschäft bereit.

Ich packte ihn zu Hause aus und die Kinder liefen erst einmal schreiend weg, als sie ihn sahen. Katharina schaute mir dabei zu, wie ich zuerst die Hände und dann die Butter unter die Vogelhaut stopfte und mit wohligem Schaudern sagte sie: „Mama, glaubst du, ich bekomme ein Kindheitstrauma von dem da?“

Ich ließ mich nicht beirren, arbeitete weiter und der Truthahn wurde herrlich.

Zeitaufwand: Vorbereitung: ½ h, Bratzeit: 3h, Rastzeit: 2 ½ h, Zubereitung Sauce: ½ h

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Für den Truthahn

  • 1 Truthahn ganz (etwa 4-5kg)
  • 2 Zwiebel
  • 1 Zitrone
  • 2 Lorbeerblätter
  • 100g Butter
  • Kräuter (Schnittlauch, Petersilie, Rosmarin, Thymian, Estragon)
  • Etwas Zitronensaft
  • Etwas Olivenöl
  • Salz
  • 100g Speck in Scheiben geschnitten

Für die Sauce

  • 3 kleine Tomaten
  • Rosmarin
  • 1/8 l Weißwein

Butter mit feingehackten Kräutern, Zitronensaft, etwas Olivenöl und Salz zu Kräuterbutter verrühren.

Den Ofen auf 220°C vorheizen.

Den Truthahn waschen und innen und außen salzen. Zwiebel und Zitrone halbieren und in den Truthahn legen. Die beiden Lorbeerblätter hinten unter die Haut schieben.

Die Haut im Brustbereich lockern und vorsichtig mit der Hand hineinfahren, damit sich auf jeder Seite eine Tasche bildet. Die Kräuterbutter in die Taschen hineinstopfen. Den Rest der Kräuterbutter auf die Haut des Truthahns schmieren. Den Truthahn mit Olivenöl überträufeln (das ist wichtig, sagt Ramsay, damit die Butter nicht anbrennt.

Den Truthahn mit etwas Wasser unterg8ießen und 20 min bei 220°C im Backrohr braten (aufpassen, dass die Beine nicht an den Heizstäben des Backrohres anstoßen).

Truthahn herausnehmen und mit der entstandenen Bratensauce übergießen. Backrohr auf 180°C einstellen. Truthahnbrust mit Speckstreifen belegen.

Truthahn im Rohr für 2 ½ h braten (oder ½ h pro kg). Jede halbe Stunde übergießen. Wenn nötig mit Wasser untergießen.

Der Truthahn muss nach dem Braten für 2 ½ h rasten (Ramsay sagt, das sei essenziell, damit das Fleisch saftig wird). Wenn man den Truthahn nicht lauwarm servieren möchte, kann man ihn die letzte halbe Stunde der Rastzeit bei 80°C ins Backrohr geben.

Für die Sauce: Den Speck vom Truthahn nehmen, Zwiebel und Zitrone aus dem Truthahn holen. Alles kleinschneiden (Zitrone ohne Schale). Mit den geschnittenen Tomaten, Rosmarin und Truthahnflügel und Bürzel in einer Pfanne anrösten und mit Wein ablöschen. Entstandene Bratensauce und die „resting Juices“ zugeben und auf die Hälfte einkochen. Sauce durch ein Sieb streichen und heiß zum Truthahn servieren.

Beilagenempfehlung: Kartoffelpüree selbstgemacht

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Wenn man nicht viele Gäste hat, bleibt einiges vom Truthahn übrig. Am nächsten Tag kann man mit dem Brustfleisch Clubsandwiches machen. Das Brustfleisch eignet sich auch für Curry-Mais-Putensalat. Das Beinfleisch kann man mit der restlichen Sauce eifrieren und später ein Risi bisi machen.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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