Pensées: Ein Ausflug zum Pragser Wildsee und nach Kötschach-Mauthen

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  1. Den letzten Tag auf der Seiseralm gehen wir langsam an, schließlich sind wir noch etwas mitgenommen von der großen Wanderung.
  2. Wir fahren mit dem Bus auf die andere Seite der Alm und mit dem Lift nach oben, wir wandern, sitzen in der Sonne, genießen den Tag, und abends die Aussicht auf unserem Balkon.
  3. Am nächsten Tag, es ist Sonntag, ist der Schlern in Wolken gehüllt. Wir beschießen, nach dem Frühstück ins Tal zu fahren.
  4. Auf der Reise nach Kärnten kommen wir bei der Lodenwelt vorbei. Mit eigenem Ortsschild. Wir steigen aber nicht aus.
  5. Ich werde etwas wehmütig, weil ich das Auto fahre und deshalb kein Reisegedicht verfassen kann (die Ortsnamen auf den Schildern abschreiben).
  6. Wir steigen erst beim Pragser Wildsee aus. Den letzten Parkplatz erwische ich gerade, oder so scheint es mir.
  7. Menschentrauben schieben sich vom Parkplatz zum See.
  8. Der ist auch sehr malerisch gelegen, türkisblau, von Bergen umrahmt.
  9. Einige Boote treiben auf dem See. Ein Unerschrockener steht in der Badehose hüfttief im See und bereitet sich auf das Untertauchen vor.
  10. Ein Weg führt um den See herum. Wir wollen auch herumspazieren.
  11. Weil Sonntag ist, wollen das sehr viele Menschen. Eingeklemmt zwischen Damen mit Riemensandälchen und Pudelhunden und forschen Wandersleuten in professioneller Ausrüstung schieben wir uns um den See.
  12. Ohne die ständige Begleitung wäre der Spaziergang sehr schön.DSC00951 DSC00961 DSC00971
  13. Wir fahren weiter nach Kötschach-Mauthen. Dort gibt es ein Museum – 1915 bis 1918 vom Ortler bis zur Adria.
  14. Im Gemeindeamt. Es hat auch sonntags geöffnet.
  15. Das Museum ist größer als ich erwartet habe, aber nicht besonders groß. In Ruhe kann ich es mir ansehen, weil ich ja diesmal ohne Kinder, denen ein Museumsbesuch schnell langweilig wird, unterwegs bin.
  16. Das Museum erzählt nicht eine chronologische Geschichte der Italienfront. Es zeigt viele Fotos, die sehr interessant sind. Es zeigt auch verschiedene Aspekte des Krieges. Aspekte, die ich mir in der Form noch nicht wirklich überlegt habe.
  17. Wie die Unterkünfte auf den Bergen gebaut wurden. Wie mühsam das Holz und die Verpflegung auf die Berge geschleppt wurden. Wie man erst in mühseligster Arbeit Leitern im Felsen verankern musste, um Stützpunkte zu erschließen.
  18. Unter welchen Bedingungen die Soldaten wochen- und monatelang zu leben hatten.
  19. Wie die Särge abtransportiert wurden.
  20. Wie Strom- und Funkverbindungen hergestellt wurden. Wie Geschütze angeliefert wurden. Wie man Seilbahnen baute.
  21. Wie man sich bei einem Gasangriff zu verhalten hatte – inklusive ausgestellter Gasmaske für Pferde.
  22. Dazu kommen noch viele Kleinigkeiten, wie Fahrpläne von „Postautomobil- und Luxus-Fahrten“ in der Gegend von Bozen.
  23. Ein Brief, in dem ein Soldat beschreibt, wie er mit 3 anderen Soldaten in einem schneebedeckten Graben auf 1200m Höhe hausen musste. Wie es am Ortler monatelang Minusgrade zu ertragen galt.
  24. Ein Plakat, das zu „Liebesgaben für die Soldaten“ aufruft. Ein Plakat, das zum Fronttheater einlädt, mit Ballett und Donauwalzer. Ansichtskarten von der Front.
  25. Werbung für den offiziellen Kriegsbecher aus hochpoliertem Geschoßstahl „zur Erinnerung an die große Zeit“.
  26. Werbung für eine Waschmaschine „Das schönste Geschenk und die Freude jeder Hausfrau“ und für Eiskästen.
  27. Das Museum bietet keinen konzisen Überblick, aber viele interessante Aspekte. Ich bin froh, dass ich diesmal nicht daran vorbeigefahren bin.
  28. Leider ist Sonntag und der Genussgreißler in Kötschach hat geschlossen, sonst hätte ich noch einige Träger Loncium-Bier gekauft.
  29. Meine Mutter und ich fahren nach Hause, die Kinder und mein Mann verbringen den Tag am Meer und kommen auch bald.
  30. Unser Urlaub ist aus. Ich freue mich auf die Kinder.

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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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