Pensées: Ein Ausflug nach Venedig 2

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  1. Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Vaporetto in die Stadt. Ich finde die Fahrt sehr schön. An der Reling stehen einige Männer in Anzügen, die – ins Bootsinnere gewandt – auf ihren Handys herumdrücken. Wenn man an einem Ort wohnt, verblasst bald dessen Schönheit.
  2. Am Dogenpalast vorbei  gehen wir auf den Markusplatz. Die Kirche hat Säulen aus verschiedensten Marmorsteinen und verschiedenste Mosaikbilder. Auch innen muss sie sehr schön sein. Ich würde sie gerne anschauen, aber die Warteschlange erstreckt sich über den gesamten Platz und rückt so langsam voran, dass eine mehrstündige Wartezeit möglich scheint.
  3. Also gehen wir um den Platz herum. Die Kinder begeistern sich für die Glastiere, am besten gefallen ihnen die Glasgoldfische in Glastropfen. Ich kaufe mir Ohrringe mit kleinen Glassteinen.
  4. Am anderen Ende des Markusplatzes befindet sich das Correr-Museum. Ich habe noch nie von diesem Museum gehört, aber nach der Kirchenenttäuschung möchte ich dort hinein. Schlange ist auch keine davor.
  5. In dem Museum gibt es sehr schöne alte Globen und Landkarten. Bilder von Venedig. Skulpturen und Alltagsgegenstände.
  6. Mehrere Bilder zeigen Stierkämpfe auf einem großen offenen Platz. Die Zuschauer stehen einfach daneben.
  7. Schuhe aus dem 16. Jahrhundert mit Plateausohlen von 10 bis 50 cm sind ausgestellt. Ich weiß nicht, ob das Schuhe für den Karneval waren, oder ob man die auch so getragen hat.
  8. Bilder von Handwerkern – Färbern und Gerbern – zeigen, wie zu Beginn der Neuzeit gearbeitet wurde.
  9. In den Arkaden neben dem Museum sind einige teure Glasgeschäfte. In einem ist eine Vase ausgestellt, um die sich nackte Dominas mit Masken und Peitschen winden. Eine davon hält eine Banane in der Hand. Eine andere eine Karotte. Ich weiß nicht, ob das eine Symbolik ist, die ich nicht verstehe, oder einfach nur etwas absurd.
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  11. Es ist Mittag geworden. In einem kleinen Geschäft kaufen wir Brötchen und Getränke. Damit setzen wir uns auf die Stiegen am Markusplatz. Nachdem wir einige Bissen gegessen haben, kommen junge Menschen in orangen T-Shirts und sagen uns und den unzähligen Menschen, die die gleiche Idee hatten wie wir, dass man hier nicht sitzen darf. Ein seltsamer Ferienjob.
  12. Wir stehen auf. In der prallen Sonne ist eine Bank frei, auf der wir die Brote fertigessen.
  13. Es sind mittlerweile so viele Touristen in der Stadt, dass selbst der riesige Markusplatz vollständig gefüllt ist. Die Schlange vor der Markuskirche durchquert den ganzen Platz und reicht noch um die Ecke. Auch vor dem Dogenpalest hat sich eine Schlange gebildet.
  14. Wir flüchten in ein Vaporetto. Die Plätze ganz hinten im Freien, die schönsten Ausflugsplätze sind frei. Wir machen eine Rundfahrt um die ganze Stadt. An der Academia vorbei, unter der Seufzerbrücke durch, zum Bahnhof und dem Fährhafen und wieder zum Markusplatz zurück. Eine schöne Art, die Stadt zu besichtigen, ohne sich durch Menschenmassen schieben zu müssen.
  15. Um zum Lido zurückzukommen, müssen wir umsteigen. An der Station ist ein großes Reiterstandbild. Am Fuße des Standbilds ringeln sich zwei Frauen. Einer von ihnen ist das Kleid verrutscht, eine Brust ist entblößt. Mir fällt auf, dass es sehr viele Bilder und Skulpturen gibt, in denen Frauen die Brüste aus dem Kleid rutschen. Sei es im Bade, als Heldinnen im Kampf, oder wenn sie vergewaltigt werden.
  16. Mit dem Vaporetto fahren wir zum Lido, ziehen uns im Hotel um und verbringen den Nachmittag am Strand.

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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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