Pensées: Ein Ausflug nach Venedig 4

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  1. Für den Tag der Heimreise ist besseres Wetter angesagt. In der Früh sieht der Himmel so aus, als könnte er sich noch für den einen oder anderen Sonnenstrahl entscheiden.
  2. Hoffnungsfroh werfen wir uns nach dem Frühstück in die Badesachen und packen unsere Koffer in Auto. Als wir fertig sind, fängt es zu tröpfeln an.
  3. Also packen wir die Badesachen gleich wieder ein, in der Hoffnung, auf dem Heimweg schöneres Wetter anzutreffen, in Caorle oder Grado.
  4. Zur Fähre ist es nicht weit, in wenigen Minuten sind wir dort. Wir müssen uns aber in eine Schlange einreihen. Die steht so lange, ohne sich einen Zentimeter vorwärtszubewegen, dass ich geneigt bin zu glauben, wir und die Autofahrer vor uns haben sich versehentlich in die Parkspur eingereiht.
  5. Aber dann, nach einer halben Stunde Stehzeit, beginnt die Schlange sich langsam, langsam, und sehr stockend zu bewegen. Als wir endlich die Kasse passieren, läuft die Fähre aus.
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  7. Unser Fahrzeug ist das dritte in der Warteschlange. Der Fahrer vor uns steigt aus, ruft wahllos aber laut in die Gegend, dass die nächste Fähre erst in 50 Minuten kommen wird, versperrt sein Auto und verlässt die Wartezone.
  8. Wir steigen auch aus, gehen aber nicht zu weit weg. Nach wenigen Minuten läuft eine Fähre ein. Da steht nicht drauf, wo sie hinfährt (wie auf allen Fähren). Mein Mann meint, irgendwo ans Festland wird die schon fahren und fährt auf das Schiff.
  9. Beim Start ist mir noch mulmig, aber bald merke ich, dass die Fähre tatsächlich Richtung Fährhafen, von dem wir gekommen sind, fährt.
  10. Der Himmel verdüstert sich zunehmend. Dunkelgraue schwere Wolken hängen in seltsamen Schichten über der Stadt, als würden sie gleich platzen und sich mit Unwettern auf uns ergießen wollen.
  11. Ich frage mich, ob die Fähren bei einem Unwetter auslaufen. Und ob selbst die Adria dann wild wird. Oder ob man bis auf den Regen nichts merken würde.
  12. Das Meer ist stahlgrau geworden. Am Horizont taucht eine Industriezone auf, eine Raffinerie vielleicht. Die grauen Schlote zwischen dem grauen Himmel und dem grauen Meer möchte ich malen.
  13. Ich habe schon fast zwei Jahre nicht mehr gemalt, aber für dieses Bild nehme ich es mir vor.
  14. Der Kontrast zur schönen renovierten aufgeputzten Stadt im Sonnenschein, die alle Touristen sehen wollen und der grauen Verkehrs-und Industriezone fällt mir hier besonders auf.
  15. Auch als wir über die Brücke nach Mestre fahren. Hier – unter diesem dramatischen Himmel – finde ich die städtische Wüste schön. Die klaren Formen ohne Schnörkel. Die Abwesenheit jeder Verzierung. Die Trostlosigkeit der rechten Winkel.
  16. Vielleicht brauche ich das nach der opulenten Schönheit Venedigs.
  17. Der Himmel verdüstert sich noch mehr. In Richtung Norden sieht es nicht besser aus. Ich gebe die Hoffnung auf einen Badenachmittag auf.
  18. Und dann beginnt es aus Kübeln zu schütten. So sehr, dass ich durch die Autoscheibe kaum die Straße erkennen kann.
  19. Ein guter Abschluss für einen Kurzurlaub.

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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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