Pensées: Ein Ausflug nach Turin

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  1. Am zweiten Tag unserer Piemontreise ist Montag, das Wetter ist strahlend schön. Wir beschließen, nach Turin zu fahren. Unter anderem weil ich gelesen zu haben vermeinte, dass die Museen in Turin dienstags geschlossen haben.
  2. Haben sie aber nicht. Sie haben montags geschlossen. Alle. Bis auf das Juve-Museum, das tatsächlich dienstags geschlossen hat. Aber dort gehen wir nicht hin.
  3. Wir fahren zuerst hinauf zur Basilica di Superga. Die liegt etwas außerhalb von Turin auf einem Hügel.
  4. Man sieht von dort über die ganze Stadt.
  5. Die Kinder suchen das Juvestadion und finden es auch.
  6. Die Basilica di Superga ist ein großes Barockgebäude. Ein bisschen wie die Karlskirche, nur mit Aussicht.
  7. Innen hängt an einer Seitenwand ein Schild: „Non scrivete sui muri.“
  8. Die Wand daneben ist über und über beschmiert mit Namen und Kritzeleien.
  9. Auf dem Platz vor der Kirche steht eine Statue, die König Umberto gewidmet ist. Auf einer Säule sitzt ein Adler. Darunter ist aber kein Reiterstandbild, oder König in römischer Toga, wie sonst oft üblich, sondern ein Mann mit nacktem Oberkörper, einer Haartracht wie Majestix und einem Flügelhelm wie Asterix. Er trägt eine Hose, die aussieht wie aus Fischschuppen gemacht.
  10. Warum genau der König als keltischer Krieger dargestellt ist, wird nicht erklärt. In der Inschrift wird er als Märtyrer ausgewiesen.
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  12. Wir gehen um die Basilika herum. Auf der Rückseite sieht sie wie ein Backsteinnutzbau aus. Manche Wände sind halb verfallen. Man würde nicht vermuten, dass sich auf der Vorderseite eine schöne Kirche befindet.
  13. Auf einem Schild ist die Fauna und Flora im Park dargestellt. Kohlmeise heißt auf Italienisch Cinciallegra, was so etwas  wie fröhliche Meise oder vielleicht sogar fröhliche Zwitscherin bedeutet. Auf Englisch heißt dieser Vogel „Great Tit“.
  14. Auf der Rückseite der Basilika ist eine Gedenkstätte für Il grande Torino. 1949 stürzte die gesamte Mannschaft des AC Torino mit dem Flugzeug auf diesem Berg ab. Alle Passagiere starben. Die Mannschaft galt als eine der besten, die Italien je hatte.
  15. Das Wahrzeichen der Mannschaft ist ein Stier. Zum ersten Mal fällt mir auf, dass Turin (Torino) „kleiner Stier“ bedeutet.
  16. Wir fahren in die Stadt und parken an einem großen Platz in der Nähe vom Po.
  17. Auf der anderen Seite der Brücke steht eine große Kirche. Wir überschreiten den Po. Die Kirche heißt Gran Madre di Dio.
  18. Stiegen führen zum Eingang hinauf. Natürlich ist die Kirche zu. Es ist ja Montag und dazu auch noch Mittag. Aber vom Eingang aus hat mein eine schöne Aussicht. Auf dem Vorplatz der Kirche steht Vittorio Emanuele II auf einer Säule und schaut im Hermelinmantel auf die Stadt und auf die Berge.
  19. Durch die Via Po gehen wir ins Zentrum. Die Geschäfte haben Mittagspause. Viele sind am Montagvormittag überhaupt geschlossen. Einige Bücherstande haben offen. Es gäbe schöne Bildbände dort. Die will ich aber nicht durch die Stadt schleppen.
  20. In einem Souvenirshop kann man eine kleine Plastikbüste von Papst Franziskus kaufen.
  21. Vor dem Palazzo Reale sind zwei Reiterfiguren. Eines davon scheint eine Frau zu sein, die leichtbekleidet und ohne Sattel am Pferd sitzt.
  22. Auf dem Platz davor spritzen Fontänen aus dem Boden. Es ist windig und man muss aufpassen, dass man nicht angespritzt wird.
  23. Weil die Museen zu sind, gehen wir zu Dom. Nun ist die Zeit, in der die Kirchen zumindest wieder öffnen. Der Dom hat aber überhaupt noch über eine Woche geschlossen, da die Ausstellung des Grabtuches vorbereitet wird.
  24. Vor dem Dom stehen Soldaten mit Federhüten und Maschinengewehren. Wahrscheinlich um alte Damen, die aus Zorn über die versäumte Ostereinkehr gewalttätig werden, in Schach zu halten.
  25. Militär, das die eigene Stadt bewacht, löst bei mir ein ungutes Gefühl aus. Auch wenn es sich nur um junge Burschen in Federhüten handelt.
  26. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Stadt, dann fahren wir zurück.

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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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