Pensées: ein Ausflug nach Cherasco und Grinzane Cavour

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  1. Wir fahren nach Cherasco. Das soll ein schöner Ort sein mit einem kleinen Museum, das ein sehr schönes Wandfresko hat.
  2. Der Ort ist wirklich schön, er liegt auf einer Anhöhe und das ursprüngliche Raster, in dem er erbaut wurde, ist noch erhalten.
  3. Auf dem Weg sehen wir das Schild eines Zaubermuseums. Die Kinder wollen natürlich dort hin.
  4. Wir gehen aber zuerst durch die Stadt.
  5. Die Schriftstellerin Gina Lagorio (2005 verstorben) wird hier mit einer Goldplakette geehrt, weil sie „Cherasco in vielen ihrer Seiten gefeiert hat.“
  6. Ein Aushang vor einer Trafik zeigt, dass es hier in der Gegend noch einige Lokalzeitungen gibt – Bra Oggi, Gazetta d’Alba, il Corriere di Bra, la Stampa Langhe e Roero. In Österreich gibt es so gut wie keine Lokalzeitungen mehr.
  7. Im Sanntuario della Madonna delle Grazie trägt die Madonna eine Krone und Ohrringe.
  8. Der Blick von dort ist sehr schön. Es ist ein bisschen diesig und es sieht so aus, als würde sich ein schneebedeckter Berg aus dem Grau der Ebene erheben.
  9. Die Kirche Madonna del Popolo sieht alt aus, ist aber aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Gemälde sind in einem Stil, der faschistische Ästhetik schon vorausahnt.
  10. Endlich finde ich den Palazzo Gotti die Salerano. Er ist zu. Das Museum öffnet nur an Sonn- und Feiertagen. Will man das Fresko zu anderen Zeiten sehen, muss man irgendwo hingehen und anfragen.
  11. Das wollen wir nicht. Es bleibt mir das Tormonster, das seine Locken verschlingt, zu betrachten. Und das Schild vor der Tür, das das Fresko im Salone della Sapienzia (dem Saal der Weisheit) beschreibt. Er zeigt angeblich eine Geschichte der Menschheit als Mischung aus Weisheit und Torheit.
  12. Die Kinder verlangen nach dem Magiemuseum, ich ahne aber nichts Gutes. Und tatsächlich hat es auch nur Sonn- und Feiertags geöffnet.
  13. Die Kinder sind enttäuscht. Wir fahren weiter nach Grinzane Cavour.
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  15. Hier war Camillo Cavour Bürgermeister, ihm gehörte auch die Burg. Cavour war einer der Staatsgründer Italiens.
  16. Vor der Burg steht eine Büste Cavours. Cavour hatte einen Bart, der an der Unterseite des Kinns entlang von Ohr zu Ohr lief. Ansonsten war das Gesicht glattrasiert.
  17. In der Burg ist ein Museum.
  18. Einen Raum nutzte Cavour für Versammlungen, wenn er in Grinzane war. Die Holzdecke dieses Raumes stammt aus dem 16. Jahrhundert. Wappen sind in den Paneelen dargestellt und mythische,  historische und allegorische Figuren. Karl V, eine Frau mit Ohrring, ein nackter Bub, der auf einem Hasen sitzt und Laute spielt, ein Zentaur, der einen Bogen abschießt. Am seltsamsten ist aber eine Person mit Fischschwanz und Bart, die anstatt Armen Brüste hat. Aus dem Schwanz ragt ein Vogel, der die Person ins Genick zu beißen droht. Wofür dieses Bild steht, weiß ich nicht.
  19. Die Kinder haben das Bild entdeckt. Daneben ist ein Bild von einem Löwen mit erigiertem Penis. Die Kinder finden die Bilder lustig.
  20. Im oberen Stock ist eine Ausstellung über Wein. Tafeln zeigen die verschiedenen Weinsorten. Stationen zeigen, wie gesund Wein ist, man kann sich sogar Informationszettel mitnehmen. Es gibt sogar Zettel mit Kochrezepten: Risotto mit Rotwein, Brasato al Barolo, Birne in Rotwein.
  21. Die Ausstellung ist vermutlich von den Weinbauern gesponsert. Man würde nicht auf die Idee kommen, dass Wein etwas anderes wäre als Genuss- und Heilmittel.
  22. An die Decke des Raumes sind Landschaften gemalt, nackte Engel, die tanzen und Orgel spielen. Und ein Bild von beflügelten nackten Männern, um die sich schwarze Schlangen winden, während Pferde durch die Wolken fliehen.
  23. In anderen Räumen sind alte Werkstätten von Schmieden, Tischlern oder Weinbauern nachgestellt. Alte Poster erklären die Geräte. Ein Raum befasst sich mit Camillo Cavour und zeigt einige Briefe und Bilder. Der lokal berühmte Sport Pallone elastico wird vorgestellt. Die Spiele müssen so etwas wie Dorffeste gewesen sein, mit spezieller Pasta und viel Wein.
  24. Wir gehen noch um das Schloss herum. Die Aussicht ist schön. Im Nachbardorf scheint es aber schon zu regnen.

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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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