Pensées: Ein Ausflug nach Mondovì und Vicoforte

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  1. Mondovì ist ganz in der Nähe des Hauses, das wir gemietet haben. Bisher haben wir nur den Ipercoop zwischen den vielen Kreisverkehren neben der Autobahnausfahrt besucht.
  2. Jetzt fahren wir in die Stadt. Die ist zweigeteilt. Unten sind die Geschäftsviertel, oben die malerischen Plätze. Dazwischen fährt eine Seilbahn.
  3. In der Unterstadt ist auf ein Haus eine Sonnenuhr gemalt. Ein in Toga gehüllter Mann liegt neben einem Globus und stellt mit einem Zirkel Berechnungen an. Die Uhr zeigt auch die Zeitverschiebung gegenüber anderen Städten an. Paris, Madrid, Cap Verde, Rio de Janeiro, Lima nach Westen. Berlin, Athen, Konstantinopel nach Osten.
  4. Wir fahren mit der Seilbahn hinauf. Beim Einstieg hängen Bilder der alten Seilbahnen. Schon in den 1870ern fuhr hier die Bahn.
  5. Die Ausstiegstelle ist bei einem großen Platz mit bemalten Häusern. Wir essen Eis.
  6. Die Kirche auf dem Platz ist ein Beispiel für das berühmte piemontesische Barock, das man hier überall antrifft. Inklusive gemalten Balustraden in der Kuppel, über denen der Himmel aufreißt und Engel herabzustürzen drohen.
  7. Hinter dem Platz gelangt man zu einem Park mit schöner Aussicht. Die Uhr auf dem Turm hat nur einen Zeiger.
  8. Carrù ist auch in der Nähe. Als wir dort ankommen, riecht der der ganze Ort nach Schweinestall. Wir parken bei einem kleinen Park. Ein Monument steht dort, in dem zwei verhungerte Ochsen einen Pflug zu ziehen versuchen, der in dem Steinblock, aus dem er gemeißelt wurde, steckt. In dem Park steht eine riesige Bank, auf die die Kinder sofort klettern. Und eine winzige, auf der sie zu dritt kaum Platz haben.
  9. In Richtung Stadt steht ein Denkmal für im Russlandfeldzug gefallene Soldaten (La pista del sacrificio).
  10. In dem kleinen Ort gibt es gleich mehrere große Kirchen. In einer davon zeigt die Barockmalerei der Kuppel nackte Engel, die den sternenbedeckten Vorhang des Himmelzelts zur Seite schieben, um eine in den Wolken sitzende Maria zu enthüllen, die von vielen Engeln und Gläubigen bewundert Hof hält.
  11. Manchmal kommt mir das ein bisschen viel des Guten vor, aber ich finde es interessant.
  12. Die Barockkirche schlechthin befindet sich in auch in der Nähe.
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  14. In Vicoforte, einem winzigen Städtchen (heute: 3300 Einwohner), baute man  im 16. Jahrhundert eine riesige Kirche. Diese wirkt in dem Dorf wie ein Taj Mahal, das Außerirdische aus dem All abgeworfen haben.
  15. Ein von einem Jagdgewehr getroffenes Gemälde der Jungfrau Maria soll dort geblutet haben. Ich muss an Braunschlag denken.
  16. Vor der Kirche ist ein großer Platz, auf dem Fußballspielen mit eigenen Verbotsschildern untersagt wird. Um den Platz herum sind Häuser, in denen eigentlich Geschäfte sein sollten. Die meisten Geschäftslokale sind jedoch unbesetzt. Das gibt noch ein zusätzliches Gefühl der Verlorenheit dieses Prunkbaus.
  17. Die Kirche ist in etwa quadratisch und kann von drei Seiten betreten werden. der Altar richtet sich nach zwei Seiten aus. Auf jeder davon befindet sich ein Marienbild. Maria und das Kind tragen sehr auffällige Kronen.
  18. Die Kuppel gibt auch wieder den Blick auf den gemalten Himmel durch die gemalten Ziegel der Kirche, die von Engeln und Cherubinen herausgerissen wurden, frei.
  19. Ich wundere mich, ob wir den Kindern nicht ein bissen viel Barock zumuten, aber die wirken noch ganz zufrieden.
  20. In der Kirche stehen Menschen in Warteschlagen vor mehreren Beichtstühlen. Und das obwohl die reuige Sünderin hier vor dem Beichtstuhl kniet und alle Vorbeikommenden ihr zuhören könnten.
  21. Wir gehen noch um den Komplex herum. Hier draußen sind keine Menschen. Ich würde gerne eine Runde Fußball auf dem Platz spielen.

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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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