General Tso’s Chicken

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General Tso’s Chicken kannte ich nicht. Aber neulich sah ich eine Dokumentation auf Netflix darüber. Es sei das beliebteste chinesische Gericht in den USA, es fehle auf keiner Speisekarte.

Die Dokumentation versuchte herauszufinden, woher das Gericht stammt (in China ist es, genau wie bei uns, so gut wie unbekannt). Die Dokumentation tat nicht nur das: Sie erzählte auch von Einwanderung aus China in die USA, von Vorurteilen, vom Chinese Exclusion Act von 1882, der die Einwanderung aus China verbot. Zuerst lehnten Amerikaner chinesisches Essen ab. Chinesische KöchInnen passten aber die ihre Gerichte dem amerikanischen Geschmack an. Als das geschehen war und der Exclusion Act aufgehoben wurde, eröffneten viele chinesische Restaurants in den USA.

General Tso’s Chicken war wegen der süßen Sauce und der knusprigen Panier erfolgreich. Der General, so erfuhr ich in der Dokumentation, kam aus der Provinz Hunan, lebte im 19. Jahrhundert und schlug einen Bauernaufstand nieder. In der Provinz gibt es noch Statuen von ihm, eine Schule und ein Museum sind nach ihm benannt. Selbst aß er das nach ihm benannte Gericht nicht, die süße Sauce kommt in der Küche der Provinz nicht vor und entspricht nicht dem dortigen Geschmack. Das Gericht wurde in den 1960er Jahren in Taiwan erfunden und kam erst 1971 in die USA.

Ich fand es sehr interessant, wie viele Aspekte die Kulturgeschichte einer einzigen Speise haben kann. Und natürlich war ich neugierig, wie das Gericht schmeckt. Also kochte ich es nach. Und es war knusprig, und süß. Comfort Food.

Für 4 Personen

Zeitaufwand: 45 min

  • 700g Hühnerbrüste (das Originalrezept verwendet ausgelöste Hühnerschenkel)

Marinade

  • 1 Eiweiß
  • 2 EL dunkle Sojasauce
  • 2 EL Sherry (eigentlich Shaoxing Wein)
  • 2EL Wasser
  • 1 MS Backpulver
  • 3 EL Maisstärke

Panade

  • ½ Tasse Mehl
  • ½ Tasse Maisstärke
  • ½ TL Backpulver
  • ½ TL Salz
  • ¼ l Öl

Sauce

  • 3 EL dunkle Sojasauce
  • 2 EL Sherry (eigentlich Shaoxing Wein)
  • 2 EL Essig (ich verwendete Weißweinessig, weil Reisessig so intensiv riecht)
  • 3 EL Hühnerbrühe
  • 4 EL Zucker
  • 1 EL Maisstärke
  • 1 TL Öl
  • Etwas frischen Ingwer
  • 3 Frühlingszwiebel
  • 1 Zwiebel
  • 1 rote Paprika
  • 1 Piri Piri-Schote (oder Chilis nach Geschmack)
  • ½ kg Brokkoli

Hühnerfleisch in mundgerechte Stücke schneiden. Für die Marinade Eiweiß, Sojasauce, Sherry und Wasser vermischen. Die Hälfte der Marinade zur Seite stellen. In die andere Hälfte Backpulver und Stärke einrühren und die Marinade über das Hühnerfleisch geben und rühren, bis das Fleisch bedeckt ist.

Für die Panade Mehl, Stärke, Backpulver und Salz verrühren. Die zur Seite gestellte Marinade einrühren. Das ergibt eine bröselige Masse, keinen richtigen Teig.

Brokkoli in Wasser bissfest kochen.

¼ l Öl in einem Topf erhitzen. Wenn das Öl heiß ist, die Hühnerstücke einzeln in der Panade wälzen, abschütteln und ins Öl geben. Es ist besser, das Fleisch in 2 oder 3 Etappen zu garen, damit nicht zu viel Fleisch auf einmal im Topf das Öl auskühlt. Fleisch etwa 4-6 min garen, dabei mehrmals wenden.

Für die Sauce Sojasauce, Sherry, Essig, Brühe, Zucker und Öl vermischen. Stärke einrühren, bis keine Klumpen mehr zu sehen sind.

Zwiebel, Frühlingszwiebel, Paprika, Piri Piri und Ingwer kleinschneiden und in Öl etwa 3 min anbraten. Brokkoli zugeben und die Sauce darübergießen. Etwa 1 min köcheln lassen, bis die Sauce eindickt. Die Hühnerstücke zugeben und vermischen, bis sie ganz mit Sauce bedeckt sind.

Mit Reis servieren.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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3 Antworten zu General Tso’s Chicken

  1. Pingback: Cultural Appropriation | Karin Koller

  2. carina schreibt:

    habe das rezept gestern mit großem erfolg nachgekocht. danke für die anregung

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