Pensées: Ein Ausflug nach Neapel, Teil 2

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Castelnuovo ist alt. Neu war es in 1282. Es ist ein imposant aussehender Befestigungsklotz mit Türmen an den Ecken und am Eingang.

  1. Zwischen den Eingangstürmen ist ein weißes Portal, aus Stein gemeißelt, mit Löwen und Füllhörnern, mit einem Triumphzug und einem König im Rollwagen, der aussieht wie eine Seifenkiste mit Baldachin.
  2. Der König ist, so sagt die Inschrift, Alfonsus, König von Spanien. 1442 zog dieser König von Aragon feierlich in Neapel ein.
  3. Nicht viele Besucher sind hier. Mit einem Fünfzigeuroschein zu zahlen, erscheint als Problem. Wir kratzen Münzen für den Eintritt zusammen.
  4. Durch den Innenhof hindurch kommen wir zu einer Kapelle, die ein Ausstellungsraum ist. Dort sind alte, teilweise zerstörte Fresken, die möglicherweise von Giotto sind. Auf einem von ihnen fahren zwei Teufel in einen Mann ein.
  5. Im oberen Stock der Burg hat man einen schönen Ausblick. Auf das Meer. Auf einen diesigen Vesuv.
  6. Dort sind Bilder ausgestellt, teilweise satirische Bilder, teilweise Bilder von Alltagsszenen. Ein Bild heißt „Die beste Art nach Calabrien zu reisen“ (1866) und zeigt eine Kutsche, aus der Menschen herauspurzeln.
  7. Ein Bronzetor mit Kriegsszenen ist auch ausgestellt. An einer Stelle steckt eine Kanonenkugel in der Tür.
  8. Als wir das Museum wieder verlassen, sehen wir, dass direkt vor dessen Eingang eine Station für die roten Doppeldecker-Touristenbusse ist.
  9. Noch nie bin ich mit so etwas gefahren, es wäre mir zu peinlich erschienen. Auf einem Schild steht, es gibt drei Routen. Eine davon führt ins Museo Capodimonte.
  10. Nachdem es selbst für die hiesige Polizei unschaffbar erschien, mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthinzukommen, kaufen wir Tickets. Der nächste Bus fährt aber erst in einer Stunde und deshalb schauen wir uns noch den Palazzo Reale an.
  11. Auch hier kann man mir den Fünfzigeuroschein nicht wechseln. Ich kaufe noch ein teures Buch über die Sonderausstellung und komme mir vor wie Mark Twain mit seiner Einemillionpfundnote.
  12. Der Palast wird gerade renoviert. Er war der Sitz der Bourbonen im Königreich Neapel.
  13. 1808 wurde Joachim Murat König von Neapel. Die Sonderausstellung ist ihm gewidmet.
  14. Davor und dazwischen ist die permanente Ausstellung.
  15. Eine Krippe wird hinter Glas gezeigt. So viele Figuren des täglichen Lebens tummeln sich in ihr, dass ich Jesus und Maria auf den ersten Blick nicht finde. Aber gerade das finde ich schön.
  16. In der Kapelle hängt ein hölzerner Jesus auf einem Ölgemäldekreuz.
  17. Ein Bild der Schlacht von Aboukir zeigt, wie das Napoleonische Heer nackte Männer mit Ohrringe niedermetzelt.
  18. Ein Stickbild zeigt die Familie Murat. Ich überlege, ob ich lieber als Stickbild oder Ölgemälde für die Nachwelt erhalten bleiben will, oder doch eher in Bronze gegossen.
  19. Schmuckstücke von Frau Murat sind ausgestellt und die Orden von Herrn Murat. Der Orden beider Sizilien zeigt verschiedene Wappen. Eines davon ist ein Kopf, aus dem drei Beine ragen.
  20. Die Wohnräume sind reich verziert. In einer Vitrine steht eine Wachsbüste von Maria Carolina von Österreich. Mit Glasaugen und menschlichem Haar. Das sieht sehr makaber aus. Die Büste hat sogar Altersflecke.
  21. Die Sala degli Ambasciatori ist voller Deckengemälde, die historische Szenen darstellen.
  22. Von königlichen Hochzeiten bis zur Entdeckung Amerikas.
  23. Im Thronsaal sind an der Decke die Provinzen von Neapel Sizilien als Frauenfiguren dargestellt. Jede von ihnen hält etwas in der Hand. Dazwischen sind Wappen, Löwen und nackte Engelchen. Ich würde gerne wissen, womit jede Provinz dargestellt wird, aber ich erkenne es nicht.
  24. Durch ein Gerüst sieht man auf die Piazza del Plebiscito.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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Eine Antwort zu Pensées: Ein Ausflug nach Neapel, Teil 2

  1. Anna schreibt:

    Hallo Karin! Ich mag deine Reisegedanken gerne. LG Anna

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