Leuchtturmlinsen und Feuerblüsen

P1030741

Leuchttürme sahen für mich immer so freundlich aus. Und irgendwie nutzlos. Im Urlaub spazierte ich manchmal am Meer entlang bis zu dem Leuchtturm, nur tagsüber, wo er hübsch anzusehen war. Ich weiß gar nicht, ob Leuchttürme dort, wo ich auf Urlaub war, noch in Betrieb waren, oder ob sie jemals sehr wichtig waren.

Vor einigen Jahren las ich das Buch Seven Wonders oft he Industrial World. Das Bell Rock Lighthouse war eines dieser Wunder. 1807 wurde angefangen, es auf dem Bell Rock in der Firth of Forth zu bauen. Allein die Namen! Der Felsen war so gefährlich, weil er 20 Stunden am Tag unter Wasser war und Schiffe oft daran zerschellten. Aus dem gleichen Grund erschien es unmöglich, einen Leuchtturm dort zu bauen. Für nur zweimal zwei Stunden am Tag konnte auf dem Felsen gearbeitet werden und das nur in den Sommermonaten. 1807 wurde trotzdem mit dem Bau begonnen. Die Arbeiter lebten auf einem Schiff. Täglich bestand die Gefahr, dass eine Welle die Arbeiter vom Felsen stieß. Die Arbeit musste auf jeden Fall plangemäß gemacht werden, weil das Fundament bis zum Herbst stabil sein musste, sonst würden es die Herbststürme wieder zerstören. 1811 wurde der Turm fertiggestellt.

Das Licht wurde in Leuchttürmen mit Reflektoren verstärkt. Große Linsen bündelten das Licht. Die Beleuchtung kam von Gaslampen. Noch früher wurden einfach Holz- oder Kohlefeuer verwendet. In Deutschland gab es Holzgestelle mit einem Eisenkorb, in dem ein Feuer gemacht wurde. Feuerblüsen hießen die.

In dieser Schmuckkolumne stelle ich meine neuen Glitzerplugs vor. Es sind verschraubbare, silberfarbene Tunnel mit einem großen Glitzerstein vorne. Der Stein ist spitz zugeschliffen, die Spitze steckt im Tunnel. Von vorne sieht der Schmuck aus wie ein Plug, von hinten wie ein Tunnel. Wenn das Licht hindurchfällt, glitzert der Stein besonders. Wenn ich den Schmuck herausnehme und durch den Tunnel in Richtung Sonne schaue und langsam drehe, sehe ich ein Kaleidoskop aus Regenbögen. Ungefähr so stelle ich mir das Innere einer Leuchtturmlinse vor und träume davon, eine Feuerblüse im Ohr zu haben. Nur weil das Wort so schön ist.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
Dieser Beitrag wurde unter Schmuckkolumne abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Leuchtturmlinsen und Feuerblüsen

  1. Highlander schreibt:

    Hübsche Kombination, wie immer. Nur der Leuchtturm steht vor der Taymündung in der Nordsee.

  2. sci71 schreibt:

    Hallo Karin, wie immer sehr sehr schön! Vielen Dank für deine immer sehr interessanten Beiträge. Falls dir die Piercing Ideen ausgehen sollten, ich hätte noch eine…….

    Ciao
    sci71

  3. judith schreibt:

    sehr hübsch. wie groß sind deine ersten ohrlöcher, wenn ich fragen darf?
    @sci71: was wäre deine idee?

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s