Musik

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Meine Kinder hören am liebsten Ö3. Wenn etwas auf Ö3 kommt, ist es für sie gut, egal, was für ein alter Scheiß das auch sein mag. Da stört es sie nicht einmal, wenn ich ihnen erzähle, dass ich diese Musik schon in ihrem Alter gehört habe. Obwohl sie bei allem, das ich ihnen vorspielen will, sagen: „Hör mir doch auf mit dem alten Zeug.“ Auch wenn ein Song von 2012 ist.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie sich mein Musikgeschmack geprägt hat. Ich weiß noch, dass ich noch mit vierzehn Jahren auch den ganzen Mainstreamschmarren anhörte (ich hatte ein Wham-Poster im Zimmer hängen). MTV war neu bei uns und ich fand es toll, Musikvideos zu schauen. Und sonntags hörte ich immer mit meinem Kassettenrekorder (ja so alt bin ich) die Ö3-Hitparade mit Udo Huber.

Aber dann, mit 15, wollte ich plötzlich nicht mehr hören, was alle hörten. Eine Schulkollegin aus einer höheren Klasse spielte mir ihre Jazzsammlung vor. Das gefiel mir und ich kaufte auch ein paar Platten, unmethodisch, wie es mir gerade gefiel. Ein Freund überspielte mir eine Kassette mit Songs von Tom Waits. Und so begann ich nach und nach zu entdecken, was mir gefällt.

Mit der Musik, die meine Kinder hören, kann ich nichts anfangen, die neuen Sachen klingen so slick, ohne Ironie oder irgendeinem Bruch, weder in der Musik noch in den Texten. Bei den alten Sachen muss ich immer daran denken, wie jung und dumm ich war. Ich bin schon gespannt, ob und wie die Kinder ihren Musikgeschmack prägen werden, sollten sie sich jemals von Ö3 befreien können.

Zufällig bin ich über ein Bild von FKA twigs gestolpert. Meine Kinder mögen sie nicht so besonders, sagen sie (vielleicht wird sie nicht genug auf Ö3 gespielt), mich spricht die Musik auch nicht an. Aber ihren Ohrschmuck finde ich toll.

In dieser Schmuckkolumne stelle ich eine von FKA twigs inspirierte Ohrringkombination vor. Ich habe meine beiden größten Dall’Avo-Ohrhänger in das erste Ohrloch ohne Tunnel eingesetzt. Im fünften und im achten/neunten Ohrloch trage ich die mittleren und die kleinen Ohrhänger.

Es ist ein ungewohntes Gefühl, so hoch am Ohrrand so großen Schmuck zu tragen.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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5 Antworten zu Musik

  1. julia schreibt:

    oh, das siehr sehr gut aus. noch punkig-fantastischer wäre, wenn du den ganzen ohrrand entlang mit ohrhängern bestücken würdest. hast du daran schon mal gedacht?

  2. daria1985 schreibt:

    Zeit für eine Neuauflage, die auch die neuen Piercings berücksichtigt, bitte!

  3. Martha schreibt:

    Hi Karin! Ich finde es sehr hübsch, dass du die Löcher auch mal ungewöhnlich bestückst oder auch teilweise leer lässt. 👍
    Ich hatte mir bisher immer einreden lassen auf Ohrringe jenseits der Stino-2-Löcher zu verzichten, weil die ohne Schmuck krass aussähen. Das finde ich nun gar nicht mehr. Mir gefällt auch dein gedehntes Loch ohne Tunnel sehr. Wäre toll wenn du noch einige ähnliche ungewöhnliche Schmuckserien vorstelltest💕

  4. jo schreibt:

    ich finde den stil mit mehrerern übers ohr verteilten großen hängern ausnehmend hübsch. noch mehr davon fände ich klasse

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