Pensées: Kulturgeschichtliche Kleinigkeiten aus dem Bordell

Teil 2 der Kulturgeschichtlichen Kleinigkeiten aus dem Bordell. Hier ist Teil 1.

  1. Es gab 200 $ Goldmünzen.
  2. Der Zahnarzt hatte einen Bohrer mit Pedalantrieb.
  3. Sperma zu schlucken galt als Prävention für galoppierende Schwindsucht, glaubten manche (Nell aber nicht).
  4. In St. Louis gab es sehr viele deutsche Einwanderer.
  5. Pulitzer hatte auch eine deutschsprachige Zeitung in St. Louis.
  6. Nach dem Ohrlochstechen wusch sich Nell die Ohren mit Zaubernuss, um einer Entzündung vorzubeugen.
  7. Die Ohrlöcher hielt sie mit kleinen Goldösen offen, weil sie keine Ohrringe hatte (der Mann, der ihr Ohrlöcher stach, weil er ihr Ohrringe schenkte, nahm die Ohrringe nach ein paar Wochen wieder mit).
  8. 1878 gingen Frauen zum Einkaufsbummel, ließen sich nach Hause liefern und schickten die Ware oft wieder zurück.
  9. Kutschen verkehrten in New York City so dicht, dass man auf ihren Dächern hätte gehen können.
  10. Am Kentucky Derby gab es Schlüsselverkäuferinnen, die Schlüssel für Hotelzimmer an Männer verkauften mit dem Versprechen auf Sex. Die Schlüssel passten aber nicht. Eine gute Verkäuferin konnte ein Dutzend Schlüssel an einem Tag verkaufen.
  11. Als Nell im Dünengebiet von Chicago lebte, fror dort im Winter das Pipi im Nachttopf und man musste das Wasser in der der Waschschüssel morgens erst aufhacken.
  12. Ein Baby bekam eine „Zuckertitte“, eine mit Zuckerwasser getränkte Stoffkugel an einem Faden.
  13. In Coney Island wurde heißes Popcorn verkauft, aus dem die Butter heraustropfte.
  14. In Long Island gab es Säuglingsheime, in denen sehr viele Kinder starben. Konnte für ein Kind nicht mehr bezahlt werden, wurde das Kind verhungern gelassen.
  15. Wegen der Hochwassergefahr bestattete man in New Orleans die Toten nicht in der Erde, sondern in Mauernischen. Es gab auch keine Kanalisation und keine Keller auch wegen der Hochwassergefahr.
  16. Im vornehmen Bordell von Nell wurde Pinot, Chardonnay, Rüdesheimer und Klosterkiesel serviert.
  17. Es gab 500 und 1000 $-Scheine.
  18. Der Begriff „hooker“ kommt angeblich von General Hooker, der sich in Washington so viel in Bordellen herumtrieb, dass der Rotlichtbezirk „Hooker’s Division“ genannt wurde.
  19. Zur besten Zeit gab es in Storyville (New Orleans) 230 Bordelle und 2000 Prostituierte.
  20. Es kam oft vor, dass Mädchen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren in Bordellen arbeiteten.
  21. Nell erzählt immer nur von Madames, nicht von Männern, die bessere Bordelle betrieben.
  22. In manchen Bordellen gab es Registrierkassen und der Kunde zahlte im Voraus.
  23. Bordelle in Chicago haben 1901 angeblich 1 Million $ an Protektion gezahlt.
  24. 1901 kauft sich Nell ein Automobil mit Gaslampen.
  25. Sie macht eine Statistik über die Freier in ihrem Haus: 70% sind verheiratet, 10% geschieden (obwohl das damals noch verpönt war), 10% sind junge Männer.
  26. In DC gab es ein Gesetz gegen Masturbation.
  27. 1910 hießen die Cocktails Woxam, Stone Fence, Adonis, Sabbath Calm oder Golden Delight.
  28. Ab dem 1. Weltkrieg kam Martini in Mode.
  29. Zu Silvester gab es in New Orleans frische Erdbeeren.
  30. Nell wählte immer für ihre Mädchen, manchmal auch mit zwei Stimmen für jede, wenn der Bezirksboss das so wollte.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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