Pensées: Ein Ausflug nach Bologna 2

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  1. Auf dem Weg zurück ins Hotel kommen wir bei einer Bar vorbei. Dort gibt es Centrifugati, Frullati, Frappè und Smoothies. Was genau der Unterschied ist, weiß ich nicht. Einige davon gibt es auch mit Alkohol.
  2. Ich bestelle ein Centrifugato aus Orange, Sellerie, Fenchel. Ungefähr so, wie ich es in Rom gesehen habe. Es kommt in einem Cocktailglas und ist sehr erfrischend.
  3. Es ist nämlich immer noch heiß.
  4. Bisher überzeugt mich Bologna nicht. Die Stadt sieht aus wie ein Museum für alte Architektur, altmodisch und touristisch. Irgendwie unecht.
  5. Wir beschließen, nicht lange zu suchen und im Hotel zu essen. Dort gibt es neben einem sehr vornehmen Restaurant auch ein Bistrot.
  6. Weil wir in Bologna sind, bestellen wir Tagliatelle alla Bolognese. Die schmecken sehr gut. Und danach essen wir Thunfisch. Und noch einen Nachtisch.
  7. Nach dem Essen wollen wir noch einmal in die Stadt gehen. Aber ich muss zuerst im Zimmer etwas holen.
  8. Im Zimmer öffne ich das Fenster und schaue hinaus. Es ist dunkel geworden. Ich sehe auf einen Park. Musik dringt in Klangfetzen von dort zu mir. Unter einem Baum läuft eine Ratte zu einem Müllsack am Straßenrand. Jedes Mal, wenn jemand vorbeigeht, huscht sie in den Schatten.
  9. Ich könnte gar nicht erklären, warum mir diese Szene so eine Freude macht, aber plötzlich gefällt mir Bologna.
  10. Die gesamte Innenstadt ist eine Fußgängerzone. Aber nur von Freitagabend bis Sonntagabend. Städteplanerisch eigentlich eine schöne Idee.
  11. Auf dem Weg zur Piazza Maggiore kommen wir an einem Popcorngeschäft vorbei. Es gibt dort auch süß-saure, Käse-, Pizza- und Erdbeer-Popcorn.
  12. Der Dom hat heute noch geöffnet. Die Türen stehen offen, Licht dringt auf die Straße. Die Orgel spielt. Das wirkt alles sehr feierlich.
  13. Im Dom kann man sich aussuchen, ob man Kerzen mit dem Bild von einem Mönch oder von Johannes Paul II spenden möchte.
  14. Auf der Straße ist ein  Mosaik: „Canabis Protectio“. Es soll daran erinnern, steht auf einem Schild in der Nähe, dass Bologna durch Hanf reich wurde. Durch die Faser, nicht die Droge.
  15. „Panis Vita“  und „Vinum laetitia“ steht dort auch.
  16. Als wir zum Neptunbrunnen kommen, wundere ich mich, warum die Stadt so dunkel aussieht, obwohl sehr viele Menschen unterwegs sind.
  17. Auf der Piazza Maggiore sind Stühle und eine Leinwand aufgestellt. Es wird ein Film von Orson Welles gezeigt.
  18. Auf Englisch mit italienischen Untertiteln.
  19. Trotzdem sind fast alle Stühle belegt. Ich frage mich, ob das bei uns auch so wäre, würde dieser Film gezeigt.
  20. Wir finden einen Platz bei einer Bar. Eintritt müssen wir nicht zahlen. Der Film läuft schon eine zeitlang, ich weiß nicht, ob man zu Beginn etwas zahlen hätte müssen.
  21. Wir bestellen Bier.
  22. Die Kellner haben viel zu tun, weil sie weit in die Sitzreihen hineinlaufen und Getränke dorthin liefern.
  23. Es ist eine schöne Stimmung, hier in der Dunkelheit, mit dem Film und der strahlenden Leinwand, mit dem Bier und den vielen Menschen, die den Film auch ansehen.
  24. Obwohl ich ein bisschen den Kopf verrenken muss.

 

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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