Pensées: Ein Ausflug nach Caorle

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  1. Mit den Kindern fahren wir für drei Tage nach Caorle.
  2. Die Adria ist nicht weit entfernt von dem Ort, an dem meine Mutter lebt. Also zahlt es sich aus, auch nur kurz hinzufahren.
  3. Der Strand ist etwa zehn Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt und ein paar Kilometer von der Stadt Caorle.
  4. Der Wind weht am Strand. Die Wellen sind so wild, wie ich sie noch nie in der Adria gesehen habe. Die Kinder haben große Reifen mit und schaukeln auf den Wellen.
  5. Stundenlang.
  6. Auf seinem Hochstand sitzt ein Bademeister mit perfekt modellierter Frisur und pfeift empört, sobald sich Badende weiter als knietief ins Wasser wagen. Eine Rettungsaktion würde seine Frisur zerstören.
  7. Abends, als selbst die Kinder ausgebadet haben, fahren wir in die Stadt Caorle.
  8. Früher dachte ich, das sei einer dieser künstlichen Badeorte, wie Jesolo, Lignano oder Bibione. Aber dann las ich letztes Jahr die Reiseberichte des Paolo Santonino, der im 15. Jahrhundert mit dem Bischof von Caorle durch Kärnten und Slowenien reiste. Caorle war Bischofssitz, muss also einen Dom und eine Altstadt haben.
  9. In Caorle essen wir zuerst Pizza. In einem Gasthaus direkt am Meer.
  10. Nach dem Essen schlendern wir dem Steinwall entlang. Wir alle klettern auf den Steinen herum. Die Schilder, die das verbieten, sehen wir erst, als wir auf den Weg zurückkommen.
  11. In einige der Steine am Wegesrand sind Kunstwerke eingemeißelt. Manche modern, manche altmodisch, viele sakral.
  12. Der Dom am Stadtplatz sieht wirklich alt aus. Es scheint aber, als wären die meisten der alten Fresken verlorengegangen.
  13. Im Rathaus gibt es eine Ausstellung über Hemingway in Caorle. Die Kinder wollen dort nicht hin. Aber gleich neben dem Rathaus ist ein Eissalon, so ein herrlicher, in dem man sich zig verschiedene Saucen, Süßigkeiten und Obststückchen über das Eis streuen darf.
  14. Die Kinder sind begeistert, häufen sich unglaubliche Mengen über ihr Eis und bleiben auf dem Platz, während wir uns die Ausstellung ansehen.
  15. Zahnbürsten („Hemingway achtete ganz besonders auf das Zähneputzen“), Zigarrenstummel und Kämme sind ausgestellt. Seine Pantoffeln. En Feldtelefon. Jagdzubehör und Fotos von Hemingway bei der Jagd. Ein Tinkturenkistchen mit Arnika und Campher. Seine Brille. Schreibmaschinen, mit einer davon schrieb er Across the River and into the trees. Briefe.
  16. Alles in einem Raum und recht nett gemacht.
  17. Vor dem Rathaus spielen einige Leute ein Strategiespiel auf einem großen Tisch und essen Pizza dabei.
  18. Wir holen die Kinder und gehen noch einmal der Strandpromenade entlang.
  19. Es dämmert und die kleine Kapelle mit Turm ganz am Meer ist mit Lichtern geschmückt. Das sieht nett aus: Das Meer, der Sonnenuntergang, die Lichter.
  20. Vor der Kapelle ist ein Schild, auf dem steht, auch die Kleidung habe ihre eigene Sprache, und dass man sich mit Würde und Respekt vor dem heiligen Ort zu kleiden hat, wenn man diesen betreten möchte.
  21. Katharina hat ein T-Shirt mit Spaghettiträgern an und weigert sich, die Kapelle zu betreten. Nur für den Fall, dass jemand ihr dort eine schlimme Strafe geben wird. Es folgt eine Diskussion, mit welchen Outfits sie in Italien überhaupt in eine Kirche dürfte. Ich glaube, meine Schilderung des Erlebnisses, das ich in der Sixtinischen Kapelle hatte, hat sie beeindruckt.
  22. Neben der Kapelle ist eine Bucht. Die Sonne geht gerade unter. Das Rosa des Himmels spiegelt sich im Wasser.
  23. Wir gehen noch durch die Einkaufsstraßen. Die engeren von ihnen sind ganz mit Menschen gefüllt. Auf den breiteren fahren Fahrradkutschen.
  24. Wieder zurück beim Hotel, spazieren wir noch zum Meer.
  25. Der Himmel ist jetzt bewölkt, das Meer tost, es ist eine sehr schöne Stimmung. Ganz anders als tagsüber beim Baden.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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