Pensées: Ein Ausflug zum Weißensee

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  1. Dieses Jahr sind die Kinder nicht so begeistert vom Wandern wie noch vor zwei Jahren. Letztes Jahr war das Wetter meist nicht schön genug für große Wanderungen. Heuer ist es gut genug, aber ich muss den Kindern spezielle Anreize geben, damit sie nicht streiken.
  2. Da denke ich, der Wei0ensee ist eine gute Wahl. Wir müssen nicht lange hinfahren (und ich finde hin, was aufgrund meiner Autoangst leider immer noch ein Thema ist). Wir brauchen nur den See entlangwandern, und wenn es uns nicht mehr freut, steigen wir in ein Boot.
  3. Vielleicht sogar in die Alpenperle, die seit heuer auf dem Weißensee fährt und die im Herbst mit größtem Aufwand an den See geliefert wurde.
  4. Wir fahren zum Ostufer des Sees. Das Wetter ist schön, die Kinder murren nicht, ich freue mich an dem türkisenen See.
  5. Bevor der eigentliche Seeweg beginnt, müssen wir am Strandbad vorbei. Aus der Rückseite einer Hütte strömt der Geruch von Frittierfett. Um halb zehn Uhr schon.
  6. Auf einem Schild neben dem Wanderweg steht, im Weißensee gab es ursprünglich 8 Fischarten. Eine davon, die Seeforelle, auch Weißensee-Lachs genannt, wird bis zu 1.2 m lang und 20 kg schwer. Andere Fische wurden angesiedelt, jetzt sind es 21 Arten mit Namen wie Bitterling (ich hätte einen Pilz vermutet), Amur, Karausche, Brachse oder Giebel.
  7. Krebse wurden auch eingeführt, die hatten aber eine Krebspest und vernichteten die Edelkrebse, die es ursprünglich im See gab.
  8. In und um den See wachsen seltsame Pflanzen wie Armleuchteralgen, Blutaugen und Fieberklee. Aber ich sehe sie nur auf der Informationstafel.
  9. Durch den Wald gehen wir im Schatten, über Wurzelwerk, schön flach dahin.
  10. Anna wollte zuerst nicht mitkommen, weil sie sagte, in einem See, auf dem im Winter Eiswettbewerbe stattfinden, könne man nicht einmal die große Zehe hineinstrecken. Lukas und Katharina haben ihr geglaubt und keine Badesachen mitgenommen.
  11. Das Wasser ist aber sehr angenehm und wir waten mit aufgekrempelten Hosen darin herum.
  12. Im Wald hängt an langen Schnüren ein Liegestuhl, auf dem man sich schaukeln kann. Wie essen unsere Brote dort und steigen noch ein bisschen mehr ins Wasser.
  13. Den Kindern beginnt es zu gefallen.
  14. Das Wasser des Sees ist so türkis, weil der Sand des Bodens so weiß ist und die feinen Sandpartikel das Licht brechen. Im Wasser liegen Baumstämme wie träge Krokodile, die von Sand bedeckt sind.
  15. Wir gehen weiter. Auf einmal führt der Weg steil bergauf. Etwa 100 Höhenmeter. Die Kinder murren, weil ich einen flachen Weg versprochen habe.
  16. Aber der Ausblick ist recht schön und die Alpenperle fährt an uns vorbei.
  17. Nach einiger Zeit kommen wir wieder ans Ufer. Ein Gasthaus ist dort und eine Bootanlegestelle. Doch mir gefällt es so gut, hier zu wandern und mich sticht der Hafer, weil ich doch bis ganz ans Westufer gehen möchte.
  18. Die Kinder machen mit, weil ich ihnen Eis verspreche, wenn wir es schaffen.
  19. Die zweite Hälfte des Weges ist ganz in der Sonne, das wird ziemlich heiß. Die letzten zwei Kilometer müssten wir auf der Straße gehen, wenn wir nicht den Waldweg, der ein ziemlicher Umweg ist, nehmen wollen.
  20. Zwischen den Orten am Weißensee fährt ein Touristenbus. Auf dem Fahrplan sehe ich, dass gleich ein Bus kommen wird. Also beschließen wir, den zu nehmen.
  21. Eigentlich hätte man in einem Geschäft oder Hotel Fahrkarten kaufen müssen, aber der Busfahrer nimmt uns die zwei Stationen so mit. Wir schauen wohl ziemlich erschöpft aus.
  22. Am Westufer gönnen wir uns Würstel und Eis.
  23. Dann fahren wir mit dem Boot zurück. Der Wind zaust uns in den Haaren, wir trinken kühle Getränke, lassen uns vom Fahrkartenverkäufer dafür loben, dass wir nur eine einfache Fahrt kaufen und die Hitze der letzten Etappe ist vergessen.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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