Holzspirale

img_6623

Vor tausenden von Jahren begannen Menschen, sich Muscheln, Steine und Federn umzuhängen. Dieser Schmuck war noch nicht unbedingt so, dass er jetzt meinem Geschmack entsprechen würde. Auch bei manchen Materialien – Knochen, Holzstücke – habe ich auch keine festlichen Assoziationen. Dabei ist Elfenbein auch nur ein Knochen und Holzstücke sind geschnitzt oder poliert auch sehr schön.

Aber ab wann ist ein Gegenstand ein Schmuckstück für mich? Ab einem gewissen Maß an Zeit und Mühe, die in seine Herstellung investiert wurden? Ab einer bestimmten Kunstfertigkeit? Es scheint mir selbstverständlich, dass es so sein muss.  Aber eigentlich: War nicht der größte Schritt, dass irgendein Mensch vor tausenden vor Jahren auf die Idee kann, sich ein paar Holzstücke oder Federn oder Beeren umzuhängen, einfach so, weil er oder sie das schön fand? Was haben die anderen dann dazu gesagt? Fanden sie das gut? Haben sie ihn oder sie ausgelacht? Oder war es eine Gruppenentscheidung: Ja, das ist schön, das machen wir alle?

Und noch geheimnisvoller: Wann haben Menschen angefangen, sich mit Dornen oder spitzen Knochen die Haut zu durchbohren –  die Ohrläppchen, die Nasenflügel, die Lippen? Wann diese Löcher zu dehnen? Warum geschah das in so vielen Kulturen. War das zum Teil völlig unabhängig voneinander, oder gab es immer schon so viel Globalisierung, dass Menschen sich Moden voneinander abschauten? Was würde da eine bedeuten und was das andere?

Diese kulturgeschichtlichen Fragen finde ich sehr spannend, leider ist Schmuck und dort vor allem Ohrringe und Piercingschmuck nicht unbedingt so interessant für die Wissenschaft, dass es hier viel zugängliche Forschungsergebnisse gäbe.

In dieser Schmuckkolumne stelle ich eine Kombination aus Holz- und Silberspiralen vor. Die Silberspiralen trage ich im Conch und outer Conch und am Ohrrand entlang abwechselnd mit Glitzersteinen.  Die Holzspirale im gedehnten Ohrloch ist sehr leicht und angenehm zu tragen. Im Septum trage ich eine zweifarbige Klappcreole, im Nasenflügel einen goldenen Ring.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
Dieser Beitrag wurde unter Schmuckkolumne abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Holzspirale

  1. daria1985 schreibt:

    Schön dass du wieder ausgefalleneren Nasenschmuck trägst

  2. Alyssa schreibt:

    Hast du dir eine Theorie dazu ausgedacht? Mich würde das sehr interessieren

    • Karin Koller schreibt:

      Nein, leider weiß ich dazu nicht genug. Viel scheint sich um Zusammengehörigkeit und damit auch um Abgrenzung zu drehen. In Mesoamerika und ich glaube auch im alten Ägypten schien es ein Zeichen von Distinguiertheit gewesen zu sein. Es gibt auch Regionen (u. a. Deutschland im 19. Jhdt., in denen man Ohrlöcher aus gesundheitlichen Gründen stach. Den Ursprung wird man wohl nie erfahren können.

  3. joansanders schreibt:

    Always soo chique! The spirals cans aloso be used to „dehnen“?

  4. Thomas schreibt:

    Tolle Kombi, steht Dir super! Dehnst Du mit den Holz Plugs noch weiter? Ein paar mm wären noch drin wenn ich das richtig sehe.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s