Schatzkiste

img_6846

In meinen Kinderbüchern kamen Schatzkiste vor, voller Schmuck und Gold. Ich träumte davon, eine zu finden. Ich würde zuerst die Schatzkarte entdecken, irgendwo in einer Ritze einer uralten Mauer oder in einem verrottendem Baumstumpf. Dann würde ich der Karte folgen und den Ort des Schatzes entdecken. Und dann würde ich graben und graben, bis ich ganz schmutzig und verschwitzt wäre, und schließlich auf etwas Hartes stoßen. Das Gesicht voller Erde würde ich die Kiste herausholen, sie abwischen, das Schloss suchen. Natürlich würde ich es schaffen, das Schloss aufzubrechen (obwohl ich das nicht einmal bei meinem Sparschwein geschafft habe). Ganz langsam würde ich den Deckel öffnen und das Gold würde mich anstrahlen, als wäre eine Lichtquelle in der Kiste (im Fernsehen war das auch immer so). Ich würde den Schatz bestaunen und ihn berühren, zaghaft zuerst, dann mich hineinwühlen. Und dann würde ich alle Schmuckstücke gleichzeitig anlegen.

So stellte ich mir das vor als Kind. Später dachte ich, das gibt es doch nicht wirklich. Aber vor einiger Zeit las ich über den Cheapside Hoard. Bauarbeiter fanden einen Schatz aus dem 17. Jahrhundert, mit Rubinohrringen und einer Uhr aus einem einzigen Saphir. Als ich etwas über diesen Schatz herausfinden wollte, sah ich, dass es eine lange Liste von Schätzen gibt, die alleine in England gefunden wurden.

Wer vergrub die und warum? Und noch interessanter: Wer vergaß die?

Ich werde wohl keinen Schatz finden, den Gedanken, dass es solche Schätze tatsächlich gibt, finde ich aber sehr schön.

In dieser Schmuckkolumne trage ich zwei Paar Sciacquajje (ein Name wie ein Schatz selbst), ein silbernes und goldfarbenes und ein silber-goldfarbenes Armband vom Conch durch das erste Ohrloch. Als hätte ich tatsächlich eine Schatzkiste ausgeräumt.

Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Schatzkiste

  1. daria1985 schreibt:

    Sehr schön. Ist die Kette unangenehm zu tragen oder fühlt sich das ganz wie normaler Ohrschmuck an?

    • Karin Koller schreibt:

      Wie ganz normaler Ohrschmuck würde ich nicht sagen, aber es fühlt sich nicht unangenehm an. Es ist einmal etwas anderes (es ist keine Kette, sondern ein Armband).

  2. Elke schreibt:

    Das sieht allerdings nach ausgeräumter Schatzkiste aus, liebe Karin! Bildschön… aber vielleicht auch etwas schwer am Ohr? Ich habe mir gestern „mein“ Inner Conch stechen lassen – nicht zuletzt, weil ich das an Dir so schön finde. An mir sieht es auch gut aus, hat fast gar nicht weh getan, und ich freue mich sehr. Liebe Grüße an Dich von Elke

    • Karin Koller schreibt:

      Hallo Elke, danke, sehr und schön, dass dir dein Conchpiercing gefällt.
      Der Schmuck ist nicht teuer und deshalb nicht massiv und auch nicht unangenehm zu tragen.

  3. Serena schreibt:

    sehr schön schaut das aus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s