Pensées: Ein Ausflug ins Fifamuseum

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  1. Nach dem Landesmuseum fahren wir mit der Tram zum Bahnhof Enge. Dort ist das Fifa-Museum. Wir haben es Lukas versprochen, und nachdem ich ihn in die Dada-Ausstellung geschleppt habe, ist das angemessen.
  2. Der Eintritt ist sehr teuer: 24 SFR für Erwachsene, 12 SFR für Kinder, die Familienkarte 64 SFR. Die gilt aber nur für zwei Kinder und wir müssen noch eine extra Kinderkarte kaufen.
  3. Die Kinder bekommen ein Heftchen mit einer Schatzsuche. Finden sie das Lösungswort, können sie an einem Gewinnspiel teilnehmen.
  4. Wir legen Mäntel und Taschen in ein Schließfach. Jedes Fach hat eine Farbe und den Namen eines Fußballers. Das sieht wie ein Kunstwerk aus. Wir vertrauen Maldini unsere Sachen an. Obwohl Lukas lieber einen Bayernspieler gewählt hätte, aber die waren alle schon besetzt oder hatten zu kleine Fächer.
  5. Im ersten Raum wir die Geschichte des Fußballs, der Fußballregeln und der Fifa beschrieben. Ein Lederball aus dem 19. Jahrhundert ist ausgestellt.
  6. Fifa wurde 1904 gegründet mit: Belgien, Frankreich, Schweiz, Dänemark, Deutschland, Schweden, Spanien und Niederlande.
  7. Südsudan ist das neueste Mitglied, seit 2012.
  8. Das erste offizielle Länderspiel außerhalb Großbritanniens fand 1902 statt, Argentinien schlug Uruguay mit 6 : 0.
  9. 1863 wird der englische Fußballverband gegründet.
  10. 1866 ist ein Vorwärtspass nur erlaubt, wenn mindestens drei Gegner sich zwischen Tor und Angespieltem befinden. Die Abseitsregel wird 1925 geändert.
  11. 1874 gibt es zwei Umpires mit Fahne am Spielfeld. Sind sie sich uneins, entscheidet ein Schiedsrichter vom Spielfeldrand aus.
  12. Erst ab 1878 werden Fouls mit Freistößen geahndet.
  13. 1901 sind am Spielfeld Linien 11 Meter vom Tor.
  14. Erst ab 1939 gibt es in der englischen Liga Nummern auf den Trikots.
  15. Ab 1958 dürfen die Mannschaften einen verletzten Tormann auswechseln und in der ersten Halbzeit einen Feldspieler.
  16. Gelbe und rote Karten werden erst 1970 eingeführt.
  17. Die erste inoffizielle Frauen-WM fand in meinem Geburtsjahr in Mexiko statt.
  18. Der erste FIFA-Weltfußballer des Jahres war Lothar Matthäus 1991.
  19. In einer runden Vitrine sind die Trikots der FIFA-Mitgliedsverbände nach Farben geordnet. Die Menge der Trikots gibt auch ein Gefühl dafür, wie viele Länder es auf der Welt gibt.
  20. Über eine Stiege gehen wir in den unteren Stock. An der Wand sind Fußballbegriffe in den verschiedensten Sprachen aufgedruckt.
  21. In einem seltsam verspiegelten Raum stehen mehrere Vitrinen. In einer liegt ein Zettel, auf dem Stanley Rous 1936 Fußballregeln aufgeschrieben hat. Die Pfeife von Pierlugi Collina und eine Stoppuhr aus 1950 liegen daneben.
  22. Auf einem Bildschirm kann man jedes Land, das FIFA-Mitglied ist, anklicken und die Siege, Unentschieden und Niederlagen nachsehen. Österreich hat 278 Siege, 162 Unentschieden und 305 Niederlagen.
  23. Im nächsten Raum gibt es für jede WM einen Schaukasten mit Bildern, Karten, Sammelbildern und Paraphernalia.
  24. Die erste WM fand 1930 im Estadio Centenario statt. Ein belgischer Schiedsrichter posierte auf einem Sammelbildchen in Pluderhosen. Die Tickets waren aus einfachem Papier, trotzdem gab es Schwierigkeiten und viele wurden erst nach Start des Bewerbs gedruckt.
  25. Im Schaukasten der WM von 1934 in Italien ist ein Bild von Matthias Sindelar ausgestellt, in jenem der WM 1938 in Frankreich ein „Diamante Negro“ Schokopapier, das für Leonidas gemacht wurde.
  26. Von der WM 1954 in der Schweiz hat man ein Stückchen vom Tornetz aufgehoben, von der WM 66 die sorgfältig ausgefüllte Schiedsrichterkarte von Rudolf Kreitlein aus dem Viertelfinale. Der Ausschluss von Rattin wurde so beschrieben: „Rattin reklamiert lautstark in seiner Sprache … Verwarnung: one more and you go out.“ Nach diesem Vorfall wurde das System mit gelben und roten Karten eingeführt.
  27. Die gelbe Karte, die Paul Gascoigne zum Weinen brachte ist im Schaukasten von 1990 ausgestellt.
  28. Den Kindern gefallen die Schaukästen mit den Maskottchen.
  29. Nach diesem Raum kommt man in einen Kinosaal. Ein Film mit Fußballemotionen wird gezeigt. Der erinnert mich sehr an das Juve-Museum. Wir müssen den Film zu Ende schauen und kommen dann in einen anderen Raum.
  30. Lukas ist wütend, weil er sein Heft zu Beginn des Films noch nicht fertig hatte. Mit Google beantworten wir die fehlenden Fragen im falschen Raum.
  31. Dort sind Postkarten ausgestellt, selbstgebastelte Fußbälle von Kindern aus aller Welt hängen wie ein Mobile von der Decke, Schaukästen zeigen kuriose Fußballgeschichten, man kann Videos anschauen.
  32. In Schweden gibt es ein Wort „Zlatanera“, etwas mit Kraft dominieren.
  33. Ein Woodoo-Püppchen mit blockierter Pfeife soll den Schiedsrichter beeinflussen.
  34. Ein Video zeigt, wie der Fußballclub das gesamte Dorf verändert hat. Viele Kleinigkeiten eben.
  35. In einer Ecke kann man Bälle schießen und noch andere Spiele machen. Den Kindern gefällt das alles sehr, und mir eigentlich auch.

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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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