Pensées: Ein Ausflug nach Limone

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  1. Limone ist ein seltsamer Ort. Er liegt dort, wo der Gardasee nicht mehr wie das Meer aussieht, sondern wie ein Gebirgssee.
  2. Weil Limone aber ein besonderes Mikroklima hat, wachsen hier Zitronen. Deshalb auch der Name.
  3. Es ist ein schöner Tag. Noch nicht warm genug, um die Jacke auszuziehen. Aber die Sonne spiegelt sich im See, die Kinder klettern auf den Steinen. Wir spazieren am Strand entlang.
  4. Einige Menschen machen das Gleiche wie wir, aber noch nicht viele.
  5. Mein Mann zieht sich die Schuhe aus und steigt in den See. Mir ist das noch zu kalt. Ich gehe am Schotterstrand entlang. In einem Hotel sitzen schon einige ältere Menschen auf der Terrasse zum Frühstück. Auf der selben Terrasse hängt auch eine Discokugel. Ich stelle mir vor, wie die alten Menschen am Abend zuvor zu Discosound gefeiert haben.
  6. Kurz nach dem Hotel ist der Strand zu Ende, wir drehen um und gehen in die Stadt.
  7. Auf den ersten Blick sieht der Ort etwas heruntergekommen aus. Die Glyzinien blühen und einige Menschen spazieren durch die Straßen.
  8. Es gibt Geschäfte, in denen Gedränge herrscht. Im Sommer muss hier sehr viel los sein.
  9. Die Geschäfte sind hier zum Teil recht schön, zum größeren Teil aber sehr touristisch. Es gibt alles aus Zitronen: Limoncello, Tee, Zuckerl, Seife, Kekse, Marmelade, Geschirrtücher mit Zitronenmuster. Sogar Zitronenblütenhonig gibt es, den kaufe ich. Und Speck. Und Nudeln. Und sonst noch einiges. Ich liebe solche Geschäfte mit lokalen Spezialitäten.
  10. Abseits der Strandpromenade ist der Ort steil an den Berg gebaut. Wir sehen die Schilder zu den Zitronengärten, wisse aber nicht, ob die schon offen haben. Außerdem sind wir lieber faul und schlendern herum, ohne uns in die Höhe zu schleppen.
  11. In einem Geschäft wird Milkshake zum Mitnehmen in Plastikpenissen, die auf ihren Hoden stehen, verkauft. Die Kinder finden das lustig. Mich stößt die Vorstellung, Milkshake aus einem Plastikpenis zu saugen, eher ab.
  12. Zurück am Strand kaufen wir uns Würste an einem Stand, setzen uns zum Essen ans Ufer und genießen noch ein bisschen die Sonne.
  13. Dann fahren wir weiter noch Arco. Auch ein netter Ort. Ich würde gerne die Burg ansehen. Schließlich hat die sogar schon Dürer gemalt. Aber vom Ort aus sieht die sehr weit weg aus. Auf einem Schild stehen auch Warnungen, dass der Weg anstrengend ist und wir haben den Kindern Eis versprochen. Aber die Burg ist so schön.
  14. Wir fahren aber weiter nach Mori. Dort ist einer der besten Eissalons überhaupt, die Gelateria Bologna. Dort gibt es auch Cremeschnitten. Wir essen Eis und kaufen Cremeschnitten. Die Verkäuferin fragt, wo ihre Cremeschnitten hinsollen. Als sie hört, dass wir nach Österreich fahren, holt sie einen Isoliersack und zwei Milchflaschen, in denen Wasser gefroren ist. Sorgfältig packt sich die Schnitten und die Flaschen ein und zeigt mir, wie ich das Paket halten soll. Ich finde diese Liebe zu den Produkten in einem Geschäft sehr schön.
  15. Wir fahren nach Hause. Die Cremeschnitten essen wir am Abend. Und sie sind wirklich noch ganz frisch.

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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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