Pensées: Ein Ausflug nach Vianden

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  1. Unser Hotel ist in Vianden.
  2. Das scheint eine Motorradstadt zu sein. An diesem schönen Wochenende knattern jedenfalls hunderte Motorräder hier vorbei.
  3. Das Hotel hat einen Pool. Die Kinder gehen baden und wir sehen uns den Ort an.
  4. An der engen Durchfahrtsstraße sind viele Restaurants.
  5. In die Stadt kommen wir über eine Brücke über die Our.
  6. Auf einem Hügel über der Stadt steht eine malerische Burg. Dort schlendern wir hinauf, an kleinen Bäckereien und Weinhandlungen vorbei.
  7. In Luxemburg hört man an jeder Ecke eine andere Sprache. Ich habe nicht selten Menschen gesehen, die sich in zwei Sprachen unterhielten. Eine Frau spricht Holländisch, der Mann im Geschäft antwortet ihr auf Französisch. Ganz selbstverständlich. Wenn man einander kennt, spricht man die eigene Sprache und versteht die der anderen. Ich finde das so schön.
  8. Gerade weil ich aus einer Gegend komme (Südkärnten), in der man sich so sehr vor Zweisprachigkeit fürchtet, dass es Jahre dauerte, bis ein paar wenige zweisprachige Ortstafeln aufgestellt wurden.
  9. Deutsch höre ich allerdings nicht oft. Auch nicht hier in Vianden, nur einige Kilometer von der Deutschen Grenze entfernt ist.
  10. Ich weiß nicht genau, wie ich Menschen ansprechen soll. Ich bin ziemlich sicher, die meisten verstehen, wenn ich Deutsch spreche. Aber mit Deutsch will man auch nicht Menschen einfach so überfahren. Ich zumindest nicht, ich finde diese Reisenden, die sich nicht einmal den Anschein einer Mühe geben, in irgendeiner Sprache als der eigenen kommunizieren zu wollen, sehr unangenehm. Also probiere ich es mit Französisch. Dabei werde ich entweder mit leichtem Mitleid angesehen, bevor man mir auf Deutsch antwortet, oder mit Nonchalance gefragt, ob wir Deutsch sprechen sollen.
  11. Von der Nähe sieht das Schloss aus wie ein nicht ganz so dick aufgetragenes Disneyschloss.
  12. Am Eingang hängt ein schon angewittertes Schild: Verboten mit Steinen zu werfen. Gefahr für die Bewohner des Tales. In drei Sprachen.
  13. Im Schloss ist ein kleines Museum. Auch wieder mit viel Durcheinander. Stammtafeln – die Schlossherren waren offenbar stolz darauf, mit dem Geschlecht Nassau verwandt zu sein – sind ausgestellt und Fundstücke. Alte Bilder und Plakate des Schlosses – eines davon bewirbt die Beleuchtung des Schlosses. Aber die Aussicht ist schön.
  14. In einem zugigen Säulengang sitzen viele BesucherInnen, rasten sich aus und genießen die Aussicht.
  15. Im Schloss sind einige Räume eingerichtet. Ein Schlafzimmer mit Himmelbett. Eine Küche, in der Schinken hängen, aus Plastik, glaube ich. Die Küche hatte eine offene Feuerstelle und ein Gestell, auf dem man mehrere Töpfe montieren konnte.
  16. Eine Hausapotheke steht hier auch mit Schubladen und Mörsern und Pulvern.
  17. Wir gehen wieder zurück, so lange wollen wir die Kinder nicht alleine lassen im Schwimmbad. Am Weg zurück sehe ich ein Verkehrsschild, das Hunden das Kacken verbietet.
  18. Abends sitzen wir auf dem Balkon des Hotelzimmers, trinken Luxemburger Wein und schauen zu, wie die Sonne untergeht und die Beleuchtung im Schloss eingeschaltet wird.

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Über Karin Koller

Biochemist, Writer, Painter, Mum of Three
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2 Antworten zu Pensées: Ein Ausflug nach Vianden

  1. Elke Standfuss schreibt:

    Liebe Karin,
    das muß ja ein zauberhafter Tag/ein wunderschönes Wochenende gewesen sein. Danke für die tollen Berichte und Bilder! Über einen Satz mußte ich grinsen: Die BesucherInnen rasten sich aus. Das klingt drollig! Hier in Berlin ruht man sich aus oder macht eine Rast. Ausrasten heißt bei uns aber, vor Wut oder Freude durch die Decke gehen und das auch zeigen :-). Ich finde es faszinierend, wie wir in Österreich und Deutschland dieselbe Sprache sprechen – und dann eben doch nicht so. Übrigens gebe ich mir in jedem Land, das ich besuche, Mühe, wenigstens ein paar Basics in der Landessprache zu können – das gehört zur Urlaubsvorbereitung. Die meisten Menschen freuen sich darüber. Ich wünsch‘ Dir einen schönen Tag .. und raste mich jetzt aus :-). Viele Grüße von Elke

    • Karin Koller schreibt:

      Ich war schon ganz erschüttert, dass ich da Dialektphrasen unbewusst einfüge, aber Duden erlaubt das und ich bin erleichtert. Ausrasten ohne „sich“ heißt in Österreich auch ausflippen.

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