The fabric of spacetime

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Wie das Universum aussieht, wollte ich immer schon wissen. Ich war aber auch immer zu träge, mich damit auch nur oberflächlich zu befassen. Und ein bisschen Angst hatte ich auch. Angst, schon nach den ersten Seiten nichts verstehen zu können, mich ungebildet und dumm zu fühlen (und ja, ich glaube, die Angst vor der eigenen Dummheit ist nicht selten die Motivation, etwas NICHT zu lernen, nicht nur bei mir).

Aber kürzlich kaufte ich mir ein Buch, The elegant Universe, und begann darin zu lesen. Zuerst ging es um Menschen im Zug und andere auf der Rennbahn, um eine hypothetische Photonenuhr und einen Drehkreisel im Vergnügungspark. Alles, um die Relativität der Zeit und des Raumes einfach verständlich zu machen. Auch um eine Gummimembran, die durch eine schwere Kugel verformt wird. Ich konnte diese einfachen Modelle nachvollziehen. Aber wie sich das tatsächlich auf Raum und Zeit auswirkt, oder noch verstörender: auf Spacetime, das war mir nicht nachvollziehbar.

„The fabric of spacetime“ schreibt der Autor oft, man könne sie sich wie die Membran vorstellen, nur dreidimensional (oder 4, mit der Zeit?), also ganz anders.

Dann begann das Kapitel über Quantenmechanik, auch wieder mit einfachen Beispielen, die ich wieder nicht in Relation zu irgendetwas Relevantem bringen kann. Ich wurde recht verzagt und begann mir Sorgen zu machen, in Quarks zu zerfallen, wenn ich nicht in der Lage wäre, mir die in Atomen wirkenden Kräfte vorzustellen.

Aber langsam, langsam lese ich tapfer weiter, auch wenn ich mich klein fühle ob meiner Unwissenheit und ob der Wunder des Universums. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug zum Gardasee

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  1. Zum Geburtstag meiner Mutter fahren wir zum Gardasee. Es ist Anfang April, ich habe ein bisschen Sorge, ob der Frühling wohl rechtzeitig kommen wird und hoffe insgeheim auf einige Stunden, in der die Morgennebel über dem See hängen und ich beobachten kann, wie sie sich wieder auflösen.
  2. Wir fahren über den Brenner. Zu Mittag sind wir in Magreid. Dort ist das Weingut von Alois Lageder, Paradeis nennt er es, und er hat auch wirklich die besten Weine Südtirols. Und einen sehr netten Garten. Das Wetter ist schön und zum ersten Mal im Jahr essen wir im Freien. Nudeln und sonnengetrocknete Tomaten.
  3. In der Weinhandlung arbeitet ein Mann, der ununterbrochen redet, mit mehreren KundInnen, mehrsprachig. Es ist lustig, ihm zuzusehen.
  4. Nur wenige Kilometer von hier liegt der Ort mit dem schönsten Namen: Weiterlesen
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Mondsteine

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Mondgestein muss glänzen. Der Mond glänzt ja auch. Zumindest ist er geheimnisvoll. Und auf etwas Geheimnisvollen muss es geheimnisvoll glänzende Steine geben, sonst passt das ja nicht zusammen.

Als Kind war mir diese Logik völlig in sich schlüssig. Alles andere hätte überhaupt keinen Sinn ergeben. Alles andere und besonders einfach mattgrau staubiges Gestein wäre eine bittere Enttäuschung gewesen.

Die kam dann natürlich auch, als ich mir Desillusionierung erlaubte, „Mondgestein“ nachzugoogeln, viele Jahre später, als ich es ohnehin besser wusste.

Zu Weihnachten bekam ich Ohrringe, die exakt so aussahen, wie ich mir Mondgestein vorstellte. Es war aber kein Mondgestein, sondern eine Druse.

Dieses Wort kannte ich nur als Bezeichnung für eine Gruppe von Manschen in Nordafrika und nicht in Zusammenhang mit einem Stein.

Ich schaute nach: Eine Druse ist ein Stein mit einer gleichmäßigen Kristallablagerung. Die Entstehung natürlicher Drusen ist auch faszinierend. Vulkanische Prozesse (was auch immer die sein mögen) lassen Hohlräume in Steinen entstehen (Lavablopse, die außen erhärten? Ich weiß es nicht). In diese Hohlräume sichert Wasser, weil der Stein porös ist. In dem Wasser sind Salze, die dann wieder auf wundersame Weise auskristallisieren, Schicht für Schicht, bis innerhalb des Steins regelmäßige Kristalle entstehen. Hackt man nun den unscheinbaren Stein auseinander, findet man ein Inneres aus Glitzer.

Und das ist doch mindestens so schön wir Mondgestein. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug nach Nancy

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  1. Über das Wochenende fahren wir nach Nancy. Das ist die Hauptstadt Lothringens. Obwohl sie nur etwa 5 Stunden von mir zu Hause entfernt ist, war ich noch nie dort.
  2. Auf dem Weg dorthin fahren wir an der Habsburg vorbei. Eine Habsburg-Lothringen-Reise klingt sehr monarchistisch.
  3. Gedanken über den Tausch dieser Region gegen die Toskana drängen sich auf.
  4. Unser Hotel liegt gleich neben der Place Stanislas und einem großen Park. Vor dem Parkt gibt es Stände, an denen Eis und Limonade und Würstel und Waffeln und Süßigkeiten verkauft werden. An denen hätten wir die Kinder nicht vorbeigebracht. Aber wir sind diesmal alleine unterwegs.
  5. Die Place Stanislas sieht so aus, wie ich mir Dresden vorstelle – weiße Prunkbauten mit Goldblättern verziert, an den Ecken goldene Prunktore. Der Platz wurde im 18. Jahrhundert vom ehemaligen König von Polen, Stanislas, erbaut, nachdem dieser abdankte und als Kompensation Bar und Lothringen erhielt. In der Mitte des Platzes steht seine Statue. Weiterlesen
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Jade

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Jade als seltsam milchig grüner Stein, geschnitzt in Figürchen. So kannte ich das. Ich erinnere mich nicht, ob die Arbeitegeberin meiner Mutter, so eine Figur zu Hause stehen hatte. Ich erinnere mich, dass ich bei Jade die Assoziation mit Gästeseife hatte. Ich erinnere mich nicht warum (aber Gästeseife war für mich damals auch etwas sehr Besonderes, weil sie eben nur von Gästen, keinesfalls aber von mir benutzt werden durfte).

Jade wird seit tausenden von Jahren zu Schmuck und zu Gebrauchsgegenständen geschnitzt. In China, in Mesoamerika, in Südostasien, in Ägypten, in Neuseeland. In manchen dieser Kulturen war Jade den Herrschenden vorbehalten. Gedehnte Ohrlöcher auch. In Mesoamerika trugen Angehörige der herrschenden Klassen große Plugs aus Jade. Manche dieser Schmuckstücke hatten in der Mitte ein Loch, in das ein Jadestift mit einer Kugel eingeführt werden konnte.

Die Toten im alten China, Ägypten und Neuseeland wurden mit Jadefigürchen begraben, um ihnen den Übergang ins Totenreich zu erleichtern oder damit ihr Geist in die Figur übergehen kann.

Schmuckstücke und Schmuckmaterialien entwickelten sich in vielen Kulturen im Lauf der Jahrtausende unabhängig voneinander und doch manchmal sehr ähnlich. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug ins Fifamuseum

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  1. Nach dem Landesmuseum fahren wir mit der Tram zum Bahnhof Enge. Dort ist das Fifa-Museum. Wir haben es Lukas versprochen, und nachdem ich ihn in die Dada-Ausstellung geschleppt habe, ist das angemessen.
  2. Der Eintritt ist sehr teuer: 24 SFR für Erwachsene, 12 SFR für Kinder, die Familienkarte 64 SFR. Die gilt aber nur für zwei Kinder und wir müssen noch eine extra Kinderkarte kaufen.
  3. Die Kinder bekommen ein Heftchen mit einer Schatzsuche. Finden sie das Lösungswort, können sie an einem Gewinnspiel teilnehmen.
  4. Wir legen Mäntel und Taschen in ein Schließfach. Jedes Fach hat eine Farbe und den Namen eines Fußballers. Das sieht wie ein Kunstwerk aus. Wir vertrauen Maldini unsere Sachen an. Obwohl Lukas lieber einen Bayernspieler gewählt hätte, aber die waren alle schon besetzt oder hatten zu kleine Fächer. Weiterlesen
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Schatzkiste

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In meinen Kinderbüchern kamen Schatzkiste vor, voller Schmuck und Gold. Ich träumte davon, eine zu finden. Ich würde zuerst die Schatzkarte entdecken, irgendwo in einer Ritze einer uralten Mauer oder in einem verrottendem Baumstumpf. Dann würde ich der Karte folgen und den Ort des Schatzes entdecken. Und dann würde ich graben und graben, bis ich ganz schmutzig und verschwitzt wäre, und schließlich auf etwas Hartes stoßen. Das Gesicht voller Erde würde ich die Kiste herausholen, sie abwischen, das Schloss suchen. Natürlich würde ich es schaffen, das Schloss aufzubrechen (obwohl ich das nicht einmal bei meinem Sparschwein geschafft habe). Ganz langsam würde ich den Deckel öffnen und das Gold würde mich anstrahlen, als wäre eine Lichtquelle in der Kiste (im Fernsehen war das auch immer so). Ich würde den Schatz bestaunen und ihn berühren, zaghaft zuerst, dann mich hineinwühlen. Und dann würde ich alle Schmuckstücke gleichzeitig anlegen.

So stellte ich mir das vor als Kind. Später dachte ich, das gibt es doch nicht wirklich. Aber vor einiger Zeit las ich über den Cheapside Hoard. Bauarbeiter fanden einen Schatz aus dem 17. Jahrhundert, mit Rubinohrringen und einer Uhr aus einem einzigen Saphir. Als ich etwas über diesen Schatz herausfinden wollte, sah ich, dass es eine lange Liste von Schätzen gibt, die alleine in England gefunden wurden.

Wer vergrub die und warum? Und noch interessanter: Wer vergaß die?

Ich werde wohl keinen Schatz finden, den Gedanken, dass es solche Schätze tatsächlich gibt, finde ich aber sehr schön. Weiterlesen

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