Pensées: Ein Ausflug nach Modena

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  1. Auf dem Heimweg von Sorrento machen wir einen Übernachtungsstopp in Modena.
  2. Unser Hotel ist in der Nähe der Galleria Estense. Mit den Kindern gehen wir in die Stadt. Weil dort eine Geschäftsstraße ist, auf der man sich praktisch nicht verlaufen oder verlorengehen kann, und weil die Kinder keine Lust auf Museen und Sehenswürdigkeiten haben, geben wir ihnen alleine eine Stunde in den Billigschmuckläden und Fußballfanshops.
  3. Zum ersten Mal in einer Stadt, die wir nicht kennen.
  4. Alle Gluckeninstinkte läuten die Alarmglocken und senden Bilder von Kinderfängern und Menschenhandel in mein Hirn. Ich kann da nichts dagegen tun, widerstehe aber tapfer, schließlich sind sie alt genug für ein bisschen Freiheit. Weiterlesen
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Das Auge der Vorsehung

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Das ist so ein Symbol für esoterische Spinner, habe ich gedacht. Dann aber habe ich es in einer alten Kirche gesehen und mich über das Design gewundert, das doch recht modern wirkt.

Beschäftigt habe ich mich dann nicht mehr mit dem Symbol. Erst als ich meine dreieckigen Ohrringe gemeinsam mit den Scheibenohrringen anlegte, fiel mir auf, dass diese Kombination ein wenig an dieses Auge erinnerte.

Ich dachte, es wäre das Auge Gottes, es ist aber das Auge der Vorsehung. Dieses allwissende Auge gab es an vielen Orten der Welt in ähnlicher Form als Symbol des Schutzes und der Kontrolle. Sogar auf der Dollarnote ist es als Spitze einer Pyramide abgebildet.

Wenn ich es mir überlege, ist das allwissende Auge, das illuminiert jeden meiner Schritte beobachtet und abmisst, eher ein bedrohliches als ein tröstliches Zeichen. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug nach Pompeii

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  1. Gestärkt fahren wir nach Pompeii. Es ist heiß, aber wir haben noch unsere Panamahüte aus Capri.
  2. Wir bekommen kleine Kästchen und Kopfhörer und so können wir der Guide lauschen. Zuerst müssen wir aber für die Tickets anstehen. Die haben die Veranstalter nicht besorgt, die sind auch nicht im Preis inbegriffen. Aber es stehen nur wenige Leute an, wir haben Glück gehabt.
  3. Die Ausgrabungen von Pompeii sind auf einem viel größeren Areal, als ich mir vorgestellt habe. Auf Plätzen stehen zwischen alten Säulen und Mauern große Bronzekörperteile herum, die haben Sprünge und sehen aus, als wären sie Fragmente alter Statuen. Weiterlesen
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Souvenir

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Souvenir, ein Erinnerungsstück. Von sub und venire. Darunterkommen. Auch im Sinne von etwas stützen. Es ist also ein Gegenstand, der die Erinnerung unterstützt, der sich tief unten irgendwo in unserem Denken als Erinnerungsstütze verankert.

Ein Souvenir ist meist nichts geschmacklich Ansprechendes. Erinnerungsstützen müssen wohl schrill und kitschig sein und billig.

In Sendungen von Elizabeth Spira wird gerne auf die Souvenirs in den Regalen gezoomt, als könnte man von denen auf den Geschmack der betreffenden Person schließen. Kann man aber nicht. Man kann nur darauf schließen, dass die Person eine kleine Erinnerungsstütze haben will für eine Reise, eine Begebenheit, die sie erlebt hat. Oder die jemand aus ihrem Umfeld erlebt hat und an sie dachte dabei.

Die Erinnerungsstütze muss nicht geschmackvoll sein, die dazugehörige Erinnerung ist es aber dann schon meist. Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug zum Vesuv

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  1. Weil der Ausflug nach Capri ein Erfolg war, planen wir nach einem Badetag gleich noch einen Ausflug mit dieser Reisefirma. Diesmal soll es auf den Vesuv gehen und nach Pompei. Ein ambitioniertes Programm, aber so ist das eben vom Veranstalter organisiert.
  2. Mit dem Hotelbus werden wir in aller Früh zu einem anderen Hotel gebracht, vor dem wir auf den Veranstalterbus warten müssen.
  3. Der kommt nach einer Weile, sammelt uns ein und tingelt dann von Hotel zu Hotel, bis er fast voll ist, durch die kurvigen Straßen, über Hügel. Ich muss aufpassen, dass mir nicht schlecht wird. Die Kinder schlafen.
  4. Endlich erreichen wir die größere Straße nach Neapel. Kurz vor dem Fuß des Vesuvs machen wir eine Pipipause. Am Vesuv gibt es keine Klos, sagt die Guide. Weiterlesen
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Key to the songs of life

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Als ich die Ohrringe geschenkt bekam, dachte ich: Key to the songs of life. Und überlegte mir, was diese Songs sein könnten. Vielleicht die Geschichten, die Menschen erzählen, um das Leben zu erklären, um Gesellschaften zusammenzuhalten, um sich Untertanen gefügig zu machen, um ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen. Den Schlüssel zu diesen Songs zu haben, würde eine große Macht mit sich bringen. Und eine Verantwortung. Wie schnell können die Geschichten, die Menschen erzählen, die Konstrukte, die sie schaffen, zu Hetze und Ausgrenzung fürhen.

Aber dann dachte ich, das Album heißt, Songs to the key of life. Und überlegte mir, was das wohl bedeuten könnte. Was wäre der Schlüssel zum Leben und wir könnte man sich dorthinsingen?

Ich schaute nach und das Album heißt Songs in the key of life. Es hat gar nichts mit einem Schlüssel zu tun, sodern mit einer Tonart. Meine Assoziation war nur ein Mondegreen (was das ist, habe ich hier erklärt: https://karinkoller.wordpress.com/2015/10/28/time-and-mondegreens/ ) Weiterlesen

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Pensées: Ein Ausflug nach Capri

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  1. Nach Capri versuchen wir gar nicht, auf eigene Faust zu kommen.
  2. Wir buchen einen Ausflug, fahren zu dem Strand, an dem wir gebadet haben und suchen das Boot.
  3. Badehosen haben wir an, ein Handtuch ist eingepackt.
  4. Das Boot finden wir leicht. Ziemlich viele Menschen sitzen schon an ihren Plätzen. Die meisten im Schatten.
  5. Ich schaue mir das Boot genau an und denke: Das muss doch umdrehen. Aber sicher bin ich mir nicht. Uns bleibt ohnehin nur ein Platz in der prallen Sonne.
  6. Das Boot fährt los und dreht tatsächlich um. Einer diese kleinen Triumphe, über die mich zu freuen ich nicht stolz bin. Ich kann aber nicht anders. Weiterlesen
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